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Infos & Tipps


Rund um die Katze

Hier haben wir einige Tipps und Hinweise für Katzenhalter und solche die es werden möchten zusammengestellt. Diese Informationen beruhen auf unseren eigenen Erfahrungen und sollten daher als Leitfaden verstanden werden.


Vor der Anschaffung

Idealerweise möchte man sich eine Katze anschaffen, um dem Tier ein schönes Zuhause zu geben. Die Tatsache, dass Katzen sehr angenehme Hausgenossen sind, sollte mehr ein schöner Nebeneffekt sein.

Hier ist eine Liste mit Fragen, die man sich vor der Anschaffung einer Katze stellen sollte. Nur wenn man alle Fragen uneingeschränkt mit "ja" beantworten kann, ist es zu empfehlen, sich eine Katze anzuschaffen.

  • Bin ich mir der Dauer dieser Verpflichtung bewusst? Katzen können über 20 Jahre alt werden.
  • Bin ich bereit, Einschränkungen in meiner Freizeitgestaltung hinzunehmen?
  • Habe ich genug Zeit, mich mit der Katze zu beschäftigen?
  • Sind alle Familienmitglieder/Mitbewohner mit der Anschaffung einverstanden?
  • Wurde überprüft, ob jemand in der Familie eine Katzenallergie hat?
  • Weiß ich schon, wer sich während meines Urlaubs um die Katze kümmert?
  • Bin ich bereit, ca. 50 EUR im Monat pro Katze auszugeben? (auf den Monat umgerechnet inklusive jährlicher Impfungen)
  • Ist in der Nähe ein Tierarzt, den ich problemlos erreichen kann?
  • Ist mein Vermieter mit Katzenhaltung einverstanden?
  • Bin ich bereit, kleine "Unfälle" in meiner Wohnung hinzunehmen? Auch Katzen wird mal schlecht oder sie haben Durchfall.
  • Bin ich bereit, auf giftige Zimmerpflanzen zu verzichten und meine Wohnung allgemein katzengerecht und sicher zu gestalten?
  • Bin ich bereit, es zu akzeptieren, wenn man etwas zu Bruch geht oder die Katze ein Möbelstück beschädigt?
  • Bei zukünftigen Freigängern: ist meine Wohngegend sicher für Katzen?

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Wohnungshaltung oder Freigang?

Wenn man sich dafür entscheidet, seiner Katze Freilauf zu bieten, sollte dieser gesichert sein. Ideal wären ein katzensicher umzäunter Garten oder eine ländliche Wohnlage mit wenig bis gar keinem Autoverkehr. In städtischen Gebieten, auch wenn diese verkehrsberuhigt sind, werden freilaufende Katzen mit schöner Regelmäßigkeit überfahren, da sie sich gerne unter Autos aufhalten und beim Überqueren von Straßen relativ unberechenbar sind. Wer in der Nähe von Wäldern oder Feldern wohnt, sollte auch an Gefahren durch Jäger und Wildtiere denken.

Auf jeden Fall sollte eine Katze mindestens 3 Monate alt sein und vor dem ersten Freilauf ca. 3 Wochen in der Wohnung oder im Haus gehalten werden, damit sie sich an die neue Umgebung und an die Bezugspersonen gewöhnt.

Später, also nach diesen 3 Wochen, könnten dann evtl. gemeinsame Spaziergänge im Garten und in der Umgebung stattfinden - am Anfang vielleicht mit einem Brustgeschirr damit sie sich nicht erschrickt und wegläuft. Manchmal reicht es auch schon aus, den Garten katzenausbruchsicher zu gestalten, denn nicht alle Katzen gehen automatisch auf Wanderschaft. Man kann es ihnen auch durchaus anders angewöhnen.

Enorm wichtig ist außerdem ein umfangreicher Impfschutz gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen, Leukose und Tollwut. Diese Impfungen sollten vorher ausgeführt werden, damit das Kätzchen einen guten Schutz gegen die Katzenkrankheiten hat. Und bitte auch an die Kastration denken!

Gefüttert werden sollte sie auf jeden Fall weiterhin im Haus. Und an eine Katzentoilette ist ebenfalls zu denken. Vielleicht ist das Anbringen einer Katzenklappe auch noch eine gute Idee, damit das Tierchen immer raus und rein kann, wann es gerade will.

Man kann einer Katze jedoch auch in einer Wohnung ein artgerechtes Leben bieten. Dies erfordert allerdings einiges vom Katzenhalter, denn die Wohnung sollte "katzengerecht" sein, d.h. für die Katze sicher und abwechslungsreich gestaltet.

Katzen benötigen Liegeplätze, bevorzugt in verschiedenen Ebenen, damit sie von oben herab beobachten können. Katzen schlafen auch gerne mit im Bett, wobei das nicht zwingend erforderlich ist. Viele Katzen sind aber daran gewöhnt. Eine oder mehrere Kratzgelegenheiten sind unbedingt notwendig, ansonsten wird Ihr Sofa oder die Tapete herhalten müssen.

Auf giftige Zimmerpflanzen sollten Sie verzichten. Weiterhin brauchen Sie feste Plätze für Futter und Wasser sowie mindestens ein Katzenklo pro Katze.

Schön wäre es, wenn Wohnungskatzen mindestens zu zweit gehalten werden. Wer unbedingt nur eine Katze möchte, sollte sich für ein älteres Tier entscheiden, das sich mit anderen Katzen nicht verträgt und lieber allein sein möchte. Junge Katzen werden von Tierheimen richtigerweise meist nur paarweise abgegeben.

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Eine oder zwei Katzen?

Hartnäckig hält sich die Einstellung, dass Katzen Einzelgänger sind und daher eine Katze sich allein in Wohnungshaltung sehr wohl fühlt. Dies ist aber so nicht korrekt. Das Leben in der Wohnung ist für eine junge Katze allein zu langweilig, auch wenn der Mensch sich noch so viel mit ihr beschäftigt.

Hat die Katze Freigang, kann sie draußen mit Artgenossen interagieren. In der Wohnung ist sie auf den Menschen angewiesen.

Fakt ist:

  • die domestizierte Hauskatze ist in ihrem Sozialverhalten nicht mehr mit ihrer Wildform (Falbkatze) gleichzusetzen, ist also kein reiner Einzelgänger
  • verwilderte Hauskatzen finden sich eigentlich immer in Gruppen zusammen
  • junge Katzen benötigen Artgenossen zum artgerechten Spielen und zur Kommunikation

Mögliche Folgen der Einzelhaltung junger Katzen:

  • Zerstörungswut aus Langeweile
  • "Aggression", bzw. Verhalten, welches vom Menschen als solches wahrgenommen wird. In Wirklichkeit versucht die Katze nur mit dem Menschen so zu spielen, wie sie es mit einem Artgenossen tun würde. Viele junge Katzen werden deswegen kurz nach der Anschaffung wieder abgegeben.
  • Verhaltensstörungen, z.B. verminderte Frustrationstoleranz, starke negative Reaktionen bei Veränderungen
  • stark aufdringliches Verhalten dem Menschen gegenüber
  • spätere Unverträglichkeit mir Artgenossen

Vorteile der mindestens paarweisen Haltung:

  • man kann die Tiere ohne schlechtes Gewissen auch mal alleine lassen
  • die Tiere sind ausgelasteter, da sie miteinander spielen und kommunizieren können

Wer partout nur eine Katze für seine Wohnung will, kann dies leicht erreichen, indem er sich eine ältere Katze zulegt, die bereits unverträglich mit Artgenossen ist. Davon gibt es in Tierheimen reichlich. Es versteht sich auch nicht jede Katze mit jeder anderen, das soll aber eben nicht bedeuten, dass man Katzenwelpen einzeln in der Wohnung halten darf.

Welche Katzen passen gut zusammen?

Wurfgeschwister bzw. Katzen, die zusammen aufwachsen, verstehen sich in den meisten Fällen. Gleichgeschlechtliche Paare sind für eine Wohnungshaltung am besten geeignet, denn Kater und Katzen unterscheiden sich in ihrem Spielverhalten. So manche Kätzin ist von den rauen Kampfspielen eines Katers genervt.

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Die Grundausstattung

Damit sich eine (oder mehrere) Katzen in Ihrer Wohnung so richtig wohlfühlen, braucht es einige Dinge, die schon vor dem Einzug des neuen Hausgenossen da sein sollten. Hier eine Aufstellung mit Tipps:

Schlaf-/Liegeplätze
Katzen schlafen und liegen meist nicht dort, wo man es gerne hätte, sondern suchen sich ihre Lieblingsplätze selbst aus. Sehr beliebt sind Fensterbänke, Sessel, Hocker oder Orte oben auf einem Schrank oder Regal. An solchen Orten kann man der Katze dann eine Decke, ein Kissen oder ähnliches hinlegen. Achtung: bei erhöhten Plätzen die Decke nicht so hinlegen, dass die Katze beim Erklimmen darauf springen muss, weil sie sonst mitsamt der Decke abstürzt.

Transportkorb
Die Bastkörbe mit Metalltürchen, die eine Kombination aus Schlafkorb und Transportkorb sind, sind leider nur bedingt sinnvoll. Sobald die Katze das erste Mal in dem Teil zum Tierarzt musste, wird sie garantiert nie wieder ruhig darin schlafen. Also sollte eine separate Transportkiste her. Diese sollte aus stabilem Kunststoff sein, nicht zu klein aber gut zu tragen. Besonders praktisch sind Kisten, die sowohl vorne als auch von oben zu öffnen sind, diese erleichtern dem Tierarzt die Arbeit mit scheuen Katzen.

Fressnäpfe/Trinknäpfe
Futternäpfe sollten eher flach sein, da Katzen nicht so gerne ihre Nase in tiefe Gefäße stecken. Trinknäpfe sollten einen Inhalt von ca. 0,3 - 0,5 l haben. Als Material für beide Napfsorten sollte Keramik oder Metall bevorzugt werden. Plastiknäpfe können Allergien auslösen (Kinnakne) und nehmen außerdem mit der Zeit Gerüche an, was die Katze meist nicht mag. Unter dem Fressnapf sollte eine Unterlage sein, z.B. eine Fußmatte oder ein Tischset, denn manche Katzen holen ihr Futter zuerst aus dem Napf und fressen es dann vom Boden. Mehr zum Thema im Kapitel Ernährung.

Kratzgelegenheiten
Katzen müssen sich die Krallen schärfen, dies ist eine Instinkthandlung, die nicht unterdrückt oder aberzogen werden kann. Wenn man nicht möchte, dass die Katze dazu die Möbel oder die Tapete nutzt, sollte man möglichst viele attraktive Kratzgelegenheiten bieten. Der Fachhandel führt Kratzbäume, -bretter und Matten mit Sisal in vielen Varianten, man kann aber auch selber etwas basteln. Wichtig ist, dass die Kratzgelegenheit stabil ist und für die Katze attraktiv wirkt (z.B. durch Platzierung zwischen Schlaf- und Futterplatz). Besonders beliebt sind deckenhohe Kratzbäume, an denen die Katze ihr Kletterbedürfnis ausleben kann.

Katzentoilette
Die Faustregel lautet ein Katzenklo pro Katze, die Idealkonstellation ist ein Katzenklo mehr als man Katzen hat, also 2 Katzen = 3 Klos. Katzen können sehr heikel sein, was ihre Toilette angeht und manche möchte fürs große und kleine Geschäft ein separates Örtchen. Je nach Vorliebe des Halters und der Katze gibt es verschiedene Ausführungen mit und ohne Haube/Klappe. Für Katzenwelpen sollte man eine flachere Schale anbieten, da diese noch nicht so gut klettern können.

Als Streu gibt es klumpende und nicht klumpende Streu. Meiner Erfahrung nach ist Klumpstreu besser als andere, wenn man mehrere Katzen hat. Nicht mit der Streu sparen, sondern immer ca. 5 - 7 cm hoch einfüllen, damit das Geschäft gründlich verscharrt werden kann.

Praktisch sind Vorlegematten mit Noppen für das Katzenklo, die das Verteilen der Streu in der Wohnung ein bisschen reduzieren. Eine alte Fußmatte tut es aber auch.

Katzen-Körperpflege
Besitzer von Langhaarkatzen benötigen spezielle Striegel und eine Bürste, damit lose Haare ausgebürstet werden und die Katze beim Putzen nicht zu viele davon verschluckt. Auch bei kurzhaarigen Katzen sollte eine weiche Bürste nicht fehlen. Langhaarkatzen sollten täglich, Kurzhaarkatzen dürfen täglich gebürstet werden. Beliebt sind Fellpflegehandschuhe, da kann man das Bürsten mit den Streicheleinheiten verbinden.

Wer mag und wessen Katze sich dies gefallen lässt, kann auch die Krallen selber kürzen. Dies ist meist nur bei älteren, weniger aktiven Katzen nötig. Dazu nimmt man am besten eine spezielle Krallenschere, denn mit einer normalen Nagelschere splittern die Krallen. Am besten lässt man sich die Vorgehensweise vorher vom Tierarzt einmal zeigen. Näheres im Kapitel Gesundheit.

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Kastration und Impfungen


Kastration/Sterilisation

Begriffserklärungen:
Als Kastration/Sterilisation bezeichnet man die Unfruchtbarmachung der Tiere. Man hört oft, dass Weibchen sterilisiert und Männchen kastriert werden, das ist aber nicht korrekt.

Als "Kastrieren" bezeichnet man die komplette Entfernung von Hoden/Eierstöcken, während "Sterilisieren" nur die Durchtrennung der Eileiter/Samenleiter bezeichnet. Das würde bedeuten, dass die Hormonproduktion und damit der Geschlechtstrieb erhalten bleibt, was natürlich nicht erwünscht ist. Daher werden Hauskatzen kastriert, nicht sterilisiert.

Warum sollte man seine Katze kastrieren lassen?
2 Hauptgründe: Populationskontrolle und Gesundheit

Beginnen wir mit ein paar Zahlen:

Man schätzt, dass es mehrere Hunderttausend freilebende Katzen in Deutschland gibt. Diese leben aber nicht in glücklicher Freiheit als Wildtiere, sondern es sind verwilderte Haustiere, die unter Parasiten und Krankheiten leiden. Außerdem stören sie die heimische Fauna. Sie tragen z.B. durch Kreuzung zum Aussterben der Europäischen Wildkatze bei.

Nehman wir an, eine verwilderte, unkastrierte Hauskatze lebt 10 Jahre. Bei 12 Welpen pro Jahr sind das über 80 Millionen Nachkommen! Zum Glück leben verwilderte Katzen nicht so lange, sie werden durchschnittlich nur ca. 1-5 Jahre alt.

In Deutschland werden jedes Jahr ca. 250.000 streunende Katzen abgeschossen. Dazu kommen noch unzählige Tiere im Straßenverkehr um. Mehrere hunderttausend Katzen werden jedes Jahr ertränkt, erschlagen oder sonstwie getötet.

Ca. 100.000 Katzen landen jedes Jahr in deutschen Tierheimen.

Diese Zahlen sollten eigentlich klarstellen, dass es nicht nötig ist, noch mehr Hauskatzen zu produzieren. Weder müssen Kinder das Wunder der Geburt erleben (lieber das Wunder des angewandten Tierschutzes!), noch soll jede Katze einmal Junge gehabt haben. Und nein, die Welt hat auch nicht auf die Nachkommen gerade dieser Hauskatze gewartet. Wenn die Nachbarn, die angeblich auf jeden Fall eine Katze aus dem Wurf nehmen werden, wirklich so wild auf Katzen sind, warum haben sie dann bisher keine? Die Tierheime sind voll von den Ergebnissen solcher unüberlegten Hobbyvermehrer. Österreich ist Deutschland in dieser Sache einen Schritt voraus: dort steht seit dem 01.01.2005 im Bundestierschutzgesetz: "Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie sind von einem Tierarzt kastrieren zu lassen (...)".

Von der Populationskontrolle mal abgesehen, leben kastrierte Tiere auch länger und gesünder. Unkastrierte Kater leben sehr viel gefährlicher als kastrierte. Erstens müssen sie ständig ihr Revier verteidigen und haben viele Kämpfe durchzustehen. Sie kommen dann während der Paarungszeit fast täglich mit Wunden und Abszessen nach Hause. Die Gefahr, sich mit Infektionskrankheiten wie FIV oder FeLV anzustecken steigt dadaurch natürlich extrem. Und natürlich nicht zu verachten ist die Gefahr im Straßenverkehr. Unkastrierte Kater rennen im Liebesrausch schnell mal über gefährliche Straßen. Sie legen oft auch weite Strecken zurück.

Entgegen landläufiger Meinung nimmt man den Katzen nicht den "Spaß". Katzen haben keine bewusste Libido, sondern sind triebgesteuert. Nach der Kastration vermissen sie nichts.

Aber meine Katze kommt nie aus der Wohnung, warum soll ich sie denn kastrieren lassen?
Unkastrierte Kater fangen ab der Geschlechtsreife an, in der Wohnung zu markieren. Das stinkt erbärmlich - wesentlich schlimmer als normaler Katzenurin. Unkastrierte Kätzinnen werden, wenn sie nicht befruchtet werden, in immer kürzeren Abständen rollig und evtl. sogar dauerrollig. Das kann zu gesundheitlichen Problemen (Eierstockzysten, Gebärmutterentzündung) und Verhaltensstörungen führen. Ganz abgesehen davon, dass unkastrierte Tiere meist mit allen Mitteln versuchen werden, aus der Wohnung zu entkommen und allgemein aufgrund des Triebstaues ziemlich unerträglich sind.

Gibt es Alternativen zur Kastration?
Eigentlich nicht. Man kann durch eine Hormonspritze die Rolligkeit der Kätzin zeitweise unterdrücken, dies ist aber nicht als Dauerlösung gedacht, sondern eher für Zuchtkatzen vor der Ausstellung oder als temporäre Lösung wenn eine OP gerade nicht möglich ist.

Was wird bei einer Kastration gemacht?
Bei einem Kater werden die Hoden durch einen kleinen Schnitt im Hodensack entfernt. Der Hodensack bildet sich dann zurück, so dass er später kaum noch zu sehen ist. Nach dem Entfernen der Haare des Hodensackes und Reinigung des OP-Feldes wird der Hodensack durch einen Schnitt eröffnet, die Hoden vorgelagert, abgebunden und dann abgetrennt. Eine Naht der Haut ist in der Regel nicht erforderlich, so dass auch keine Fäden gezogen werden müssen. Das ganze dauert ca. 20 Minuten.

Bei einer Katze werden die Eierstöcke sowie die Gebärmutter bis hin zur Bifurcatio, also der Aufteilung in die beiden Uterushörner entfernt. Ein kleiner Stumpf wird belassen, um eine minimale Östrogenproduktion zu erhalten. Dies garantiert eine gute Durchsaftung des Gewebes; das heißt unter anderem bleibt der Schließmuskel der Urethra geschmeidig, es kommt zu keiner Inkontinenz. Diese OP wird mittels Bauchschnitt durchgeführt, was erklärt, warum sie teurer ist als die Kastration eines Katers. Die Kastration bei Kätzinnen hinterläßt in aller Regel eine sehr kleine OP-Wunde von 2 - 3cm am Bauch oder in der Flanke, je nachdem welchen Zugang der Operateur wählt. Die Wunde wird in drei Schichten genäht und nach außen mit nicht-resorbierbaren Fäden verschlossen, die nach etwa 10 Tagen gezogen werden.

In welchem Alter sollte eine Katze kastriert werden?
Allgemein werden Katzen hierzulande im Alter zwischen 5 und 7 Monaten kastriert. Es ist nicht nötig, die Geschlechtsreife abzuwarten. Bei Katern ist es auch eher kontraproduktiv, denn wer sich einmal das Markieren angewöhnt hat, behält es unter Umständen auch später noch bei. Kätzinnen sollten möglichst nicht gerade während der Rolligkeit operiert werden. Gegen eine Kastration während der Rolligkeit spricht die hormonell bedingte, erhöhte Blutungsneigung. Das ist vor allem bei älteren und übergewichtigen Katzen ein Thema, weil es im Fettgewebe zu diffusen Butungen kommen kann, die schlecht zu überblicken sind.

Es gibt durchaus auch Argumente für eine deutlich frühere Kastration. Es spricht vieles dafür, eine Katze bereits mit 3 oder 4 Monaten kastrieren zu lassen, was in anderen Ländern schon jahrzehntelang ohne Probleme praktiziert wird und sich auch bei uns immer mehr durchsetzt. Dass manche Tierärzte es noch ablehnen, begründet sich in erster Linie durch mangelnde OP-Erfahrungen mit Tieren dieses Alters, bei denen insbesondere die Dosis des Narkosemittels genauestens dem Körpergewicht angepasst werden muss. Wird sie von einem sachkundigen Tierarzt durchgeführt, hat die sogenannte Frühkastration viele Vorteile.
Mehr Info hier: www.cat-care.de/fruehkastration.pdf

Gegenstimmen gegen die Frühkastration führen Argumente wie "kein Katerkopf" und "Blasenprobleme" ins Feld. Aktuelle Studien zeigen aber, dass sowohl das "katermäßige" Aussehen und die Blasengeschichte auf Veranlagung zurückzuführen sind und durch den Kastrationszeitpunkt nicht beeinflusst werden. Links hierzu:

www.winnfelinehealth.org/reports/early-neuter.html
www.exoticbengals.com/spay.htm
www.danesonline.com/earlyspayneuter.htm

Wie läuft eine Kastration ab und was muss ich danach beachten?
Man vereinbart einen Termin beim Tierarzt des Vertrauens. Dieser wird Anweisungen geben, ab wann die Katze nichts mehr fressen und trinken soll. Man gibt die nüchterne Katze in ihrer Transportbox morgens beim Tierarzt ab und kann sie nachmittags wieder abholen. Dann ist sie schon wieder aus der Narkose aufgewacht, aber vermutlich noch etwas benommen. Die Kastration eines Katers kostet ca. 40-80 EUR, einer Kätzin ca. 60-120 EUR.

Wieder zuhause sollte man die Katze in ein Zimmer sperren, wo sie keine großen Sprünge machen kann. Freigänger bekommen einige Tage Hausarrest. Nach 24 bis 48 Stunden sollte die Katze die Narkose überwunden haben. Manche Kätzinnen haben nach der OP Probleme beim Kotabsatz (da das Pressen Schmerz verursacht). Wenn man das feststellt, kann man ein bißchen Milch geben, was den Kot weicher macht.

Antibiotika werden bei manchen Operationen gegeben, um einer Infektion vorzubeugen. Verlief die Kastration absolut komplikationslos und war der Bauchschnitt nur klein, dann wird meistens darauf verzichtet. Auch bei sehr aktiven Katzen, bei denen man davon ausgehen kann, dass sie die Wunde nicht ganz in Ruhe lassen, gibt man oft Antibiotika, um die Wundheilung nicht zu gefährden.

Folgen Sie den Anweisungen des Tierarztes, was Füttern und Trinken nach der OP angeht. Das Katzenklo sollte in den ersten paar Tagen nach der OP besonders sauber gehalten werden, um eine evtl. Infektion auszuschliessen. Achten Sie ein paar Tage lang verstärkt darauf, ob sich die Katze wohl fühlt, eine Entzündung zu sehen ist, etc.

Impfungen

Katzen brauchen in der 6. bis 8. Woche eine Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, die in der 12. bis 14. Woche wiederholt wird. Damit ist dann die Grundimmunisierung gegeben. Freilaufende Katzen sollten gegen Tollwut und Leukose geimpft werden.

Muss man die Impfungen wirklich jedes Jahr wiederholen?
Über diese Frage herrscht noch keine einheitliche Meinung - weder unter den Experten, noch unter mehr oder weniger erfahrenen Haltern.

Einigkeit herrscht darüber, dass ganz ohne Impfung auch reine Wohnungstiger nicht auskommen. Das absolute Minimum stellen Katzenseuche und Katzenschnupfen dar. Hier fungiert der Mensch als mechanischer Überträger mit Kleidung und Schuhwerk. Das heißt, dass auch ausschließlich in der Wohnung/im Haus gehaltene Tiere einem sehr starken Risiko unterliegen und dringend vor einer Ansteckung geschützt werden müssen, weil es sich um sehr gefährliche, meistens tödlich verlaufende Erkrankungen handelt. Alle anderen Impfungen sind optional, d.h. es muss abgewogen werden, welche Risiken das Tier eventuell betreffen könnten, und welche nicht und inwieweit eine Impfung auch tatsächlich einen Impfschutz bietet (die sogenannte "FIP"-Impfung ist z.B. in ihrer Wirkung äußerst umstritten).

Das Thema Impfintervalle, also Häufigkeit der Wiederholungsimpfungen, wird sehr kontrovers diskutiert, und gerade in Deutschland halten die Tierärzte und Impfstoffhersteller noch sehr an der jährlichen Impfpraxis fest.

Argumente für die jährliche Wiederholungsimpfung:

  • Nach erfolgter Grundimmunisierung bieten die in Deutschland zugelassenen Mittel, lt. Hersteller, Impfschutz für ein Jahr.
  • Um exakten Aufschluss über den Impfschutz des Einzeltiers zu bekommen, müsste man durch Antikörpertiter die Immunantwort des Einzelorganismus überprüfen. Da Lebewesen nicht wie Maschinen funktionieren, würden dabei mit Sicherheit sehr unterschiedliche Ergebnisse herauskommen.
  • Da der finanzielle Aufwand für derartige Untersuchungen weit größer ist als die Impfung selbst, und gerade Auffrischimfungen i.d.R. ohne jegliche Impfreaktion seitens des Patienten verlaufen, stellt sich die Frage nach der Zweckmäßigkeit. Impfstoffe aus den USA, wie z. B. Tollwutimpfstoffe mit 3-jähriger Wirkungsdauer, habe in der BRD bisher keine Zulassung.
  • Man sollte auch bedenken, dass jede vernünftige Katzenpension darauf besteht, dass die Tiere, die man dort in Pflege gibt, jährlich gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche (je nach Pension auch gegen Leukose) geimpft werden.

In Amerika wurde diese Impfpraxis in den letzten Jahren heftig diskutiert. Zunehmend wird die Notwendigkeit der routinemäßigen jährlichen Auffrischung bezweifelt. Sie sei wissenschaftlich nicht begründet und diente eher ökonomischen Interessen als der gesundheitlichen Erfordernis, sagen die Kritiker. Prof. Dr. Marian Horzinek von der tierärztlichen Fakultät der Universität Utrecht zu den Gründen: "Es ist die wissenschaftliche Einsicht, die einem sagt, es ist nicht notwendig, jährlich zu impfen. Man könnte mit längeren Intervallen arbeiten, aber weder der Tierarzt, der gerne seinen Klienten einmal pro Jahr sehen will, noch die Impfstoffwerke haben ein Interesse daran, weniger häufig zu impfen." Und Tierärzte, die mit einem Auge auf die amerikanischen Forschungen auf verlängerte Impfintervalle wechseln wollen, haben keinen Rückhalt (medizinische Verantwortung für den Impfschutz) bei den Impfstoffherstellern. Die stecken natürlich kein Geld in die Forschung darüber, wie lange ihre Impfstoffe tatsächlich wirken, denn das würde den Umsatz nicht steigern, sondern senken...

Auch in Amerika wurde diese Impfpraxis in den letzten Jahren heftig diskutiert. Vorläufiges Ergebnis der Debatte waren neue Impfrichtlinien, nach denen inzwischen an den meisten amerikanischen Hochschul-Veterinärkliniken verfahren wird. Sie beinhalten, dass Katzen in der Regel nicht mehr jedes Jahr, sondern nur noch alle drei Jahre geimpft werden sollen.

Weitere Infos zu dem Thema finden sich unter anderem unter:

www.miau.de/tips/gesund/impfen.html

Die letztendliche Entscheidung ob, wann und wie oft unsere Tiere geimpft werden, müssen wir Halter selbst treffen. Wir können uns Rat aus der Wissenschaft, vom behandelnden Tierarzt und von anderen Haltern holen, entscheiden müssen wir schließlich selbst. Und dabei muss jeder für sein Tier die Verantwortung tragen. Die Impfstoffhersteller garantieren (wenn überhaupt) für die Wirksamkeit ihres Impfstoffes nur für ein Jahr. Kommt es bei längeren Intervallen zu Erkrankungen, lehnen Pharmaindustrie und Tierarzt die Verantwortung dafür ab. Andererseits sind auch die Impfungen nicht ohne Risiko. Vor allem die Impfsarkome (bösartige Geschwulste an der Einstichstelle) stellen eine ernstzunehmende Gefahr für Gesundheit und Leben des Tieres dar. Hauptsächlich treten diese infolge von Leukose- und Tollwutimpfung auf, aber auch bei anderen Impfungen und sonstigen Injektionen sind schon derartige Krebserkrankungen aufgetreten.

Informationen zum Fibrosarkom:

www.fibrosarkom.de/fibrosarkome/ursachen/main.html

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Etwas Fachwissen zur Katzenernährung

Abstammung der Europäischen Hauskatze
Die Katze gehört wie der Hund in die zoologische Ordnung der Carnivora und ist im Unterschied zu diesem ein echter Carnivore, d.h. sie braucht Fleisch. Sie erlegt vorwiegend kleine Beutetiere, die sie als Einzelgängerin im Unterschied zum eilig fressenden Meutetier Hund in Ruhe verzehrt. Dabei frisst sie, auch dies im Unterschied zum Hund, die Eingeweide kaum.

Eine 3.5 kg schwere Katze braucht etwa 1250 kJ Energie/Tag, eine Maus liefert etwa 125 kJ. Das bedeutet, dass eine sich nur von Mäusen ernährende Katze täglich etwa 10 - 12 Mäuse fangen muss.

Unsere Hauskatze stammt nicht von der Europäischen Wildkatze, sondern von der nubischen Falbkatze ab. Spätere Einkreuzungen der Europäischen Wildkatze beeinflussten jedoch das heutige Erscheinungsbild der europäischen Hauskatze.

Besonderheiten im Stoffwechsel
Die Katze weist einige Stoffwechselbesonderheiten auf, welche die Unerlässlichkeit von Futtermitteln tierischer Herkunft in der Nahrung der Katze belegen, und die zeigen, dass sich die Ernährungsansprüche deutlich von denen des Hundes unterscheiden:

  • intensive Gluconeogenese aus Aminosäuren
  • hoher Proteinbedarf wegen des intensiven Aminosäurenkatabolismus
  • fehlende Adaptation der katabolen Enzyme bei Proteinmangel
  • Arginin als essentielle Aminosäure
  • Taurin (= b-Aminosulfonsäure) essentiell
  • Arachidonsäure als essentielle Fettsäure
  • keine Vitamin A-Synthese aus b-Carotin
  • keine Niacin-Synthese aus Tryptophan
  • hohe Konzentrierungskapazität der Niere

Diese Besonderheiten zeigen die Adaptation der Wildform unserer Hauskatzen an das Beutetier als Nahrungsquelle. Die Beute enthielt immer Protein, Taurin und Vitamin A, die beide in der Pflanzenwelt nicht vorkommen, im Überschuss. Das sparsame "Haushalten" mit Wasser ist durch die klimatischen Bedingungen (aride Zone) gegeben, in denen die Nubische Falbkatze lebte. Die Katze ist ein fettliebender Karnivore und deckt den größten Teil ihres Wasserbedarfs über die Nahrung.

Glucose-Stoffwechsel
Während Katzenwelpen etwa 20 % der Energie mit der Lactose aufnehmen, beträgt der Kohlenhydratanteil der natürlichen Nahrung von Katzen (Beutetier) nur etwa 1 - 2 % und trägt somit kaum etwas zur Energieversorgung bei. Im Unterschied dazu enthalten insbesondere kommerzielle Trockenfutter für Katzen bis zu 40 oder sogar 60 % Kohlenhydrate. Ausgewachsene Katzen brauchen keine Kohlenhydrate als Glucosequelle, sofern die Proteinzufuhr für die ständige Gluconeogenese genügt.

Protein-Stoffwechsel
Katzen haben einen höheren Proteinbedarf als die andern Haustiere, weil sie ständig Aminosäuren für die Gluconeogenese brauchen. Dabei sind die Enzyme des Aminosäurenabbaus und des Harnstoffzyklus von Natur aus an hohe Proteingehalte in der Nahrung adaptiert und ihre Aktivität bleibt auf unverändert hohem Niveau, unabhängig davon, ob viel oder wenig Protein mit dem Futter aufgenommen wird.

Taurin
Die Katze kann die Taurin nicht wie andere Tierarten aus den schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin bilden, da sie diese für andere Prozesse in großen Mengen verbraucht. Bei Fertigfutter muss Taurin nach dem Garen zugesetzt werden, da es beim Kochen zerstört wird. Faserreiche Nahrung (= mit vielen Pflanzenstoffen) führt zu erhöhtem Taurinverbrauch.

Fettstoffwechsel
Die Katze kann hohe Fettmengen (bis 64 % in der Trockensubstanz) tolerieren und auch gut verwerten. Die Akzeptanz des Futters hängt entscheidend vom Fettgehalt und von der Art des Fettes ab. Fette mit mittellangkettigen Fettsäuren (z.B. Butter, Kokosfett) werden nicht gerne gefressen. Bevorzugt werden tierische Fette. Katzen brauchen viel Fett und vor allem auch viele hochungestättigte Fettsäuren. Das wiederum bewirkt, dass der Bedarf der Katze an Antioxidantien (Vitamin E und Selen) ebenfalls hoch ist.

Vitamine
Die Katze kann Vitamin A und Niacin nicht selbst bilden und ist darauf angewiesen, diese Stoffe aus tierischer Nahrung zu bekommen.

Energiebedarf der Katze
Der energetische Erhaltungsbedarf adulter Katzen beträgt ca. 149 - 204 kJ UE/kg LM/d. Im Einzelfall hängt der effektive Energiebedarf jedoch nicht nur von der Lebendmasse der Katze sondern von verschiedenen zusätzlichen Faktoren wie Alter, Aktivität, Dichte des Haarkleides, Umgebungstemperatur usw. ab, sowie davon, ob die Katze kastriert ist oder nicht. Kastrierte Tiere haben einen niedrigeren Erhaltungsbedarf.

Ernährungstipps
Die Katze kann mit selbstzubereitetem Futter ernährt werden. Dabei müssen ihre ernährungsphysiologischen Besonderheiten beachtet werden; sie ist ein fettliebender Karnivore, die den grössten Teil ihres Wasserbedarfs mit der Nahrung deckt. Die Katze braucht eine hochwertige proteinreiche Feuchtnahrung auf der Basis von Fleisch.

Einfacher ist es, die Katze mit käuflichen Alleinfuttermitteln zu ernähren. Dabei scheint Dosenfutter eher besser geeignet zu sein als Trockenfutter, weil die Katze mit dem Feuchtfutter mehr Wasser aufnimmt. Hundefutter ist für Katzen ungeeignet, abgesehen von der falschen Zusammensetzung könnte es Konservierungsstoffe enthalten, die für Katzen giftig sind (Benzoesäure, Propylenglykol).

Katzen haben als Fleischfresser einen sauren Harn-pH. Kommerzielle Trockenfutter enthalten oft viele pflanzliche Produkte und produzieren deshalb einen alkalischen Urin. Um den Harn anzusäuern, wird NH4Cl und/oder Methionin zugesetzt. Ein korrekt formuliertes Katzenfutter sollte auch bei ad libitum-Fütterung einen Harn-pH von < 7.0 ergeben.

Hinweise zur Fütterung
Bei ad libitum-Fütterung frisst eine Katze 10 - 20 kleine Portionen während 24 Stunden, wobei kein Unterschied zwischen Tag und Nacht auszumachen ist (die Katze hat generell keinen Tag-Nacht-Rhythmus). Adulte Katzen sollten 2 Mal täglich gefüttert werden, wie dies die meisten Besitzer auch machen. Die Futteraufnahme richtet sich nach der Energiedichte des Futters. Katzen können ihre Energieaufnahme ziemlich gut regulieren, darum kommt Adipositas bei der Katze seltener als beim Hund vor.

Vor oder nach dem Absetzen werden gewisse Futterpräferenzen konditioniert. Es ist darum günstig, wenn in dieser Zeit möglichst abwechslungsreich gefüttert wird. So können fixierte Futterpräferenzen vemieden werden.

Wasser
Die Katze nimmt von Natur aus den grössten Teil des Wassers zusammen mit der Nahrung auf. Wird Trockenfutter verabreicht, kompensiert die Katze die geringere "Nahrungswasseraufnahme" nicht, indem sie mehr säuft. Eine ungenügende Wasseraufnahme führt zu einer Harnkonzentration und begünstigt das Auftreten der Feline lower urinary tract disease (FLUTD).

Quelle: Skript für Studierende der Veterinärmedizin an der Universität Zürich, Prof. Dr. M. Wanner, Institut für Tierernährung. Stand Sommersemester 2003

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Ernährungstipps

Wasser
Frisches Wasser ist das einzig richtige Getränk für Katzen. Kuhmilch wird von den meisten Katzen nicht vertragen (führt zu Durchfall aufgrund des Lactosegehaltes) und ist außerdem eher ein Nahrungsmittel als ein Getränk. Auch die im Handel erhältliche lactosereduzierte Katzenmilch ist ein Ergänzungsfutter/Snack, kein Getränk.

Die Katze sollte immer Zugang zu frischem Wasser haben. Am besten bietet man der Katze 2 oder mehr "Wasserstellen" an, die nicht direkt neben dem Futternapf sind, da auch in der Natur die Katze Wasser selten direkt neben dem Futter findet. Eine Katze sollte je nach Nassfutteranteil ca. 0,2 bis 0,4 l Wasser trinken. Besonders wichtig ist das bei Katern, die zu Blasensteinbildung neigen, wenn sie zu wenig trinken.

Manche Katzen bevorzugen es, wenn das Wasser nicht direkt aus dem Hahn kommt, sondern schon ein wenig gestanden hat. Viele Katzen trinken auch gerne direkt aus dem tropfenden Hahn, der Gießkanne, usw. Das der Wassernapf täglich ausgewischt und aufgefüllt wird, versteht sich von selbst. Wassernäpfe sollten nicht zu klein sein und aus Keramik, Glas oder Metall bestehen.

Futter
Fertiges Katzenfutter gibt es in Form von Nassfutter und Trockenfutter. Trockenfutter enthält sehr viele pflanzliche Bestandteile, was den Stoffwechsel der Katze belastet. Daher ist es unserer Ansicht nach als Alleinfutter nicht gut geeignet. Vor allem bei kastrierten Katern verstärkt es u. U. das Risiko von Blasenproblemen, da die Tiere nicht genügend Flüssigkeit aufnehmen und die Harnwege nicht ausreichend gespült werden bzw. der Urin zu konzentriert ist und zu lange in der Blase verweilt.

Trockenfutter vermindert auch nicht, wie oft angenommen, die Bildung von Zahnstein. Dies ist eine angeborene Veranlagung und kann durch Fertigfutter nur wenig beeinflusst werden.

Einige Fertigfutter-Marken werden in Sorten angeboten, die die Bildung von Haarbällen vermindern sollen (Indoor oder Hairball Control). Diese Sorten sollten nicht dauernd gegeben werden, da sie so funktionieren, dass die Verweildauer der Nahrung im Darm verkürzt wird. Dies kann auf die Dauer zu Mangelerscheinungen führen. Mehr über Haarbälle im Kapitel Gesundheit.

Nassfutter
Nassfutter wird in Dosen oder Softpacks angeboten. Das meiste Futter, dass in Supermärkten angeboten wird, ist leider nicht sehr hochwertig, was die Zusammensetzung angeht. Natürlich wird die Katze an solchem Futter nicht sterben, aber eine optimale Ernährung ist damit nicht gewährleistet. Das Wüstentier Katze hat ein sehr empfindliches Verdauungssystem, das auf hochwertige und leicht verdauliche Eiweißquellen angewiesen ist. Kommt das Protein im Futter aus minderwertiger Quelle (z.B. Schweinefleisch oder Schlachtabfälle), belastet dies Leber und Niere der Katze. Nierenversagen ist eine Haupttodesursache für Katzen ab 12 Jahren, die mit besserer Ernährung vielleicht älter geworden wären.

Eine weitere Belastung sind die chemischen Zusatzstoffe, die dem minderwertigen Futter beigemischt werden müssen, damit die Katze es auch so begierig frisst wie in der Werbung versprochen. Diese Stoffe stellen eine weitere Belastung für Leber und Nieren dar und sind teilweise sogar krebserregend. Auch Futtermittelallergien werden so gefördert, so dass man lieber ein Produkt wählen sollte, dass aus nur 3 oder 4 verschiedenen Bestandteilen besteht. Detaillierte Informationen über die Vorteile von Premiumfutter finden Sie auf den Seiten von Cat's Country. Noch besser wäre es, für die Katze selbst zu kochen oder sie mit rohem Fleisch und Innereien zu füttern. Wie das geht und was die Vorteile sind, wird auf dieser Seite erläutert: www.savannahcats.de/katzenernaehrung.html

Viele Katzenhalter scheuen die höheren Kosten des hochwertigen Futters (sogenanntes Premiumfutter). Allerdings braucht die Katze vom besseren Futter viel weniger und produziert auch viel weniger Kot, was wiederum Streu und Geruchsbelästigung spart.

In unseren Augen sind u.a. folgende Futtermarken empfehlenswert: Almo Nature, Cosma, Prairie Brand, Felidae, California Natural, Nutro, GreenFish, Spot's Stew.

Wer darauf achten möchte, dass für das Futter keine Tierversuche gemacht werden, kann eine entsprechende Positivliste auf den Seiten der Organisation PETA finden.

Trockenfutter
Wie schon erwähnt halten wir Trockenfutter für ungeeignet, da es zu viele pflanzliche Bestandteile enthält. Eine teilweise Ernährung mit Trockenfutter ist sicher nicht schädlich, vergleichen Sie aber die Inhaltsstoffe und wählen Sie eines, welches möglichst wenig Pflanzliches enthält und auch den pH-Wert des Urins richtig einstellt.

Selber kochen für Katzen?
Auch das ist möglich, wenn man sich die Mühe macht das Futter katzengerecht zusammenzustellen. Einige Links und Buchtipps finden Sie auf dieser Seite unter Links bzw. Literatur.

Futternäpfe
sollten flach und aus Keramik, Glas oder Metall sein. Eine Matte unter dem Napf schützt den Fußboden vor Verschmutzung. Der ideale Futterplatz ist in einer ruhigen zugfreien Ecke ohne Teppichboden. Der Futterplatz sollte nicht zu nah am Katzenklo sein.

Fütterungszeiten
Es ist nicht gut, wenn die Katze immer Futter zur Verfügung hat. Eine gesunde Katze (ab einem Alter von 4 Monaten), die kein Übergewicht hat, sollte 2 Mal am Tag eine Portion Futter bekommen, die man aber nur für ca. 30-60 Minuten stehenlässt. Jungtiere bekommen 5 Mahlzeiten. Ständige Verfügbarkeit von Futter belastet den Verdauungsapparat und führt unter Umständen zu Übergewicht oder mäkeligem Fressen. Mehr dazu im Kapitel Probleme mit Katzen.

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Gesundheit

Wichtig für die Gesundheit einer Katze sind ein ausgeglichenes, artgerechtes Zuhause, viel Zuwendung und eine gesunde Ernährung. Trotzdem können Katzen gesundheitliche Probleme entwickeln. Hier einige kurze Stichpunkte zu den wichtigsten Themen.

Infektionskrankheiten - Parasiten - Haarbälle - Krallen - Zahnstein

Infektionskrankheiten

Katzenschnupfen
Der Name ist irreführend, denn die Erkrankung ist nicht mit menschlichem Schnupfen zu vergleichen. Verschiedene Viren und Bakterien, unter anderem Herpesviren sind für diese Krankheit verantwortlich.

Übertragung
Durch Tröpfcheninfektion (Nasensekret, Speichel)

Krankheitsverlauf
Ca. 4-6 Tage nach der Infektion tränende Augen, Speichelfluss, zuerst wässriger dann eitriger Nasenausfluss und Fieber. Die Katze frisst nicht, weil die Mundschleimhaut gereizt ist und weil sie kaum noch etwas riechen kann. Die Krankheitsdauer beträgt durchschnittlich 10 Tage, sie kann jedoch bei immunschwachen und jungen Tieren in eine chronische Erkrankung übergehen, vor allem wenn Herpesviren am Schnupfenkomplex beteiligt sind.

Behandlung
Antibiotika gegen die Bakterien, homöopathische Unterstützung der körpereigenen Abwehr gegen die Viren. Augensalbe bei starkem Augenausfluss, da sonst die Hornhaut beschädigt werden kann. Wenn die Katze nicht frisst und trinkt muss sie künstlich ernährt werden.

Vorbeugung
Impfung, diese bietet zwar keinen 100%igen Schutz, ist aber wichtig

Chronischer Katzenschnupfen
Beim so genannten "Katzenschnupfen" handelt es sich um eine Komplexerkrankung, ähnlich den Grippeerkrankungen beim Menschen. Außer den Haupterregern wie Herpes-, Calici- und Panleukopenieviren beteiligen sich sekundär auch diverse Bakterien.

Werden gesunde Katzen richtig grundimmunisiert, haben sie einen relativ guten, jedoch nicht 100%igen Schutz, da es ziemlich viele Erreger mit unterschiedlichen Stämmen gibt. Kommt eine erkrankte Katze in den Haushalt, entsteht ein hoher Infektionsdruck, oftmals in Verbindung mit Stress, was eine Ansteckung erleichtert. Gerade "Bauernhofkatzen" sind häufig chronisch an Katzenschnupfen erkrankt und infizieren von Anfang an ihre Welpen. Überstehen die Katzenwelpen die ersten Lebensmonate, so verläuft die Erkrankung meist chronisch mit mehr oder weniger starken Schüben.

Zur Bekämpfung des Katzenschnupfens gibt es diverse Möglichkeiten:

Klinisch gesunde Welpen ab der 8. Lebenswoche kann man zur Grundimmunisierung impfen (2 x im Abstand von ca. 4 Wochen). Steckt sich die Katze in der Zeit bis sich ein körpereigener Schutz aufbaut nicht an, hat sie gute Aussichten, zumindest nicht stark am Katzenschnupfen zu erkranken.

Sind die Kätzchen schon erkrankt, bevor sie geimpft werden können, kann man versuchen mit Injektionen von Antikörpern (Feliserin) gegen Panleukopenie- u. Caliciviren direkt gegen beteiligte Viren vorzugehen. Kommt es zu eitrigen Sekundärinfektionen, ist eine Antibiose angebracht.

Eine andere Behandlungsschiene wäre, das körpereigene Immunsystem anzuregen, in der Hoffnung, dass der Patient mit den Erregern fertig wird.

Kostengünstig, aber auch sehr fragwürdig, was die Wirkung anbelangt, wären pflanzliche Präparate wie z.B. Echinacinprodukte.

Teilweise gute Erfolge gibt es mit Paraimmunitätsinducern wie Zylexis/Baypamune oder Interferon. Es gibt verschiedene Behandlungsschemata, z.B. mehrmalige Injektionen oder aus den Präparaten zubereitete Nasen- bzw. Augentropfen. Die Erfolge sind oft sehr gut, die Behandlung ist aber verhältnismäßig teuer.

In bestimmten Fällen ist die Sachlage anders: dann haben die Katzen zwar Symptome der Katzenschnupfenerkrankung, sind aber ansonsten munter. Dann besteht nämlich die Infektion schon zu lange, bzw. von Kindheit an, und das körpereigene Immunsystem betrachtet die Erreger nicht mehr als Feinde und unternimmt nichts mehr gegen sie. Solche Tiere laufen als so genannte chronische "Virusmutterschiffe" durch die Gegend, haben selbst so gut wie keine ernsthaften Probleme, können andere Katzen aber infizieren.

Typische Zeichen sind: Fehlen einer Fieberreaktion, normaler Appetit und Bewegungsdrang. Äußerliche Symptome sind meist tränende Augen, Rotz, Niesen und manchmal Speichelfluss wegen Geschwüren auf der Zunge. Schubweise, v.a. bei nasskaltem Wetter, kommt es zur bakteriellen Besiedelung der Schleimhäute, was zu eitrigem Ausfluss führt. Bei diesen Patienten kann man meist nur bei Bedarf die Sekundärinfektionen mit Antibiotika zurückdrängen. Eine Anregung des Immunsystems bringt hier außer hohen Kosten i. d. R. keine Linderung, da das Immunsystem die Erreger gar nicht mehr als krankmachend erkennt und folglich auch nicht angreift.

Katzenseuche (Panleukopenie, Parvovirose)
Der Erreger der Katzenseuche ist ein Parvovirus, der gegenüber äußeren Einflüssen extrem widerstandsfähig ist. Er überlebt Monate bis Jahre bei Zimmertemperatur und ist gegen die meisten üblichen Desinfektionsmittel unempfindlich. Die Todesfallrate bei der Katzenseuche ist sehr hoch. Ohne Intensivtherapie bestehen kaum Überlebenschancen.

Krankheitsverlauf
Die Erkrankung kann so rasant verlaufen, dass die - meist jungen - Katzen innerhalb von wenigen Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eingehen. Typische erste Krankheitsanzeichen: Verweigerung der Nahrungsaufnahme, Teilnahmslosigkeit und allgemeine Unlust, hohes Fieber (40 - 41 °), mehr oder weniger starkes Erbrechen, allenfalls Durchfall. Tierärztliche Hilfe ist dringend notwendig. Dem Erbrechen und Durchfall folgt nämlich eine lebensbedrohliche Austrocknung, die nicht mehr durch Flüssigkeitsaufnahme allein kompensiert werden kann.

Vorbeugung
Schutzimpfung

Leukose
Bei einer Leukose handelt es sich ganz allgemein um einen bösartigen Tumor von Blutzellen. Die häufigste Ursache für leukotische Tumoren ist bei der Katze die Infektion mit dem felinen Leukämievirus (FeLV). Wie bei allen Tieren gibt es aber auch bei der Katze Leukoseformen, bei denen eine Ursache nicht zu ermitteln ist.

Übertragung
Über alle Körpersekrete, am häufigsten über Speichel (Futternäpfe, Bisswunden, Deckakt). Am empfänglichsten sind Jungkatzen unter 16 Wochen. Ältere Tiere können aber bei hohem Infektionsdruck, das heißt bei vielen Leukose-positiven Katzen in ihrem Revier angesteckt werden.

Krankheitsverlauf
Bei den klinischen Symptomen muss zwischen primären, das heißt durch das Leukosevirus verursachten, und sekundären, sprich Folgen der Erkrankung unterschieden werden.
Primär kommt es zu Veränderungen in den Organsystemen, in denen sich das Virus gut vermehrt. Dies ist v. a. das Knochenmark, die Lymphknoten und die Milz. Bei jungen Katzen kommt es zu Fibrosarkomen, das sind bösartige Tumoren des Bindegewebes. Auch neurologische (nervale) Symptome und Fertilitätsstörungen (nicht aufnehmen nach Decken, Abortus, etc.) treten auf. Sekundäre Erkrankungen sind Folgen einer Schwächung des Immunsystems und erschweren oft die sofortige Diagnose bzw. Therapie. Es wird angenommen, dass in Mitteleuropa zwischen 50 - 80 % der Katzenpopulation in Kontakt mit dem Virus kommt, von denen sich etwa 70 % infizieren.

Behandlung
Eine Therapie die zur sicheren Heilung der Leukose führt gibt es nicht. Mittels verschiedener Medikamente, welche ähnlich sind wie jene bei an Aids erkrankten Menschen kann ein Ausbruch der Erkrankung verzögert werden.

Vorbeugung
Sicher geschützt vor Leukose sind Katzen nur, wenn sie geimpft werden bevor sie je Kontakt mit einem Leukosevirus hatten. Deshalb sollte jede frei laufende Katze auch gegen Leukose geimpft werden. Für Katzen die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden und auch nicht in eine Tierpension oder Tierheim gegeben werden, besteht keine Infektionsgefahr.

FIP (Infektiöse Bauchwassersucht)
Die feline infektiöse Peritonitis (kurz FIP) ist eine immer tödlich verlaufende, hochansteckende Viruserkrankung der Katze, die durch ein Coronavirus hervorgerufen wird.

Übertragung
Durch den direkten oder indirekten (Näpfe, Katzenklos) Kontakt mit Kot oder Speichel infizierter Tiere. Nicht alle infizierten Tiere erkranken dann auch, das hängt von verschiedenen Faktoren wie Anzahl der aufgenommenen Viren oder Konstitution des Tieres ab. Besonders gefährdet sind daher freilaufende Katzen und solche, die in Gruppen gehalten werden. Der Ausbruch der Krankheit kann längere Zeit nach der Infektion erfolgen, manchmal ausgelöst durch Stress.

Krankheitsverlauf
Es gibt eine feuchte und eine trockene Form von FIP. In ca. 95% der Fälle kommt es zu der feuchten Form, bei der der Bauchumfang der Katze durch Flüssigkeitsansammlung stark zunimmt. Die Katze frisst nicht, hat Fieber und magert schnell ab. Die trockene Form hat unspezifische Symptome wie knotige Veränderungen an verschiedenen Organen, besonders an Leber, Niere und Milz; Fieberschübe; Gleichgewichtsstörungen, Nickhautvorfälle, Veränderungen an Hornhaut und Netzhaut sowie Lähmungen oder Krämpfe. Nach 1 - 12 Wochen Krankheitsdauer kommt es zum Tod.

FIP ist durch einen Antikörpernachweis nicht eindeutig zu diagnostizieren, es müssen verschiedene Bluttests durchgeführt werden.

Vorbeugung
Es wird eine Impfung angeboten, bei der ein Lebendimpfstoff in die Nase geträufelt wird und dort eine Blockade für eindringende Viren bildet. Diese Impfung ist aber kein 100%iger Schutz und wird zur Zeit nur für jüngere, FIP-negative Tiere angeraten, die in Gruppen gehalten werden sollen (z.B. bei einem Züchter).

FIV (Katzenaids)
Das feline Immunschwäche-Virus (FIV) ist mit dem HIV des Menschen verwandt. FIV ist aber nicht auf Menschen übertragbar. Wie bei HIV vergehen auch bei FIV oft viele Jahre nach der Ansteckung, bis die Krankheit ausbricht.

Übertragung
Von Tier zu Tier durch Bisse, den Deckakt (noch nicht ganz geklärt aber wahrscheinlich) und von der trächtigen Katze über die Plazenta oder Muttermilch an die Welpen. Besonders gefährdet sind freilaufende Katzen, die oft im Kämpfe verwickelt sind.

Krankheitsverlauf
Das Virus befällt das Lymphsystem und schwächt die Immunabwehr. Krankheitsanzeichen sind z.B. Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen sowie bakterielle Infektionen von Haut, Harnblase und Atmungsapparat. Häufig treten Durchfall oder zentralnervöse Störungen auf, später dann tumoröse Lymphknotenveränderungen und Nierenversagen.

Behandlung
Das Virus kann anhand von Antikörpern im Blut der Katze nachgewiesen werden. Es gibt keine wirksame Behandlung für diese Krankheit, man kann nur versuchen, das Immunsystem zu stärken.

Vorbeugung
Einen Impfstoff gibt es nicht.

Tollwut
Die Tollwut ist eine virusbedingte Infektionskrankheit, die durch den Speichel infizierter Tiere, in der Regel durch Biss oder Kratzen übertragen wird. Intakte Haut kann vom Tollwut-Virus nicht durchdrungen werden. Leider kann Tollwut auch auf den Menschen übertragen werden. Nahezu alle Säugetiere und auch Vögel können an der Tollwut erkranken. Sie wird vornehmlich durch Fleischfresser übertragen, an erster Stelle steht der Fuchs. Tollwut ist anzeigepflichtig.

Krankheitsverlauf
Die Inkubationszeit beträgt zwischen acht Tagen und zwei Monaten, kann aber auch länger sein. Infizierte Tiere werden nervös und scheu, haben Schluckbeschwerden und vermehrten Speichelfluss. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die Tiere aggressiv, beißen und schnappen nach Artgenossen und Menschen. Kurz vor ihrem Tod, der nach kurzem Krankheitsverlauf folgt, treten hochgradige Lähmungserscheinungen auf. Eine Behandlung ist nicht möglich.

Vorbeugung
Wenn Ihre Katze Freilauf hat, muss sie unbedingt gegen Tollwut geimpft werden. Weiterhin sollte man auch bedenken, dass wenn Tollwut z.B. bei einem Tier in einer Katzenpension festgestellt wird, alle nicht geimpften Tiere dort eingeschläfert werden müssen.

Parasiten

Flöhe
Durch Kontakt mit anderen befallenen Tieren können Katzen von Katzenflöhen (Ctenocephalides felis) befallen werden. Die Katze kratzt und leckt sich dann häufig. Es kann vorkommen, dass sie sich blutig kratzt (z.B. am Hals) oder das Fell am Bauch wegleckt. Katzenwelpen mit starkem Flohbefall sind durch den Blutverlust durch Flohbisse akut gefährdet.

Man kann leicht selbst feststellen, ob eine Katze Flöhe hat: man nehme die Katze und stelle sie auf eine weiße Unterlage (Badewanne, weißes Handtuch, etc.). Nun kämme man das Fell gründlich durch, vor allem am Hals und am Bauch. Wenn jetzt kleine schwarze Pünktchen auf die weiße Unterlage fallen, dann ist das Flohkot. Man kann es prüfen, indem man die Pünktchen mit Wasser befeuchtet - sie verfärben sich rötlich, denn Flöhe ernähren sich ja von Blut.

Wenn Flohbefall festgestellt wird, hilft meist nur die "chemische Keule". Beim Tierarzt bekommt man ein Mittel, das man der Katze in den Nacken träufelt (sogenannte Spot-On-Präparate). Dies hilft schnell. Gleichzeitig sollte man die Hauptliegeplätze der Katze behandeln, entweder mit einem Spray oder mit Waschen der Decken bei 95° und täglichem gründlichem Staubsaugen für mehrere Wochen (Staubsauger ebenfalls behandeln). Rund 90 Prozent der erwachsenen Flöhe und ihrer Brut halten sich in Bodenritzen, Teppichen und je nach Erziehungsprinzip auch in den Betten der Tierbesitzer auf. Werden sie dort nicht zuverlässig ausgerottet, kommt es zu ständigem Neubefall. Die Flohbekämpfung ist nach ca. 2 Wochen zu wiederholen. Außerdem sollte nach erfolgreicher Flohbekämpfung auch entwurmt werden, denn der Floh ist ein Zwischenwirt des Bandwurmes.

Würmer
Katzen infizieren sich mit Würmern, indem sie Tiere mit verkapselten Wurmlarven im Körper fressen (z.B. Flöhe). Am häufigsten werden Katzen vom Bandwurm oder Spulwurm befallen. Der Besitzer merkt es dann, wenn er Bandwurmglieder (treten aus dem After aus) oder ganze Spulwürmer (werden oft ausgebrochen oder ausgeniest) zu sehen bekommt. Eine Wurmkur in Form einer Tablette oder Spritze schafft schnell Abhilfe.

Auch Wohnungskatzen können Würmer bekommen. Fast jede Katze bekommt während der Schwangerschaft u. während der Säugeperiode von ihrer Mutter Spulwurmlarven übertragen. Diese siedeln sich in der Muskulatur an. Dort schädigen sie nicht, sind auch mit keinem Mittel behandelbar.

Aus der Muskulatur wandern lebenslänglich schubweise Larven aus
a) in die Milchdrüse u. Gebärmutter bei trächtigen Kätzinnen um die Welpen zu infizieren.
b) in den Verdauungstrakt um Blut zu saugen und sich zu vermehren. Von dort werden sie und auch ihre Eier mit dem Kot oder durch Erbrechen ausgeschieden und können durch andere Tiere oder auch Menschen (vor allem Kinder) aufgenommen werden.

Durch diesen Zyklus bedingt, sind auch Wohnungskatzen hin und wieder von Spulwürmern befallen, unabhängig von der Nahrung, die sie aufnehmen. Eine erwachsene, organisch gesunde Katze wird durch Wurmbefall nicht erkranken; für den Fall aber, dass die Katze durch eine andere Krankheit geschwächt ist, geben die Würmer als "Trittbrettfahrer" noch zusätzlich "eins drauf".

Es gibt leider keine Wurmkur, die eine anhaltende Wirkung hat. Man kann immer nur das behandeln, was sich momentan im Verdauungstrakt befindet. Über die Häufigkeit kann man sich streiten. Bei Krabbelkindern im Haushalt sollte man lieber mal öfter entwurmen. Die Entwurmungsmittel sind durchweg gut verträglich. Bei starkem Wurmbefall kann es mal zu Erbrechen od. Durchfall kommen, denn jeder abgetöteter Wurm hinterlässt eine kleine Verletzung an der Schleimhaut.

Bandwürmer sind obligat zweiwirtig, d. h. die Katze muss entweder eine Maus oder einen Floh mit einer Bandwurmfinne aufnehmen um dann möglicherweise nach ca. 14 Tagen einen Bandwurm zu bekommen. Bandwurmglieder wandern aktiv aus dem After aus. Falls man das sieht (bei reinen Wohnungskatzen selten), sollte man mit einem geeignetem Mittel entwurmen.

Ohrmilben
Diese kleinen Milben, wissenschaftlich Otodectes cynotis genannt, sind eine der verbreitetsten Parasiten der Fleischfresser. Befallen werden meistens der äußere Gehörgang und die innere Ohrmuschel. Vereinzelt findet man die Parasiten auch in Stirn- und Augengegend.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Kontakt von Tier zu Tier, auch von Hund zu Katze oder umgekehrt. Symptome sind Kopfschütteln und Kratzen sowie ein schwarzer Belag in der Ohrmuschel, der Gehörgang entzündet sich. Durch Kratzen entstehen dann nässende Ekzeme am Ohrrand, Ohrgrund und Wange sowie Blutergüsse. In schweren Fällen kommt es zum Durchbruch des Trommelfelles, zu Mittelohrentzündung und Taubheit. Beim Tierarzt werden die Ohren gereinigt und anschließend mit Salbe oder Lotion behandelt. Diese Medikamente enthalten einen Wirkstoff, der die Milben abtötet, den Juckreiz mildert und die Heilung fördert. Eine mehrfache Anwendung sollte über mehrere Tage erfolgen.

Haarbälle

Beim Putzen nehmen Katzen Haare auf, je nachdem wie sehr sie haaren mal mehr und mal weniger. Diese Haare können sich im Magen zu Haarbällen verbinden, die dann ausgewürgt werden. Wird der Haarball zu groß, kann dies zu Problemen führen. Man kann der Katze behilflich sein, in dem man ihr Katzengras anbietet. Alternativ kann man ca. 1x pro Woche Malzpaste geben, die dazu führt, dass die Haare mit dem Stuhl abgehen. Spezielles Futter mit "Hairball Control" oder ähnlichem sollte nicht dauernd gegeben werden, da es die Verweildauer der Nahrung im Darm verkürzt und so auf lange Sicht zu Mangelerscheinungen führen könnte.

Krallen

Katzenkrallen wachsen ständig nach und werden abgenutzt. Beim Kratzen am Kratzbaum fällt dann eine Art Hülle ab, darunter ist die Kralle frisch, spitz und neu. Nur wenn die Krallen so lang werden, dass es die Katze behindert, muss man die Krallen schneiden (z.B. wenn sie dauernd am Teppich hängen bleiben). Das kann bei Wohnungskatzen, älteren und/oder wenig aktiven Katzen passieren. Viele Katzen lassen es freiwillig mit sich machen, aber nicht alle.

Das Krallenschneiden ist KEINE Tierquälerei. Die Kralle bleibt ja da, nur das überschüssige wird abgeschnitten (vergleichbar mit dem Nägelschneiden beim Menschen). Das operative Krallenentfernen (wie z.B. in den USA häufig praktiziert) ist meiner Ansicht nach Tierquälerei.

Falls die Krallen zu lang werden, kann man sie wie gesagt selber schneiden, sollte aber folgendes beachten:

  • am besten beim ersten Mal zum Tierarzt gehen und zeigen lassen, das ist nicht teuer
  • benutzen Sie eine spezielle Krallenschere (im Zoofachhandel, ca. 8 EUR). Wenn man normale Nagelknipser benutzt, splittert die Kralle.
  • halten Sie die Katze auf dem Schoß und nehmen Sie ihre Pfote in eine Hand. Drücken Sie leicht, so dass die Krallen ausgefahren werden. Schauen Sie die Kralle an, Sie sehen einen dunkleren Bereich, das ist ein Blutgefäß, das Sie auf keinen Fall verletzen sollen. Schneiden Sie nun mit der Krallenschere die Krallenspitze ab. Nicht zu viel, ca. 2-5 mm, je nach Krallenlänge
  • damit es besser geht nehmen Sie Katze vorher auf den Schoß, solange bis sie eingeschlafen ist
  • machen Sie nicht alle 4 Pfoten auf einmal, hören Sie auf, wenn die Katze genervt ist

Zahnstein

Zahnstein entsteht, wenn sich Zahnbelag auf den Zähnen ablagert und verhärtet. Nicht bei allen Katzen muss eine Zahnsteinbehandlung durchgeführt werden, wenn die Katze nicht zu Zahnstein neigt ist es unnötig. Man kann Zahnstein vorbeugen, indem man der Katze die Zähne putzt (das lassen aber nicht alle mit sich machen) oder viel Trockenfutter gibt, das auch gekaut werden muss. Vorhandener starker Zahnstein sollte vom Tierarzt unter Vollnarkose entfernt werden, was ca. 60-100 EUR kostet.

Folgen unbehandelten Zahnsteins sind Zahnfleischentzündungen, Schäden der Zähne bis zum Zahnausfall, Magen/Darm-Beschwerden wenn Zahnfleisch stark entzündet/vereitert ist sowie ein allgemein schlechter Gesundheitszustand, da die Katze ungern frisst und sich schlecht fühlt.

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Probleme mit Katzen

Meine Katze kratzt an den Möbeln/der Tapete/am Teppich
Wenn Katzen an Stellen kratzen, wo sie es nicht sollen, aber trotzdem ihren Kratzbaum mit Begeisterung nutzen, dann ist das eine schwierige Situation, die man kaum endgültig lösen kann. Das Krallenschärfen hat die Funktion des Markierens und ist außerdem eine lustbetonte Tätigkeit und daher versteht die Katze nur schwer, wenn sie dafür getadelt wird.

Katzenfernhaltesprays und andere "Geruchswaffen" helfen nur begrenzt, man kann ja schließlich nicht die ganze Wohnung einsprühen. Abgesehen davon ist die Wirkung sowieso recht zweifelhaft und von Katze zu Katze verschieden.

Wenn es sich um eine bestimmte Stelle handelt, würde ich empfehlen, dort eine Sisal-Kratzmatte hinzulegen oder aufzuhängen. Wenn nämlich erste Fäden aus dem Stoff/Teppich gezogen werden oder Tapetenfetzen runterhängen, wird die Stelle für die Katze nur noch attraktiver. Wenn die Katze irgendwo die Tapete angekratzt hat, sollte man möglichst schnell wieder drüber streichen, denn sonst macht sie dort garantiert weiter. Die Tapetenfetzen sind einfach zu verführerisch.

Ansonsten sollte man möglichst viele, attraktive Kratzmöglichkeiten anbieten (deckenhoher Kratzbaum ist immer der Renner, Kratzbrett, Sisal-Eckenschoner, etc.). Wenn die Katze diese Möglichkeiten verschmäht, hilft unter Umständen etwas Katzenminze oder Baldrian.

Wenn man die Katze beim Kratzen an einer verbotenen Stelle erwischt, sollte man sie nehmen und zum Kratzbaum tragen. Wenn sie dann dort kratzt, muss man sie loben. Bei hartnäckigen Fällen kann man auch mit der Blumenspritze sprühen, wenn man den Tiger auf frischer Tat ertappt. Schläge und Schreien sind wie immer bei Katzen tabu, damit erreichen Sie gar nichts.

Meine Katze nuckelt an mir/an ihrem Fell
Das Nuckelverhalten ist typisch für Katzen, die zu früh von der Mutter entwöhnt wurden (ideal sind 11-14 Wochen). Es entspricht ungefähr dem Daumenlutschen beim Menschen. Hauskatzen verbleiben seelisch in einer Kinderphase, daher bleibt dieses Verhalten oft auch im Erwachsenenalter noch.

Meine erste Katze Kröti wurde mit 6 Wochen entwöhnt (da Katzenmutter verstorben) und mit der Flasche aufgezogen. Sie hatte die Angewohnheit, sich zusammenzurollen und an einem Büschel Fell an ihrem Knie zu nuckeln.

Rafael, ein kleiner Kater, den wir für ca. 2 Monate bei uns zu Hause hatten, war auch früh entwöhnt und nuckelte an seiner Schlafdecke und unseren Kleidern.

Solange die Katzen an ihrem eigenen Fell nuckeln und dabei keine kahlen Stellen entstehen (was in der Regel nicht passiert, denn sie nuckeln ja und nagen nicht) gibt es keinen Grund, dem Tier diese Eigenart abzugewöhnen. Es wäre auch sehr schwierig. Wenn kahle Stellen entstehen oder die Katze unerträglich Ihre Kleidung vollsabbert, dann kann man sich höchstens vom Tierarzt etwas empfehlen lassen, dass ungiftig ist und der Katze nicht schmeckt (Tinktur irgendeiner Art), was man dann auf die entsprechenden Stellen aufträgt.

Meine Katze weckt mich nachts auf und macht Lärm
Katzen sind von Natur aus nacht- und dämmerungsaktiv, passen sich aber nach einiger Zeit dem Tagesablauf des Menschen an. Die ideale Lösung ist es, den kleinen Tiger vor dem Schlafengehen so richtig "plattzumachen". Wir bevorzugen dazu die Mäuseangel ... nach 20 Minuten Jagd in vollem Galopp, 25 x den Deckenkratzbaum rauf & runter, usw. ist die Meute dann so erledigt, dass Ruhe herrscht.

Wenn die Katze ins Schlafzimmer darf, wird es allerdings immer wieder vorkommen, dass Sie gestört werden ... wenn Ratti Futter, Unterhaltung oder Aufmerksamkeit wünscht. Das ist bei Katzen nun mal so. Ich habe mich - schweren Herzens - dazu entschlossen, das Schlafzimmer zur Tabuzone zu machen, da ich eine Katzenallergie habe. Daher kennen die Katzen es nicht anders und haben sich an den Tages/Nachtablauf gewöhnt. Ich weiß allerdings von meiner vorherigen Katze, dass es sehr schwer ist, im Nachhinein den Zutritt zu verbieten. Wichtig bei der Katzenerziehung ist totale Konsequenz, dass heißt unter Umständen, dass Sie die lärmende Katze über Tage (und Nächte) ignorieren müssen, bevor sie versteht, dass bei Ihnen nachts nichts zu holen ist.

Wie kann ich einer jungen/schüchternen Katze die Eingewöhnung erleichtern?
Wenn die neue Katze noch sehr schüchtern erscheint, behalten Sie sie am besten nur in einem Zimmer. Plazieren Sie Futternapf, Wassernapf, Schlafplatz und Katzenklo in 4 verschiedene Zimmerecken. Bedrängen Sie das Tier nicht, sondern setzen Sie sich etwas entfernt auf den Boden und sprechen Sie leise mit dem Tier. Sie können z.B. etwas aus einem Buch vorlesen. Wenn die Katze dann auf Sie zukommt, greifen Sie nicht gleich nach ihr sondern lassen Sie sie sich erst mal beschnuppern. Dann halten Sie ihr die Finger hin, sie wird dann wahrscheinlich mit dem Kopf daran reiben.

Wenn sie etwas mehr Vertrauen gefasst hat, würde ich mir den Spieltrieb zu nutze machen. Nehmen Sie am besten noch keine Spielzeugmaus oder so, das ist zu groß und würde ihr Angst machen. Am besten ist ein langer Schnürsenkel oder ein Stück Paketschnur. Solche Schnüre sollten aber nicht im Zimmer herumliegen, wenn Sie nicht da sind, da Katzen sie verschlucken könnten, also nach dem Spiel wegräumen.

Weitere Tipps zum Thema junge Katzen:

  • geben Sie hochwertiges Futter. Wechseln Sie hin- und wieder die Marke und Sorte, damit sie nicht wählerisch wird
  • wenn sie sich ein bisschen eingewöhnt hat, stellen Sie sie dem Tierarzt Ihrer Wahl vor. Es ist besser, der Tierarzt sieht das Tier auch mal im gesunden Zustand und man kann die Reaktion des Tieres auf den Arztbesuch mal testen, ohne dass es so dringend ist
  • überfordern Sie die Katze nicht, es ist immer besser wenn die Katze auf Sie zugeht als andersherum
  • gewöhnen Sie sie frühzeitig an einen Kratzbaum. Kratzen an Möbeln und Tapeten dürfen Sie nicht tolerieren. Wenn Sie sie auf frischer Tat erwischen, reicht ein deutliches "Nein" und dann tragen Sie sie zum Kratzbaum benutzen Sie Ihre Hände nicht zum Beutespiel (z.B. unter der Decke), so dass die Katze danach jagt. Wenn sie noch klein ist, mag das lustig sein, wenn sie ausgewachsen ist, ist es nicht mehr lustig. Bringen Sie ihr bei, beim Spielen die Krallen drin zu lassen.

Meine Katze macht ihr Geschäft dorthin, wo sie nicht soll
Unsauberkeit bei Katzen kann verschiedene Gründe haben. Wenn eine körperliche Ursache ausgeschlossen wurde (Blasenentzündung o.ä.), dann könnte es sich um "Protestpinkeln" handeln. Das wiederum könnte aus folgenden Gründen passieren:

  • der Katze passt ihr Katzenklo nicht (falsche Streu, falsche Form, falscher Standort, nicht sauber genug, etc.)
  • etwas in ihrem Leben passt der Katze nicht (zu wenig Aufmerksamkeit, Eifersucht, neue Katze, andere Tiere, sie darf etwas nicht was sie vorher durfte, neuer Mitbewohner, etc.)

Hier gilt es dann, die Ursache zu finden und Abhilfe zu schaffen. Als Unterstützung können Bachblüten hilfreich sein (oder zumindest nicht schaden).

Außerdem gibt es seit kurzem ein Präparat mit künstlichen Gesichtspheromonen von Katzen. Dies kann angewendet werden, wenn die Katze im Haus mit Urin markiert. Man nutzt damit die Tatsache aus, dass Katzen dort, wo sie durch Reiben der Wange markieren, meistens nicht auch mit Urin markieren. Wenn man also dieses Produkt auf die gefährdeten Stellen aufsprüht, glaubt die Katze, dort schon markiert zu haben. Das Produkt gibt es als Lösung zum Sprühen und als Verdampfer für die Steckdose. Es heißt Feliway, ist von der Firma Sanofi und wird von CEVA Tiergesundheit GmbH und der Fa. Heiland vertrieben. Man kann es beim Tierarzt kaufen. Sicherlich ist es kein Wundermittel, aber durchaus einen Versuch wert.

Meine Katze ist gar nicht verschmust / zutraulich
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass wenn Katzen nicht bis zu einem gewissen Alter (3-5 Wochen) positiven Menschenkontakt erfahren haben, sie meist nicht so zutraulich werden. Das äußert sich dann häufig darin, dass sie nicht hochgehoben/festgehalten werden wollen. Viel Geduld, Zurückhaltung und Ruhe können auch den wildesten Wildling handzahm machen.

Katzen mögen es nicht, wenn man sie bedrängt, es ist viel besser, wenn die Katze auf den Menschen zugeht. Wenn man genügend Geduld hat, wird das auch passieren. Man kann sich unterstützend den Spieltrieb (oder die Fresslust) der Katze zu Nutze machen.

Meine Katze frisst nur ein bestimmtes Futter
Wenn man eine Katze hat, die beim Futter sehr wählerisch ist, dann liegt das meist nicht an der Katze. Mäkelige Fresser werden nicht geboren, sondern gemacht. Im Prinzip gilt, dass noch keine gesunde Katze vor dem gefüllten Napf verhungert ist, daher sollte man dieses Verhalten nicht tolerieren.

Wechseln Sie von Anfang an öfters die Futtersorte/-marke (allerdings sollte man nicht dauernd zwischen Supermarktfutter und Premiumfutter wechseln, da dies den Stoffwechsel der Katze stark belastet). Lassen Sie nicht ständig Futter herumstehen, sondern servieren Sie die Portion und nehmen nach spätestens 60 Minuten die Reste weg.

Bestimmte Abneigungen dürfen toleriert werden, wenn die Katze z.B. keinen Fisch mag oder das Futter einer Marke/Sorte ablehnt. Falls die Katze ein Futter nicht verträgt und darauf mit gesundheitlichen Beschwerden (Durchfall, Niesen, Erbrechen) reagiert, sollte man sie natürlich nicht zwingen, es zu fressen. Wenn sie aber einfach nur wählerisch ist, darf man ruhig darauf bestehen, dass sie das Angebotene auch frisst. Bitte die Katze aber nicht länger als 2 Tage hungern lassen, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommen kann.

Meine Katze kratzt/beißt mich plötzlich
Dieses Verhalten tritt meist bei Katzen auf, die sehr auf den Menschen geprägt sind. Scheuere Katzen ziehen sich eher zurück, wenn es ihnen zuviel wird.

Vor allem Katzen, die früh von Mutter und Geschwistern getrennt wurden, zeigen dieses Verhalten, welches von geringer Frustrationstoleranz zeugt.

Katzenwelpen lernen im Alter bis zu 12 Wochen (vermutlich auch noch später) von ihrer Mutter und den Geschwistern bestimmte Details des Sozialverhaltens. So hält die Mutter z.B. einen Welpen mit sanfter Gewalt fest und putzt ihn, auch gegen dessen Willen. Im Spiel mit den Geschwistern lernt der Katzenwelpe, dass die Spielkameraden mit dem Spiel aufhören, wenn es zu rau zugeht.

Katzen, die in dieser Phase schon von ihrer Katzenfamilie getrennt werden, sind unter Umständen "dissozialisiert", d.h. im Sozialverhalten zu Artgenossen gestört. Dies hat auch Folgen für das Verhalten gegenüber Menschen. Diese Tiere nehmen sich nicht als Katze wahr und kennen kaum Grenzen. Frustration (also wenn sie ihren Willen nicht bekommen) schlägt leicht in Aggression um.

Vielleicht ist Ihre Katze ja so eine, die früh nur noch mit Menschen Kontakt hatte. Vielleicht hat sie aber auch aus anderen Gründen eine geringe Frustrationstoleranz.

Was können Sie nun tun? Hauptsächlich 2 Dinge:

1. Lernen Sie die Körpersprache Ihrer Katze ganz genau kennen, so dass Sie das Spiel/Schmusen rechtzeitig beenden können. Keine Katze schlägt ganz ohne Vorwarnung zu. Die normale Katze zeigt mit leichtem Schwanzschlagen die steigende Abwehr beim Schmusen. Dann gehen die Ohren zurück (oder werden ganz angespannt nach vorn gerichtet). Kurz vor dem Schlag werden die Pupillen riesengroß. Hat die Katze schon zugepackt, die Hand nicht wegziehen, sondern ganz still halten und der Katze nicht in die Augen sehen.

Eine meiner Katzen ist so eine "Kaspar-Hauser-Katze", bei der ich fast verzweifelt bin. Ich war immer so stolz darauf, dass mich noch nie einer meiner Katzen gekratzt hat, weil ich es immer früh genug kommen sah. Diese Katze - so glaubte ich - schlug völlig ohne Vorwarnung zu. Nach einigen Wochen der genauen Beobachtung habe ich aber ihre Körpersprache so genau kennen gelernt, dass ich jetzt weiß, wie sie vorwarnt. Der Körper spannt sich fast unmerklich, der Kopf geht zurück - jetzt ist der letzte Moment vor dem Angriff gekommen. Wenn ich jetzt die Hände von ihr nehme, bleibt sie ruhig liegen.

2. Bringen Sie Ihrer Katze bei, dass raues Spiel und Aggression nicht erwünscht sind. Jedes Mal (auch über Wochen und Monate, Konsequenz ist gefragt) wenn sie beim Spiel oder beim Schmusen aggressiv wird, ohne provoziert worden zu sein, hören Sie mit dem Schmusen/Spielen auf und ignorieren sie für eine Weile. Das wirkt bei Katzen nicht ganz so schnell wie bei Hunden, da Aufmerksamkeit des Menschen bei Katzen nicht ganz so weit oben auf der Liste stehen wie bei Hunden. Daher braucht es bestimmt einige Zeit und wie gesagt sehr viel Konsequenz "Beutespiel" mit den Händen oder Füßen (z.B. Rascheln unter der Bettdecke) sollte man vermeiden.

Idealerweise fängt man mit Punkt 2 an, sobald man die Katze zu sich genommen hat. Viele Leute finden es ja soooo süß, wenn der kleine Katzenwelpe nach den Fingern hascht und wundern sich dann, wenn der 8kg Kampfkater das 1 Jahr später immer noch gern macht.

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Literatur

Meine Wohnungskatze
von Patricia Curtis
Humboldt Verlag 1986 
ISBN 3581665360

Miez Miez - na komm. Artgerechte Katzenhaltung in der Wohnung
von Sabine Schroll
ISBN 3899061071

Aller guten Katzen sind...? Der Mehrkatzenhaushalt
von Sabine Schroll
ISBN 3899064313

Catwatching - Die Körpersprache der Katze
von Desmond Morris
ISBN 3453172590

Bach- Blüten für Katzen. Sanfte Medizin für unsere Katze. Natürlich heilen.
von Gisela Kraa
ISBN 3440092887

Was fehlt denn meiner Katze? Krankheiten erkennen, behandeln, vermeiden.
von Doris Quinten-Graef
Blv Verlagsgesellschaft
ISBN: 3405145627

Unsere Katze, gesund durch Homöopathie. Heilfibel eines Tierarztes.
von Hans Günter Wolff
ISBN: 3877582613

Tony Lawson "Kochen für die Katz'"
ISBN 327500963X

Das Katzenkochbuch. Die besten Rezepte für Minka, Moritz & Co.
von Elisabeth Meyer zu Stieghorst-Kastrup
ISBN 3770186036

Leckeres für Katzenzungen 
von E. Sistonen-Schasche
Verlag Gräfe und Unzer
ISBN 3774230463

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