Reisebericht Miskolc (Ungarn)
vom 22.04. – 24.04.11 von Cani F.A.I.R.

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Bereits Mitte 2010 unterstützte ich Cani F.A.I.R. als Pflegestelle. Als unsere erste Pflegehündin dann in ihre eigene Familie zog, zerbrach es mir fast das Herz. Nur ein paar Wochen später kam Aga (heute Tucker) zu uns. Ein unkastrierter Rüde im jugendlichen Alter von gerade mal zwei Jahren, der als aller erstes unser Sofa markierte und meinen Lebensgefährten Tag ein Tag aus anbellte. Viel Zeit, Nerven und Training hat es mich gekostet bis Tucker so wurde, wie er heute ist und schnell war klar, ihn lassen wir nicht wieder gehen.

Seit Ende 2010 unterstütze ich Cani F.A.I.R. nunmehr als Vermittlerin und habe schon ein paar kleine Vermittlungserfolge verzeichnen können. Daher war natürlich früh klar, dass ich selbst auch nach Ungarn fahren werde. Viel wurde darüber gesprochen und dann war es ganz schnell soweit. Das Osterwochenende 2011 sollte meine erste Fahrt werden.

Martina holte mich freitagmorgens um 6:00 Uhr bei mir ab und wir luden die letzten Spenden in den Transporter bevor es endgültig auf die Autobahn ging. Vor lauter Aufregung und Nervosität war ich natürlich völlig aufgedreht und freute mich wahnsinnig auf unseren Trip. Wir kamen super durch Deutschland und Osterreich, bis dann in Ungarn 7 km Stau angesagt war. Aber auch das konnte meine Vorfreude nicht wirklich dämpfen.

Gegen 21:00 Uhr kamen wir endlich in unserem Hotel in Ungarn an. Nach dem Einchecken hieß es nur noch Klamotten für morgens sowie Wecker richten und schlafen gehen, damit wir früh im Tierheim sein können.

Im Tierheim angekommen wurden wir von der neuen Tierärztin Eszter empfangen, die sogleich einen Rundgang mit uns startete. Die Eindrücke, die man in diesen Momenten sammelt sind unglaublich. Man kann es eigentlich gar nicht in Worte fassen. Jeder einzelne Hund schaut einen mit großen bittenden Augen an und man versucht jeder Bitte nachzukommen.

Streicheln, Leckerlies verteilen und Fotos schießen. Die Hundetrainerin Susza nahm sich natürlich auch noch Zeit für uns und wir "arbeiteten" eine kleine Liste von Hunden ab, damit wir neue Fotos für Interessenten schießen sowie mehr über die Hunde erfahren konnten.

 

Susza macht wirklich eine tolle Arbeit und kennt fast jeden Hund im Tierheim und kann mit diesen super umgehen. Gegen Mittag waren wir mit der ersten Runde durchs Tierheim fertig und luden erst mal die ganzen Spenden aus. Zu unserem Erstaunen war zum gleichen Zeitpunkt wie wir ein freiwilliger Helfer im Tierheim, der seinen einwöchigen Urlaub damit verbrachte dort zu helfen. Für uns war das ein riesen Zufall, da dieser Helfer aus dem Raum Köln kam, Deutsch sprach und auch noch Martinas Pflegestelle von Linda kannte. Schnell kamen wir ins Gespräch, bis es Mittagessen gab. Danach hieß es Welpen streicheln. Diese Welpen wurden vor knapp einer Woche unter einer Brücke gefunden. Von der Tierärztin auf knapp 6 Wochen geschätzt. Herzzerreißend..

Susza verabschiedete sich sodann von uns und wir starteten weiter in die Runde Hunde ausführen. Das schlimmste hierbei ist, sich für einen der ganzen Hunde zu entscheiden. Jeder hätte es so sehr verdient für eine paar Minuten abschalten zu können und man kann sich aber einfach nur für einen einzigen entscheiden. Martina entschied sich ganz spontan für einen kleinen schwarzen Rüden und ich nahm sofort meinen Liebling Match (Deutscher Schäferhund) mit. Selbst Eszter hat ihren eigenen Liebling im Tierheim, den sie natürlich auch sofort mitnahm. Es ist ein komisches Gefühl mit dem man spazieren geht, denn man weiß genau, dass das Gefühl für den Hund ganz schnell vorbei ist. Martinas Rüde war ganz ängstlich und konnte den Spaziergang nicht wirklich genießen. Match versuchte alles richtig zu machen und ich hatte das Gefühl, dass er es als Chance sah mit mir draußen zu sein. Er hielt die ganze Zeit Kontakt mit mir und für mich wurde es immer schlimmer als wir wieder in Richtung Tierheim liefen.

Als unsere Hunde wieder in ihren Zwingern waren entschieden wir uns als nächste Runde Hunde zu nehmen, die schon ganz lange im Tierheim sitzen. Für Martina wählten wir Saba aus und ich bekam Zazu. Saba stach sofort heraus. So eine hübsche kleine Maus. Martina und ich waren sofort begeistert. Als wir die Tierärztin fragten, ob sie bereits kastriert sei und sie das bejahte, war die Entscheidung schnell gefällt, Saba nehmen wir auch mit, sie darf zu Martina als Pflegehund. Schnell ein paar Anrufe getätigt und in den Impfausweis geguckt und schon war klar, dass sie am Sonntag mit dabei sein wird. Ich freue mich für kleine Maus.

Nach unserem Ausflug richteten wir den Transporter für den nächsten Tag. Boxen vorbereiten, Tanken gehen und für das Abendessen mit Angela und Eszter fertig machen.

Am nächsten Tag hieß es besonders früh aufstehen. Um 4 Uhr klingelte bereits der Wecker und um kurz vor 5 Uhr standen wir bereits am Tierheim. Hunde einladen, Chipnummern kontrollieren und ab auf die Autobahn. Wir kamen super voran und durch unsere gute Vorarbeit hatten wir eine Stunde Vorsprung zu unserem Zeitplan, den wir leider durch die ganzen Baustellen in und um Bayern wieder verloren, aber dafür waren wir wenigstens überall pünktlich.

Für mich war es wichtig diese Fahrt zu machen, um auch besser verdeutlicht zu bekommen für was wir unsere ganze Kraft in den Auslandstierschutz stecken.

Noch heute gehen mir die Eindrücke und Bilder nicht aus dem Kopf, aber ich bin frohen Mutes, denn das Tierheim ist super organisiert und geplant und jeder einzelne Mitarbeiter dort macht seine Arbeit gerne und das spürt man.

Vielen Dank an alle, die es ermöglicht haben, dass diese Fahrt so reibungslos funktioniert hat und trotz allem auch Spaß gemacht hat.

27.04.2011, Jeanette Schmidt

Foto-Album mit Bildern der Fahrt


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