Reisebericht Miskolc (Ungarn)
vom 16.07. – 18.07.10 von Cani F.A.I.R.

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Liebe Fahrberichtleserinnen und -leser,

von Vielen weiß ich, dass die Fahrberichte erwartet und gerne gelesen werden. Geht mir auch so, die Tage nach den Fahrten wird die Canifair-Homepage solange angeklickt, bis der aktuelle Bericht endlich da ist. Im Grundegenommen gleichen sich die Berichte eigentlich, lediglich die Protagonisten, also Fahrer und Hunde, wechseln. Ist ja auch gut so, wenn wenig Spektakuläres während den Fahrten passiert.

Auch die letzte Fahrt vom 16. bis 18.07.2010 fällt unter diese Kategorie. Wie im letzten Jahr müsste der Bericht eigentlich mit dem Satz „Inka, Alexandra und Christoph schwitzten.“ beginnen (Anm. der Red.: siehe Fahrbericht vom Juli 2009). Doch der hygienische Zustand des Fahrteams wird Sie, die geneigte Leserin, den geneigten Leser, wenig interessieren. Also kurz zu den Fakten: Um 4 Uhr starteten wir, das sogenannte Westerwaldteam, zu unserem Trip nach Miskolc. Erster Stopp, auch schon fast Tradition, am Rasthof Medenbach zur Aufnahme von Spenden und Hilfsmitteln. Simone, Martina, Gisela und Thomas mit Hund Kim erwarteten uns schon und hatten neben Futtersäcken vor allem Desinfektions- und weitere medizinische Mittel dabei. Dann ging`s weiter durch den obligatorisch zähfließenden Verkehr vom Spessart bis Nürnberg. Die österreichische Grenze wurde gegen Mittag passiert, Wien um halb 3 erreicht. Diesmal hatten wir auf der Hintour schon einen vierbeinigen Gast dabei. Der Dalmatinerrüde Tango wurde am Rasthof Göttlesbrunn seiner überglücklichen neuen Besitzerin übergeben. In Wien schloss sich uns Heidi von der Tierhilfe Vienna an. Ihr roter Mini, voll gepackt mit Spenden, war fortan unser Begleitfahrzeug. Um 21.00 Uhr trafen wir in Miskolc ein. Auch der Samstag verlief routiniert. Übergabe der Spenden, Vorbereitung der Boxen, Rundgang durch das neue Tierheim, gemeinsames Mittagessen mit den Tierheim-Mitarbeitern. Aufgrund der Hitze hatten wir uns entschlossen, die Kühle der Nacht zu nutzen, so dass wir diesmal Samstagabend schon wieder starten wollten. So verließen wir um Viertel vor 11 das Tierheim, nahmen unterwegs in Budapest noch zwei Hunde, fünf Welpen und ein Kätzchen auf und waren nach, wenn man mal von einem schweren Gewitter an der ungarisch-österreichischen Grenze und einer dortigen Polizeikontrolle absieht, problemlosen Fahrt am Sonntag um 15.30 Uhr an der Ohligser Heide, um die letzten Hunde in eine bessere Zukunft zu entlassen.

Da also fast alles so wie immer gelaufen ist, möchte ich mich in diesem Bericht den Augen widmen. Welchen Augen, werden Sie fragen. Ich denke da an drei Kategorien von Augen: 1. die der Hunde im Tierheim, 2. die der Abholer und 3. die der Helfer. Denn was motiviert einige wenige Verrückte, sich an einem Wochenende für 30 - 40 Stunden in einen Transporter zu setzen und über 2500 km zu fahren, um ein paar, meist nicht wirklich gut riechende Hunde nach Deutschland zu holen? Eben diese Augen.

 

Die Augen der Hunde:

Diese Blicke der Tierheimhunde durch die Gitter der Zwinger gehen einem durch und durch. Manche wirst Du Wochen nicht los. Es ist einfach phänomenal wie offen und freundlich die meisten dieser, ja in der Regel durch Menschenhand, in Not geratenen Tiere den Besuchern entgegen treten.

Sie lechzen förmlich nach freundlichen Worten, einer kurzen Berührung der Nase (mehr ist leider durch die engmaschigen Türen der Zwinger nicht möglich) und einem Leckerchen. Schöne, aber auch traurige Momente, die einem auch bei 35° Mittagshitze eine Gänsehaut bekommen lassen.

 

Die Augen der Abholer

Endlich kommt er an, der Transporter, und die Türen öffnen sich. Die Abholer, ob neue Besitzer, Pflegestellen oder Fahrkettenmitglieder; alle drängen zu den Hunden. Eine Mischung aus Freude und Aufgeregtheit ist fast immer dabei.

Nicht wenigen stehen Tränen in den Augen und müssen sich derer nicht schämen, wenn sie los kullern, sobald ihr Liebling aus der Box genommen und ihnen entgegen gehoben wird. Kinder rufen die Namen fast sämtlicher Hunde als schienen sie die Canifair-Homepage auswendig gelernt zu haben. Glückliche Augen, glückliche Augenblicke.

 

Die Augen der Helfer

Verschwitzt, verschmutz, übermüdet; so sehen die Frühjahrs- und Sommerfahrer von Canifair meist aus, von den Helfern im Tierheim ganz zu schweigen. Aber selbst aus dem müdesten Augenschlitz blitzt ein strahlendes Auge. Diese vielen Hundeschicksale erleben, die einzelnen Hunde erleben, die Abholer und die Übergabe erleben; ja das treibt Dich an und hält Dich wach.

Wer sich bisher gefragt hat, warum ausgerechnet Auslandstierschutz und warum solch eine Tortour auf sich nehmen, dem haben hoffentlich diese Bilder eine Antwort gegeben. Wir freuen uns für jeden einzelnen Hund und seine neuen Besitzer, ebenso auf eine weitere Fahrt im nächsten Jahr – muss ja nicht im Sommer sein. Denn ihr wisst ja: Inka, Alexandra und Christoph schwitzten ...

Liebenscheid im Juli 2010

Christoph Konrad


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