Reisebericht Miskolc (Ungarn)
vom 31.12.09 – 03.01.10 von Cani F.A.I.R.

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Die erste Fahrt in 2010 sollte auch meine erste Fahrt werden, da Carsten kurzfristig aus familiären Gründen abspringen mußte. Ich freute mich sehr, dass Matthias und Frank mich mitnehmen wollten, auch wenn ich die beiden nicht beim Fahren unterstützen konnte, da ich keinen Führerschein besitze, und ich war auch ein wenig aufgeregt, was mich erwarten würde.

Silvester um 17 Uhr war ich bei Matthias und wir haben sein Auto mit unseren Klamotten und ein paar gesammelten Spenden beladen und sind nach Mönchengladbach zu Frank und Birgit gefahren.
Dort haben wir natürlich nicht ausgiebig Silvester gefeiert, sondern haben nur Pizza gegessen, ein Bierchen getrunken und sind gegen 23 Uhr ins Bett.

Nachts um 5 ging es dann für Frank, Matthias und mich endlich los -nach einer kurzen Nacht- da wir doch von der mitternächtlichen Knallerei wach geworden sind.
Ich war schon ganz gespannt, auch auf die Landschaft, die ich unterwegs sehen würde, da ich ehrlichgesagt vorher weder in Bayern noch in Österreich war. Aber daraus wurde leider nichts, da es dermaßen nebelig war, dass wir froh waren, die Autobahn zu erkennen, außerhalb der Autobahn konnte man so gar nichts sehen.

Trotzdem sind wir sehr gut durchgekommen und haben unser Hotel schon gegen 19:45 Uhr erreicht. Dort erwartete uns auf unserem Zimmer schon ein kleiner Willkommensgruß bestehend aus Pizza und Dosenbier, den Nina uns hat zukommen lassen. Wir sind danach auch sofort ins Bett gefallen und haben geschlafen wie die Murmeltiere.

Am Samstagmorgen hat uns Nina um 9 Uhr nach dem Frühstück abgeholt und wir sind endlich ins Tierheim gefahren. Es war ein toller Wintertag, angenehm trocken kalt und sogar die Sonne ließ sich blicken.
Dort angekommen haben wir erst mal die mitgebrachten Spenden ausgeladen, die Mitarbeiter kennen gelernt und die ersten Gespräche geführt.
Danach haben wir die ersten Rundgänge gemacht, uns die ganzen Hunde angeschaut, zahlreiche Fotos gemacht und Leckerlies verteilt.

Ich hatte ja schon viele Fotos gesehen und Berichte gelesen über die ganzen vorherigen Fahrten, aber es war für mich berührend, beeindruckend und auch ein wenig traurig die Umstände dort selbst zu sehen, diese Einfachheit, den Erdrutsch, der die Tierheimanlage gespalten hatte und diese schwierigen Bedingungen, mit denen die Tierheimmitarbeiter tagtäglich fertig werden müssen.
Und gerade deshalb war ich sehr beeindruckt über die Art und Weise mit denen die Tierheimmitarbeiter damit umgehen, eine gewisse Gelassenheit und Enthusiasmus an den Tag legen, auch immer wieder trotz der vielen Arbeit und der widrigen Umstände liebe Worte und Streicheleinheiten für die zahlreichen Hunde haben.
Das zeigt sich auch im Verhalten der Hunde, trotz des großen Stress und der Lautstärke machten die Hunde doch einen recht ausgeglichenen Eindruck, außerdem war der Pflegezustand der Hunde sehr gut, wenn man mal die Umstände und das Umfeld betrachtet.

Für mich war es sehr schwer die vielen tollen und um Aufmerksamkeit bettelnden Hunde zu sehen, da meine Freundin und ich unseren Rüden Rex am 06.12.09 haben einschläfern lassen müssen und unser Panikbündel Rica nun wieder in ihren ängstlichen Trott verfällt, weil sie ihre "Orientierung" in fremder Umgebung sehr vermisst und ich war viele Male in Versuchung den bei uns frei gewordenen Platz wieder zu vergeben.

Zwischendurch hat Nina uns das neue Tierheim gezeigt und es ist sehr beeindruckend, was in der doch –verhältnismäßig- kurzen Zeit hier auf die Beine gestellt worden ist. Das Tierheim ist –auch für deutsche Verhältnisse- ein echtes Vorzeige-Tierheim mit vielen Details, die teilweise durch die doch sehr strengen Auflagen seitens der Behörde eingerichtet worden sind, aber auch teilweise, um den Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern.
Trotz Allem ist noch einiges zu tun, da noch ein paar Auflagen wie z.B. Behinderten-WC und Löschwasser-Teich oder –Tank eingerichtet werden müssen.

Danach gings zurück ins alte Tierheim und es war wieder Zeit, um Fotos zu machen, Streicheleinheiten zu verteilen und "heimliche Versprechen" für ein gutes Zuhause zu geben.

So verging der Samstag wie im Fluge.

Wir mussten uns dann aber losreißen, sind ins Hotel gefahren und haben uns ein wenig frisch gemacht, bevor wir mit Nina und ihrem Mann zum Essen in ein nettes Restaurant gegangen sind.

Anschließend sind wir natürlich sofort ins Bett, weil die Nacht wieder sehr kurz werden sollte, da wir gegen 4 Uhr verladen wollten. So waren wir dann auch um kurz nach vier am Tierheim, um im dichten Schneetreiben die Hunde einzuladen und sind um 5:30 Uhr bei winterlichem Wetter losgefahren.

Bis Budapest waren die Straßen komplett zugeschneit, trotz allem sind wir einigermaßen gut vorangekommen. Von Budapest und durch Österreich waren die Straßen frei und erst in Deutschland wurde das Wetter wieder schlechter, was zu einigen kleineren Staus und zu Verspätungen führte.

Trotz bis zu 2,5 Stunden Verspätung harrten alle neuen Herrchen, Frauchen und Pflegestellen an den verabredeten Treffpunkten aus, um ihre Schützlinge freudig in Empfang zu nehmen.

Um 3 Uhr war ich wieder zuhause, voller Eindrücke und dadurch hellwach, ich freute mich aber trotzdem auf mein Bett., nach einem "guten Kaffee"....

Ich möchte mich noch einmal bei Frank und Matthias bedanken, die mich mitgenommen haben trotz des "Nicht-fahren-Könnens", bei Frank und Birgit für Ihre Gastfreundschaft in der Silvesternacht, beim ungarischen Team für die gute Organisation und die Freundlichkeit, die sie uns entgegengebracht haben.

Es war eine tolle Erfahrung und ich bin jederzeit gern bereit, wieder einzuspringen.

 

Maik Rehn, 06.01.2010


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