Fahrt nach Miskolc (Ungarn) vom 04.-06.09.09
von Cani F.A.I.R.

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Relativ früh in diesem Jahr zeichnete sich ab, dass wir etwas knapp mit verantwortlichen Fahrern sein würden und aus diesem Grund beschloß ich, mich meiner Kollegin Jasmin anzuschliessen und eine 2 Frau Blondinenfahrt aus der Septemberfahrt zu machen.
Ein weiterer Mitfahrer liess sich nicht finden, also freuten wir uns auf viel Freiraum im Cockpit und waren optimistisch, dass wir den Hund und die Katze auch zu zweit schaukeln würden.

Am 04.09. ging es pünktlich los, da Jasmin schon am Vorabend bei uns angekommen war. Gerade als wir dachten, dass es Zeit für einen Kaffee und ein Frühstück wäre, konnten wir auch schon wieder in Weiskirchen halten, wo Simone mit Spenden auf uns wartete. Aber Simone wäre nicht Simone, wenn sie nicht auch Kaffee und leckere Muffinbärchen für uns dabei gehabt hätte. Simone: das ist ein unschätzbarer Start für eine lange Fahrt, vielen Dank!

Der Transporter war inzwischen so richtig vollgepackt und wir freuten uns schon jetzt darauf, alles im Tierheim ausladen zu können und die Freude darüber zu sehen.

Staufrei aber ab Österreich mit viel viel Wasser von oben, kamen wir zügig voran. Dank unseres Navis Olga2, wurde uns in Budapest noch eine Stadtrundfahrt beschert, die mir den Schweiß ausbrechen liess. Ständige Spurwechsel im Budapester Feierabendverkehr in der Innenstadt haben jegliche Anflüge von Müdigkeit schnell vertrieben.
Aber Olga wußte, wo es lang geht und um kurz vor 21 Uhr kamen wir im Hotel an. Keine Stunde zu früh, denn kurz darauf, ging das Unwetter unseres Lebens los und liess uns sehr bange an den Folgetag im Tierheim denken.

Aufgrund der Wetterlage trafen wir uns erst um 09:30 Uhr mit Nina am Hotel und beschlossen, dort noch etwas zu warten, da es immer noch regnete. Um 10 Uhr hielten wir es dann aber nicht länger aus, weil wir doch endlich zu den Hunden wollten.

Im Tierheim angekommen, mußten die Hunde allerdings doch noch etwas warten.
Livia war gerade unterwegs, da von der Polizei 4 Ponys auf der Hauptstrasse gemeldet wurden. Livia hatte die Tiere mit ein paar Helfern erstmal an einem Baum abseits der Strasse gesichert und wir fuhren nun zusammen mit Nina los, um die Tiere ins Tierheim zu holen.

In ihrer Not, hatten die Helfer einfach einen Hundeauslauf frei gemacht für die Unterbringung.

Zum Glück war das alles nicht so weit weg vom Tierheim passiert, denn einen Pferdeanhänger hatte niemand und wir mußten die Ponys zu Fuß mit Hundeleinen ins Tierheim führen.

Dort angekommen, fühlten sich die 4 aber sichtlich wohler als auf der Strasse und auch die Hunde beruhigten sich erstaunlich schnell.

Inzwischen hatte das Wetter beschlossen, ein Einsehen mit uns zu haben und alle Wolken waren komplett verschwunden. Bei strahlend blauem Himmel und Sonne konnten wir endlich das tun, worauf wir uns schon die ganze Zeit gefreut hatten. Spenden ausladen und die Hunde begrüssen.
Bei den vielen tollen Sachspenden gab es große Augen und viel Freude. Tolle medizinische Sachen, Büroausstattung, ein PC Monitor, Kanisterweise Desinfektionsmittel, ein TENS Gerät zur Physiotherapie und und und ...

Nachdem für den Folgetag im Wagen alles vorbereitet war, begannen wir, unsere Fotoliste abzuarbeiten.
Livia war so lieb und ging geduldig mit uns von Hund zu Hund, damit wir neue Vermittlungsbilder machen konnten. Jasmin opferte sich dabei als Assistentin und schaffte es, alle Hunde "in Position" zu bringen, auch die ängstlichsten und hibbeligsten, was gar nicht einfach war.
Endlich konnten wir danach in Ruhe von Zwinger zu Zwinger gehen und uns alle Hunde anschauen und weitere Fotos machen.
Dank Simones großem Hundekeksvorrat, bekamen wir fast alle Hunde ans Gitter gelockt und konnten so ziemlich jeden wenigstens einmal ablichten.

Da es einigen Hunden scheinbar Glück gebracht hat, möchte ich, wie schon im Osterbericht, auch hier gerne auf die 3 Gruppen zurückkommen. Die, die bestimmt schnell eine Familie finden, die bei denen es sehr schwer ist und die schon extrem lange warten müssen und die Hoffnungslosen.
Das ist es, was mir bei jedem Besuch durch den Kopf geht und vielleicht bringt es dem ein oder anderen auch diesmal das kleine bischen mehr Aufmerksamkeit, was nötig ist, um ein Zuhause zu finden, wenn man sie hier nochmal gesondert erwähnt? Diese Hunde warten schon viel zu lange darauf, dass ihnen jemand eine Chance gibt. Teilweise schon 4 Jahre (Mami und Coni). Diese Hunde haben wundervolle Persönlichkeiten und es lohnt sich, ihnen eine Chance zu geben.


Böbe

Caramell

Mami

Jenna

Andi

Coni

Turcsi

Buci Andi

Gömböc

Und die traurigste Kategorie. Die, die eigentlich gar keine Aussicht auf Rettung haben. Trotzdem, es gibt immer wieder Wunder und ein kleiner Hoffungsfunke bleibt, denn von unserem Osterbericht bleibt nur noch Kaleb in dieser Rubrik und wartet weiter. Leider kommen aber immer wieder neu Kandidaten hinzu, deren Chancen mehr als schlecht stehen.

Darius hatte schon fast Glück und hatte ein Zuhause in Ungarn greifbar nah aber bei ihm wurde eine schwere Arthrose festgestellt. Die Schmerzmittel kosten ca. 40 Euro im Monat, was für das Herrchen in Spe unerschwinglich ist. Immer wieder kommen ganz alte Hunde, kranke und Blinde, für die das Tierheim das letzte Zuhause wird.


Darius

Kaleb

Maci

Kenez

Kormos

Nachdem alle Kekse verteilt und meine Speicherkarte voll war, fuhr Nina mit uns zu einer Forellenfarm. Wir bekamen eine kleine Führung und ein tolles Mittagessen.

Da Jasmin das neue Tierheim noch nicht gesehen hatte, legten wir dort eine Stop ein. Vorher allerdings hielten wir an der Tötung in Miskolc.

Auffällig war hier, dass es fast nur junge und hübsche Hunde gab. Lt. Aussage von Nina werden bei anderen Hunden die 14 Tage Frist zur Tötung gar nicht eingehalten. Man erwartet von alten und kranken Tieren keinen Gewinn und beseitigt sie sofort.

Das neue Tierheim war seit einiger Zeit unverändert, da das Geld zum Weiterbau fehlte. Gottseidank wird sich das in wenigen Wochen ändern, da die diesjährige Steuerausschüttung dem Tierheim umgerechnet etwa 115000 Euro zuspricht. Es haben etwas über 6000 Einwohner von Miskolc einen Teil ihrer Einkommenssteuer zu diesem Zweck gespendet. Nach Begleichung der im Moment offenen Rechnungen wird das ausreichen, um das Tierheim mit einem Zwingergebäude einzugsfertig zu machen. Das ist ein riesen Schritt nach vorne und wir freuen uns sehr, hoffentlich bald die ersten Hunde umziehen zu können.
Wir hoffen, schon bei der nächsten Fahrt von den Fortschritten berichten zu können.

Zurück im Tierheim sprachen wir kurz mit Angela, die sich während unserer Abwesenheit um die Abnahme des Fahrzeugs durch dem Amtsveterinär gekümmert hatte und die Reisepapiere vorbereitete.
Noch eine letzte Knuddelrunde im Tierheim und dann fuhren wir für eine Pause ins Hotel.

Der Abend endete mit einem leckeren Abendessen mit Nina und ihrer Familie und um 22 Uhr fielen wir dann ziemlich geschafft in unsere Betten.

Um 4:20 hielten wir unsere Wecker dann eher für einen Scherz aber wir waren um 5 Uhr am Tierheim verabredet, also gab es keine Ausreden und wir mußten den Tag starten. Alle waren pünktlich aber von Angela, die die Papiere der Tiere hatte, gab es keine Spur. Livia hatte fast gar nicht geschlafen, denn sie war um 2 Uhr morgens zu einem Verkehrsunfall gerufen worden, bei dem ein Kaukase angefahren wurde. Der arme Kerl lag in ihrem Kofferraum und blutete aus der Nase. Er hatte eine Beruhigungsspritze bekommen und wir hoffen, dass es ihm inzwischen besser geht.
Er hatte ein Halsband mit Telefonnummer an, sodass er wahrscheinlich wieder nach Hause kann. Bleibt weiter zu hoffen, dass sein Besitzer ihn nicht mehr nachts über die Strassen wandern lässt.

Livia hatte Angela inzwischen erreicht. Sie hatte verschlafen und so fingen wir ohne sie an, die Tiere ins Auto zu laden. Ein Chiplesegerät haben wir ja immer dabei, sodass wir die Nummern auch ohne sie auslesen konnten. Um 5:45 brauste Angela dann im Rekordtempo um die Ecke. Schnell waren jetzt auch die Pässe verstaut und um 05:50 Uhr waren wir auf dem Weg zum Treffpunkt mit Monika aus Cegled und Janos aus Siofok.

Beim nächsten Stop sollten auch Monikas Katzen einsteigen und da Jasmin und ich beide sehr allergisch gegen Katzenhaare sind, gab es bei mir die erste Allergietablette. Jasmin liess es darauf ankommen und sollte mir dann später etwas vorniessen :-).

Um 08:05 Uhr kamen wir beim Treffpunkt an. Janos hatte uns sofort entdeckt und brachte den tollen Zorro, den lieben Basti und die knuddelige Jenny für einen anderen Verein an Bord. Inzwischen waren auch Monika und Kati aus Cegled vorgefahren und zu unserer riesigen Freude kam uns Trevor entgegen gewedelt. Er kann schon richtig gut laufen und freut sich über alles. Da wackelt der ganze Hund. Trevor versuchte dann auch schonmal testweise, ob er in den Transporter einsteigen kann aber ganz soweit ist es leider noch nicht, da ihm wahrscheinlich noch eine weitere Operation bevorsteht.
Auf alle Fälle hat Monika einen fröhlichen und super lebensfrohen Hund aus ihm gemacht.

Komplett beladen mit 14 Katzen und 19 Hunden ging es um kurz vor halb 9 los auf die große Heimreise. Bei Kati waren noch ordentlich Tränchen geflossen beim Abschied der gelähmten Timi.

Völlig ohne Verzögerung kamen wir sehr schnell voran und konnten früher als geplant Letti, Alfonz, Ferdi, Füles, Zickzack, Nora und Zila übergeben. Ab Würzburg verliess uns dann das Reiseglück und wir gerieten von einem Stau in den nächsten. Die Abholer mußten viel Geduld aufbringen aber alle haben uns gut gelaunt erwartet.

Um 22:50 Uhr konnten wir dann an der Endstation unsere Blondinenfahrt beschliessen und die letzten Tiere in ihr neues Leben entlassen.

Alle Fotos finden Sie hier.

Petra und Jasmin im September 2009


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