Reisebericht Miskolc (Ungarn) vom 21.-23.05.09
von Cani F.A.I.R.

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Nach einigem Hin und Her stand unser "Vatertags-Fahrt-Team" fest: Carsten Schubert, Matthias Ninka und Frank Behr (das bin ich). Also viel Tierschutzerfahrung und die vielen Vorteile, die das männliche Geschlecht so mit sich bringt.
Um 05:00 Uhr in der Frühe trafen wir uns bei Carsten in Kaarst und machten uns auf den Weg nach Miskolc. Nach einer guten Stunde hatten wir einen ersten –angenehmen- Stopp. Herr Heuser hatte noch einen PC-Monitor fürs Tierheim zu vergeben, den er uns zu der frühen Stunde an die Autobahn gebracht hat.

Eine dreiviertel Stunde später warteten schon die nächsten Frühaufsteher auf uns, um unserem Fahrzeug die nötige Stabilität mit reichlich Spenden zu verleihen.
Gisela Willig und Stefan Lühr und wir drei hatte schon einige Minuten zu tun, um die gut 400 Kg an Futter und Desinfektionsmitteln aus den PKWs in den Transporter zu verstauen. Danach waren wir dann endgültig wach und der Kaffee, den wir uns dann noch mit auf den Weg nahmen, festigte diesen Zustand.

Der Feiertag präsentierte sich mit Sonnenschein und Temperaturen bis zu 30 Grad. Ideale Bedingungen, um die neu eingebaute Klimaanlage einem ersten Test zu unterziehen. Schnell stellte sich heraus, dass bei diesen Temperaturen (ohne Hunde im Laderaum) die Anlage schon bis an ihre Möglichkeiten brachte.
Fazit: Nachbesserung ist in jedem Fall angesagt. Aber ansonsten erwies sich der Feitertag wunderbar "LKW-frei" und gewährleistete damit ein zügiges Durchkommen. Jeder durfte den Tank einmal leer fahren und schon waren wir am Bestimmungsort angekommen. Miskolc erreichten wir gegen 21:00 Uhr und wir konnten die Fahrt auf der Terrasse im Hotel noch nett ausklingen lassen.

Neuer Tag – und sehr warm und schwül. Nina holte uns um 9:00 Uhr am Hotel ab und es ging zum Tierheim, wo schon fleißig gewerkelt wurde. Spenden raus, die wie immer mit Freuden in Empfang genommen wurden. Danach verschafften wir uns einen kurzen Überblick über die Situation im Tierheim, das immer weiter ins Rutschen kommt. Matthias und ich waren ja erst bei der Fahrt im Februar dabei und ganz erschrocken, was da schon wieder alles in Bewegung geraten ist.

Die Zeit drängt, ins neue Tierheim einzuziehen. Aber leider fehlt es, wie immer, am Geld. Die Ämter fordern z.B. jetzt noch, dass ein Feuerschutz-Wassertank eingesetzt werden muss, mit einer Pumpleistung von 2000 Litern pro Stunde. Und viele weitere Auflagen die erfüllt werden müssen.
Aber bald kommt der Bescheid vom Steueramt, in welcher Höhe die diesjährige Unterstützung (der 1%-Regelung, mit der Unternehmen in Ungarn über die Steuern gemeinnützige Projekte fördern können) ausfällt. Nina sagte: "Mit Gottes Hilfe und der Hilfe von CaniFAIR schaffen wir es womöglich noch dieses Jahr." Das machte mir wieder einmal deutlich, wie sehr unsere Hilfe geschätzt und benötigt wird.

Weiter ging es, indem wir erst einmal losfuhren um im Cora-Supermarkt für 500 Euro (unserer obligatorischen Futterspende) 66 Säcke Futter einzukaufen und ins Tierheim zu transportieren. Mit vielen Händen war das Entladen eine Kleinigkeit.

Jetzt haben wir uns mit genügend Zeit und der Kamera ausgerüstet und sind intensiver durch das Tierheim gegangen, um alle Tiere zu begutachten, die Neuzugänge aufzunehmen und die eine oder andere Frage zu stellen. Es sind so viele nette und freundliche Gesellen im Tierheim, dass man gar nicht verstehen kann, wie Menschen diese Tiere so schlecht und oft unmenschlich behandeln können. Und jeder von uns stellte sich die Frage, ob/warum man nicht noch mehr von diesen liebenswerten Gefährten bei sich aufnehmen kann.

Dann hat uns Nina noch drei Welpen vorgestellt, die sie im Garten der Firma ihres Mannes untergebracht hat, damit die Welpen eine bessere Überlebenschance haben.

Anschließend wurden wir in die Karpaten gefahren – zu einer netten Forellenstation bei der wir eine "Kleinigkeit" zu uns genommen haben.

Wieder im Hotel haben wir eine kurz Pause einlegen können, um dann am Abend mit Nina und ihrem netten Mann noch einmal Essen zu gehen – ich kann Euch sagen, Tierschutz verlangt einem ganz schön was ab ;-).

Danach haben wir drei Männer noch eine kurze "Lagebesprechung" im Hotel abgehalten und alsbald die viel zu kurze Nacht über uns hereinbrechen lassen.

Der Wecker holte uns um 4 Uhr in die Realität zurück. Da die Sonne um 5 Uhr bereits am Horizont erscheint benötigten wir zum Einladen der Hunde dieses mal kein Flutlicht. Die Temperaturen waren noch angenehm frisch.

Dank der Einbauten und der Vorbereitung (Zuordnung der einzelnen Tiere zu den passenden Boxen) beschränkte sich das Einladen der Hunde nur noch auf die Kontrolle der Chip-Nummern und das sichere hineinbugsieren der kleinen Strolche.

Dann um 5:40 Uhr – Abfahrt.

Die Katzen fühlten sich nicht wirklich wohl in Ihrer Umgebung und beschwerten sich auch lautstark. Aber nach kurzer Fahrt verstummten sie und auch die beiden Hunde, die die Situation ebenso unbehaglich fanden wie die Katzen.

2,5 Stunden später nahmen wir dann noch aus Cegled (vertreten durch Monica) und aus Siofok (durch Janosch) ein paar ganz Süße mit auf den Treck.

Zum Glück erwies sich das Wetter bezüglich der Temperaturen auf der Rückfahrt gnädig und im Laderaum waren maximal angenehme 25 Grad – in der Fahrerkabine brachten wir es leider nicht auf ein so angenehmes Klima.
Der Verkehr blieb überschaubar und keine Kontrolle störte unser Vorankommen. Dadurch waren wir auch schneller als erwartet an den Treffpunkten und letztendlich bereits gegen 20:30 Uhr an der Ohligser Heide.
Bis auf einen kleinen Welpen wurden die Hunde schnell übergeben. Nur eine Familie aus Bremen, die eine etwas längere Anfahrt hatte, konnten nicht informiert werden, dass wir so früh da sind. Es wurden direkt schon mehrere Bewerbungen für den kleinen süßen Fratz abgegeben, für den Fall dass er nicht abgeholt werden würde. Aber da wurde nichts draus – und ich glaube das neue Frauchen von Böbi wird sie auch sicher nicht mehr hergeben wollen.

So ging ein langer Tag zu Ende und trotz der Anstrengung fühlt man sich danach doch gut, 19 erwachsenen Hunden, zwei Welpen, einer erwachsenen Katze und 2 Katzenwelpen eine bessere Zukunft ermöglicht zu haben.
Wir wünschen allen, Mensch wie Hund, einen tollen neuen Partner gefunden zu haben, bzw. denjenigen Hunden, die noch in einer Pflegestelle verweilen, schon mal eine Ahnung davon zu bekommen, was sie hoffentlich bald endgültig erwartet.

Vielen Dank auch an meine beiden Mitstreiter – immer wieder gerne.

Frank Behr / 26.05.2009


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