Tierschutzfahrt nach Ungarn/Miskolc vom 25.-28.12.2008

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Claudia und Andreas sind nachts um 2:00 h, nachdem sie ihre Hunde gut versorgt wussten, zu Hause in Horstmar abgefahren und wir hatten dann Treffpunkt um ca. 3:30 Uhr am Rastplatz Königsforst. Nachdem ich mich von meiner Tochter und meiner Schwester verabschiedet hatte, ging es los ... die Fahrt, von der ich Nächte vorher geträumt habe und nicht genau wusste, was mich erwartete.
Wir waren guter Dinge und ab ging es auf die Autobahn, bis wir nach ca. 2 Std. den ersten Zwangsstopp einlegen mussten.
Der Lieferwagen zeigte uns einen Motorschaden an, aber zu unserem Glück ging gleich ein Parkplatz rechts ab und wir konnten erstmal abfahren. Nach einigen Überlegungen, was nun zu tun war, riefen wir bei der Notrufnummer der Autovermietung an. Es war dunkel, kalt und gerade mal gegen kurz vor 6:00 h in der Früh.

Am Telefon erfuhren wir dann erstmal, dass es Ok sei, da ja der Tankanzeiger nicht in Ordnung ist. Wir müssten warten, man würde uns einen Tankwagen rausschicken. Dann handelte Claudia blitzschnell, nahm 50 Euro und sprach ein junges Pärchen an, ob sie wohl so lieb sind, uns einen Ersatzkanister Diesel zu besorgen. Ich sagte ihr, das Geld siehst du nie wieder ... aber da es ja noch Weihnachten war ... kurze Zeit später kam das Pärchen bewaffnet mit einem Ersatzkanister Diesel zurück, damit wir zur nächsten Tankstelle fahren konnten.

Ich konnte unser Glück nicht fassen und war mega froh über so nette und ehrliche, hilfsbereite Leute ... solltet ihr dies per Zufall lesen ... ganz vielen lieben Dank nochmal. Dann fiel Claudia auf, dass beim Blinken immer die Scheinwerfer ausgingen ... mir drehte sich jedes Mal der Magen, war zwar immer bloß für Sekunden ... aber wer fährt gerne Autobahn und sieht nichts?
Nun ging es weiter. Irgendwie war ich müde, aber auch mega aufgeregt. Zwischendurch wurde noch ein kleiner Stopp eingelegt, um Spenden einzuladen und weiter ging es. Wir hatten super Glück mit dem Wetter. Erst hinter der Grenze nach Österreich hatten wir ein bisschen Schneeregen, aber es hatte nicht behindert und so kamen wir wirklich sehr gut voran. Ich war erstaunt, dass sich die Strecke ab der Grenze noch so lang hinzog.

Gegen 19:30 h kamen wir dann endlich im Hotel an. Claudia und ich sind absolut platt ins Bett gefallen und haben bis um 6:20 h am nächsten Morgen geschlafen. Andreas hat es sich noch im Zimmer gemütlich gemacht ... schlafen war bei ihm wohl nicht drin (er hat fast die ganze Fahrt geschlafen).

Dann ging es zum Frühstück ... leider gab es das erst ab 8:00 h. Ich war am Fiebern, wollte unbedingt ins Tierheim und sehen, für was ich sooo lang im Wagen gesessen habe. Endlich angekommen im Tierheim, haben wir erstmal den Transporter ausgeladen.

Als das erledigt war, habe ich meine Kamera genommen und bin erst mal alleine über das Gelände um mich umzusehen, während Claudia und Andreas anfingen, die Boxen vorzubereiten. Ich war geschockt, tieftraurig und musste absolut mit den Tränen kämpfen bei all den süßen tollen Fellnasen.

Hunde in ungarischen Tierheim-Zwingern

Ich musste mir immer wieder vorstellen, wie meine zwei Süßen leben würden in solchen Zuständen. Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, mir einen eigenen Eindruck machen zu können, und kann nur sagen: Ich fahre sicher wieder mit, sobald sich die Möglichkeit ergibt, ich weiß wofür man dies alles auf sich nimmt.

Dann wurde es plötzlich sehr laut und einige der ehrenamtlichen Helfer aus Ungarn sprangen in drei aneinander liegende Zwinger, um eine Beißerei zwischen mehreren Hunden zu beenden.

Ein schwarzer Wuschel wurde ziemlich verletzt, allerdings nicht von Hunden aus seinem Zwinger, sondern aus den Nebenliegenden. Dieser wurde daraufhin erst mal aus dem Zwinger geholt, um die Wunden zu versorgen.

Hunde im Tierheim in Ungarn Hunde im ungarischen Tierheim

Auf unserer Liste standen 5 Welpen, die in eine bessere Zukunft reisen sollten, aber in dem Zwinger waren 6. Claudia und Andreas haben nicht lang überlegt und da die Kleine fertig war, wurde sie unser nicht geplanter, zusätzlicher Fahrgast, der bereits nach wenigen Tagen ein neues festes Heim gefunden hat ;-)

Was mir sehr aufgefallen ist ... sooo viele Hunde ... aber keiner in den Zwingern, der sich nicht über eine Streicheleinheit oder ein Leckerli gefreut hat. Man sollte meinen, dass mal hier oder dort einer schnappt ... aber es ist fast so, als wissen sie genau, was wir wollen ... es waren wirklich ausnahmslos ALLE Hunde super lieb und freundlich.

Am Nachmittag hatten wir noch genug Zeit, uns das neue Tierheimgelände anzuschauen. Ich wünsche mir und ich hoffe, dass sie wirklich schnell mit den Bauarbeiten vorankommen, dass die Hunde umziehen können und ein ganzes Stück weit besser untergebracht sind. Auf dem Gelände waren 4 Hunde untergebracht, zur Abschreckung von Einbrechern und Dieben. Aber auch diese Hunde haben ein besseres Zuhause verdient. Sie waren freundlich, verspielt und haben sich sehr über unseren Besuch gefreut.

Zwingergebäude im neuen Tierheim in Ungarn Hauptgebäude im ungarischen Tierheim
Zwinger im neuen Tierheim in Miskolc-Ungarn Neues Tierheim in Ungarn

Gegen 16:00 h sind wir dann zurück ins Hotel, um noch ein wenig zu schlafen, da abends um 20:15 h ein Treffen mit Gizi und Imre auf dem Plan stand, die auch noch Hunde für unsere Fahrt mitbringen würden.Als wir diese dann bereits verladen hatten, ging es los zum Tierheim von Miskolc, wo wir bereits erwartet wurden. Dann ging alles ganz schnell.
Die Tierärztin prüfte, ob alles seine Richtigkeit hatte, und checkte die Chipnummern der Hunde nochmal durch und gegen 21:30 h waren alle Fellnasen verladen.

Nun konnten wir die Rückfahrt antreten ... Andreas ging wieder seinem Hobby nach und machte die Augen zu *smile*
Hinter Budapest haben wir dann noch Onkel Theo eingeladen von befreundeten Tierschützern.
Die Strassen waren frei und wieder keine Hindernisse, Staus oder Ähnliches. Um 3:00 h nachts wurden die ersten Leute aus dem Bett geschellt, um den Standort durchzugeben, was bei einigen wohl ziemlich stressig wurde, da der 1. Hund erst gegen 8:00 h am Ziel sein sollte aber bereits um 5:00 hdort war.
Dann lief alles wie am Schnürchen, ein Stop nach dem Nächsten und um 11:00 h haben wir Frühstück nach Wahl bekommen. Inka Wendel hat uns mega toll mit belegten Brötchen versorgt und das, obwohl wir ja fast zu Hause waren.Danke nochmal an Inka.

Und um 12:15 h kam dann die letzte Station für uns ... Ohligser Heide ... wir wurden schon sehnsüchtig erwartet von den Pflegestellen und neuen Herrchen und Frauchen der Hunde. Wir waren gut 3 Stunden zu früh am Treffpunkt ... aber es waren alle anwesend, um ihre neuen Familienmitglieder entgegen zu nehmen.
Ich danke Claudia und allen anderen von Canifair, diese Erfahrung machen zu dürfen. Ich drücke allen zukünftigen Fahrern die Daumen, dass sie mit den Hunden ohne weitere Probleme ihre Ziele erreichen.

Abholung der Hunde an der Raststätte Hunde werden an der Raststätte abgeholt
Neue Besitzer freuen sich über ihre Hunde Glückliche Hundebesitzer
Pflegestelle mit ihrem neuen Pflegehund Verona adoptier von ihrer Pflegestelle

Jetzt sehe ich meine Hunde Pille und Percy aus einem anderen Blickwinkel, kann sie ein Stück weit mehr verstehen, wenn sie Angst haben oder absolut schmusebedürftig sind.

 


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