Ungarnfahrt November 2014

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Die Fahrt im November sollte für mich eine besondere werden zum einen, weil es meine erste Tierschutzfahrt war und zum anderen weil ich nun endlich den Hund nach Hause bringen konnte, der sich schon ein Jahr zuvor in mein Herz geschlichen hatte. Unser toller EL-Teddy (Agnetha) durfte endlich aus der Kälte raus und in ihr neues Zuhause einziehen.
Dementsprechend aufgeregt war ich, als ich mich am Donnerstagnachmittag auf den Weg zu Leon und Tonja machte. Zuhause packten meine Mutter und ich noch schnell die vielen Spenden ein, die in Ungarn dringen benötig wurden. Dann ging die Fahrt auch schon los. Bei Tonja und Leon wurden die Spenden umgeladen und der nächste Tag geplant und natürlich hatte Tonja uns ein leckeres Abendessen zubereitet. Nachdem alles erledigt war sind wir auch relativ früh zu Bett gegangen, denn der nächste Tag sollte früh beginnen. Vor lauter Vorfreude auf die fleißigen Tierheimmitarbeiter und natürlich auf Agnetha war die Nacht für mich relativ kurz.
Der Morgen startet trotzdem sehr schön, denn wir freuten uns natürlich auf die Fahrt und die vielen Hunde die jetzt endlich ihr eigenes Körbchen beziehen konnten. Also machten Leon und ich uns schnell auf den Weg nach Weißkirchen um unseren dritten Fahrer Jeanette abzuholen. Die Fahrt dorthin führte zwar über einen kleinen Umweg, da ich (obwohl ich mich eigentlich in Frankfurt auskennen sollte) Leon auf einen falschen Weg führte =). In Weißkirchen angekommen warteten auch schon Jeanette und Thomas auf uns. Wir luden noch die restlichen mitgebrachten Spenden ein, sicherten alles und los ging die Fahrt. Die Fahrt nach Ungarn war sehr anstrengend aber trotzdem schön und wir haben natürlich viel gelacht, besonders als ich zum ersten Mal unsere Transporter bzw. überhaupt einen Transporter gefahren bin. Nach ca. 100 Kilometern war ich so verkrampft und erschossen das ich kurzerhand entschloss jemand anderen fahren zu lassen =). Als wir Budapest erreichten, informierten wir Nina, dass wir bald in Miskolc ankommen werden. Unsere Vorfreude auf die nächsten zwei Tage stieg mit jedem Kilometer, den wir dem Ziel näher kamen. Als wir dann endlich unser Ziel erreichten und im Hotel eingecheckt hatten, wartet auch schon unser Abendessen auf uns, das Nina extra organisiert hat. Wir ließen den Abend mit einem gemütlichen beisammen sein ausklingen und freuten uns gemeinsam auf den nächsten Tag.
Endlich war der nächste Tag gekommen und nach einem „leckeren“ Frühstück ging es auf einem kurzen Umweg über ein Einkaufszentrum (Leon hatte den Akku für die Kamera vergessen und wir versuchten verzweifelt noch einen zu organisieren) ins Tierheim. Im Tierheim angekommen wurden wir schon freudig erwartet. Und wie ihr euch sicher denken könnte war meiner erster Gang zu Agnetha die schon freudig wartet.

Nachdem Agnetha geknuddelt wurde und ihr Leckerchen bekommen hat, begrüßte ich auch endlich Livi und das Tierheimteam. Die freuten sich natürlich wie immer sehr über die vielen Spenden. Anschließend räumten wir die Spenden aus dem Transporter, sortierten alles und beluden unsere Jackentaschen mit Leckerchen für die vielen Tierheimhunde. Der Gang durch das Tierheim ist für mich immer etwas Schönes aber auch etwas sehr Trauriges. Auf der einen Seite freut man sich das die Tiere dort einem schlimmeren Schicksal entgangen sind, zum anderen möchte man sie gern alle retten, was allerdings auch sehr schwierig ist. Und so versuchen wir durch unseren Rundgang im Tierheim natürlich allen Hunden gerecht zu werden. Die Hunde die außerhalb des Käfigs sind haben es ein bisschen besser, denn sie bekommen alle Streicheleinheiten, die sie wollen. Innerhalb der Käfiganlagen ist es sehr schwierig die Hunde zu streicheln und trotzdem versuchen wir es und streicheln jede Fellnase, die sich uns entgegenstreckt. Besonders mitgenommen auf dieser Fahrt hat mich das Schicksal des armen Ronald. Als wir uns seiner Hütte näherten schaute er schon ganz ängstlich und als wir versuchten ihn zu streicheln schrie er als ob er starke Schmerzen hat. Dass er so schrie machte uns große Sorgen, denn wir wusste nicht was ihm fehlt und ob wir ihm die lange Fahrt am nächsten Tag zumuten können. Später brachte ein Tierheimmitarbeiter ihn an der Leine zu uns und er machte den Eindruck als fehle ihm nichts. So beschlossen wir einstimmig ihm die Fahrt doch zuzumuten, denn er musste auf alle Fälle raus aus der Kälte. Auch andere Schicksale berührten mich sehr zum einem ein sehr alter Schäferhund, der kaum noch richtig laufen konnte. Am liebsten hätte ich ihn eingepackt und mitgenommen. Zum anderen ein sehr ängstlicher Hund der sich gleich in der seiner Hütte versteckte als ich mich ihm näherte. Aber mit ein paar Leckerchen und vielen Streicheleinheiten kam er aus seinem Versteck und genoss die Zuwendung.

Natürlich bewegen mich auch die vielen grausamen Schicksale vieler Hunde und es macht mich mehr als traurig, dass Menschen in der Lage sind Tiere so zu quälen.
Nachdem wir mit unserer Runde fertig waren aßen wir gemeinsam mit Nina, die sich nur kurz Zeit für uns nehmen konnte, weil sie sich eine starke Erkältung eingefangen hatte, Mittag. Nach dem Mittag fotografierten wir noch so viele Hunde wie möglich, sodass wir immer aktuelle Fotos für die Vermittlung von Hunden bereit haben. Zum Ausklang des Tages entschlossen Kathi, Jeanette, Leon und ich noch mit ein paar Hunden spazieren zu gehen. Zurück im Hotel genossen wir eine kurze Ruhepause bevor es dann zum Abendessen ging. Natürlich endet der Abend sehr früh, denn der nächste Tag sollte stressig genug werden. =)

Am nächsten Morgen fuhren wir direkt ins Tierheim. Dort angekommen erfuhren wir von den aufgeregten Tierheimmitarbeitern, dass Livi nicht da ist und keiner könne sie erreichen. Kurz nach uns kam Nina, die Bigi vorbeibrachte, der auch mit uns auf große Fahrt gehen sollte. An Bigi hatten Leon, Jeanette und ich noch unsere Freude, denn sobald man langsamer fuhr, fing er an zu bellen und war nicht zu beruhigen. Das hieß bei jedem Stopp bellte Bigi unser liebevoller Terror Beagle. Gut diese Information am Rande und zurück zum Tierheim. Auch Nina wusste nicht wo Livi war und mit jeder Minute die verging machten wir uns größere Sorgen um sie. In der Zwischenzeit bin ich nochmal zu Agnetha gegangen um ihr „Guten Morgen“ zu sagen und sie zu begrüßen. Als ich sie rief kam sie total traurig aus ihrer Hütte gekrochen. Ihr Blick sagte mehr als tausend Worte. Sie schaute den Transporter an und dann wieder mich. In ihrem Blick sah ich Resignation um es mal in Worte auszudrücken was sie wohl gedacht hat Agnetha: „Wieder ein Transport ohne mich! Keiner will mich und ich werde hier immer allein bleiben“. Dieser Blick machte mich so traurig und ich wollte sie einfach nur noch in ihre Box setzten und ihr zeigen das sie auch endlich ein Zuhause hat.

Als Livi nach einer Weile immer noch nicht da war entschlossen wir uns die Hunde ohne sie einzuladen, was uns natürlich auch mehr Zeit kostet als sonst. Auch einige andere Probleme kamen noch auf uns zu, denn die Geräte, mit denen man den Chip der Hunde ausließt schienen nicht zu funktionieren. Aber dieses Problem konnte zum Glück schnell behoben werden. Auch Ronald machte uns Sorgen, denn er wollte nicht einsteigen und ließ sich auch nicht anfassen. So bekam er eine Beruhigungstablette, um die Fahrt einigermaßen gut zu überstehen. Nun war auch endlich Agnethas Stunde gekommen, als sie vor dem Transporter stand war sie völlig überrascht und vor Aufregung legte sie beim Einstieg in den Transporter eine elegante Bauchlandung hin. Zum Glück konnte sie sich nicht verletzten, sodass sie Vorführung von ihr bei allem ein leichtes Schmunzeln auslöste. Nachdem endlich alle Hunde in den Boxen verstaut und die Boxen gesichert waren, konnte die Fahrt beginnen. Die Rückfahrt verlief sehr ruhig (bis auf Bigi).
In Weißkirchen stieg Ronald aus. Wir ließen ihm alle Zeit der Welt. Leon verschloss die Tür am Transporter, sodass er alle Ruhe hatte die er brauchte. Nach ca.15 Minuten konnte wir ihn aus der Box holen und sicher bei seinem Abholer verstauen. In Weißkirchen verabschiedeten wir uns auch von Jeanette, die dort ihr Auto stehen gelassen hat. Das letzte Stück fuhren Leon und ich allein weiter. An der Ohligser Heide angekommen warteten schon die letzten Abholer sehnsüchtig auf ihre Hunde.
Da sich eine Abholerin verspätet waren wie noch bis ca. 1 Uhr an der OH. Als die letzten Hunde übergeben wurden, ging die Fahrt weiter zu Leon und Tonja, wo Agnetha und ich die Nacht verbrachten. Agnetha die mehr als aufgeregt war das erste Mal ein Haus zu betreten, zeigte sich natürlich von ihrer sportlichsten Seite. Da sie Parkettboden nicht kannte und dieser Boden ihr viel zu rutschig war, plumpste sie um und Tonja und ich mussten sie mehr oder weniger in ihr Schlafgemacht schieben. Dort angekommen schaute mich ein riesiger Teddy an und ließ mich mit ihrem Blick merken, dass sie doch gern in mein Bett wolle. Aber ich ließ mich nicht erweichen und Agnetha schlief trotzt das sie nicht ins Bett durfte selig ein. Am nächsten Morgen mussten wir natürlich unsere sportliche Agnetha nach draußen bekommen. Da wir diesmal ein wenig schlauer waren, luden wir sie auf ein Handtuch und ab ging die Fahrt durch die Wohnung. Oben ein paar Bilder von Agnethas erstem Spaziergang in Deutschland


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