Fahrtbericht 08.01.14 - 11.01.2014

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Auch diesmal stand relativ schnell fest, wer mit wem diese Fahrt macht. Nämlich Petra, Tina und ich, Ludmilla (ok, ich nenne mich mal Maria). Diesmal wusste ich ja schon, was mich in Ungarn erwartet, aber ich war trotzdem aufgeregt… wir drei waren die letzten Tage vor Abfahrt ganz hibbelig. Diesmal starteten wir am Mittwoch.

Um 6:00 Uhr ging es los. Auch diesmal war der Transporter bis unter´s Dach voll mit Spenden. Tina luden wir, Petra und ich wieder im P&R Kierdorf ein und dann waren die drei Damen wieder vollständig und es ging los. Ich hatte so gehofft, dass Tina wieder diese absolut köstlichen Sandwiches macht. Mein Wunsch hatte sich bestätigt. Auch Simone empfing uns wieder total herzlich in Weiskirchen und wir konnten uns mit Kaffee und Keksen stärken.

Die Hinfahrt zieht sich meist wie Gummi… auch diesmal. Bis man Deutschland passiert hat und in Österreich ist, dauert es ja schon eine ganze Weile. In Österreich wurde unsere Herzfrequenz mal ordentlich gesteigert, da wir von der Polizei angehalten wurden. Wir waren uns nicht sicher, ob unser Transporter nicht vielleicht etwas übergewichtig ist. Mit Dekolleté, Wimpern klimpern und weiblichem Charme durften wir aber glücklicherweise weiterfahren.
Auch bei dieser Fahrt haben wir kein einziges Auge zugemacht und uns soooo viel erzählt. Ich glaube, ich habe bestimmt die ein oder andere Stunde das Selbe erzählt wie letztes Mal.
Aber meine Mädels haben mich gelassen und es über sich ergehen lassen. Danke dafür.
Gegen 21:30 Uhr erreichten wir das Hotel und es begrüßte uns eine riiiieeeesen Pizza und das kalte Feierabendbier. Immer noch das Leckerste auf Erden. Und dann ab in de Kiste.

Am Donnerstag Morgen ging es dann los…… ich war auch jetzt überwältigt von der Leidenschaft und Hingabe des Teams von Livi und Nyina, dass sich so die ein oder andere Träne in meinem Auge produzierte. Sie geben alles was sie haben und opfern sich wirklich für diese Tiere auf. RESPEKT und DANKE!

Auch an diesem Morgen wollten wir, mit Leckerchen bewaffnet, unseren Rundgang durch das Gelände machen. Aber es ging nicht……
Schon bei den ersten Hunden merkten wir, dass die Situation dort so gespannt ist, dass direkt die ersten Beißereien losgingen. Das Tierheim ist so überfüllt (370 Hunde), dass die Spannungen untereinander greifbar und spürbar sind. Einige Hunde müssen schon an Ketten leben, weil es keinen Platz mehr gibt. Jeder freie Platz draußen wird dafür ausgenutzt. Die jungen Rüden an der Kette sind Einschläferungskandidaten, weil sie sich nicht an das Leben an der Kette gewöhnen können und sich ihr Charakter schnell nachteiligt verändert. Diese beiden noch ohne Namen gehören auch dazu. Im Moment noch super fröhlich und freundlich aber wie lange bleibt ihnen das erhalten?

Das alles jagte mir einen Schauer über den Rücken und in diesem Moment habe ich mich so hilflos gefühlt… so: …maaaaaannn.. warum kann ich denn nichts dagegen tun? Warum hat man das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen und trotzdem das Gefühl, es wird schlimmer und nicht besser? Aber so ist dem ja nicht…. mit jedem Hund, dem wir dort die Freiheit und ein besseres Leben schenken, ermöglichen wir dem Nächsten auch diese Hoffnung…. Auch wenn jetzt viele Hunde dort leben, dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass es einen oder zwei Menschen oder gar eine ganze Familie gibt, die einen dieser armen und hoffnungsvollen, gerade schwarzen und behinderten Hunde aufnehmen und ihm eine Chance geben! Das ist meine Motivation und Hoffnung, alles mir Mögliche hier zu tun, auch wenn es manchmal als Fass ohne Boden erscheint!

Tomi wartete schon sehnsuchtsvoll auf sein neues Zuhause. Ich hatte das Gefühl, er hat dadurch nochmal so einen Schub bekommen. Für Tomi haben wir uns besonders gefreut.

Spencer hat sich riiiieeesssig und springend über sein Paket gefreut und konnte kaum erwarten es zu öffnen. Auch eine Bekanntschaft mit einem freilaufenden Hund verlief soo problemlos. Er forderte ihn sogar zum Spielen auf. Da muss es doch die richtige Familie irgendwo geben!

Auch Müller freute sich total über die Geschenke und seine neue Hütte. Bei ihm haben wir einen Katzentest im Katzenhaus gemacht. Er wirkte total souverän und cool und ist eher an den Menschen interessiert (um zu gefallen) als an Katzen oder anderen Hunden.

Eine witzige Geschichte gab es auch zu erzählen, wir mussten alle herzhaft lachen.. Spencer galt als hundeunverträglich und Leonard, unser dreibeiniges Kerlchen hat sich mal spontan gedacht, dass er das bei Spencer mal selber testet und kletterte über dessen Zwingerzaun und besuchte Spencer. Alle haben fast einen Herzinfarkt bekommen. Spencer fand es super und die beiden zeigten sich als beste Kumpels. Man fand heraus, dass Leonard Spencer gerne mal regelmäßig in seinem Zwinger besuchte.

Es fiel mir direkt ein kleiner schwarzer Hund auf… hat sich sooofooort in mein Herz gestohlen… Robby, der KeinOhrHund. Robby hat man die Ohren abgeschnitten und er leidet wahrscheinlich an Epilepsie. Er ist trotzdem oder vielleicht auch deswegen so süß und fröhlich. Ich hätte ihn am liebsten eingepackt. Ich hoffe für den kleinen KeinOhrHund finden wir eine nette Familie! In Ungarn hat er, wie viele Hunde, höchstwahrscheinlich keine Chance mehr auf Vermittlung.

Im Laufe des Tages wurde ein kleines Hundemädchen auf der Strasse gefunden, dessen Schädel eingeschlagen wurde. Ihre Chancen stehen sehr schlecht.

Das ist dort der Tierheimalltag. Ich kann der Crew dort nur meinen Respekt aussprechen, wie sie das verarbeiten und mit wieviel Liebe und Zärtlichkeit sie dem neuen Schützling gegenüberstehen. Und all den anderen Hunden natürlich.
Auch eine wunderschöne rotfellige Katze wurde gefunden, deren Hinterpfote zertrümmert war. Ihr steht höchstwahrscheinlich eine Amputation bevor.

In meinem letzten Fahrtbericht erwähnte ich Leonard und Tomi und dass sie uns ans Herz gewachsen sind. Wir hofften, dass sie bald ein Zuhause finden und freuten uns umso mehr, dass wir beide auf unserer Tour mitnehmen durften.
Bevor der Tag zu Ende ging waren wir noch mit Nyina, wie fast jedes mal, Futter kaufen. Der Fokus lag hier, wegen der momentan sehr vielen Welpen, auf Welpen- bzw. Seniorfutter.
So endete auch recht schnell Tag 1 im Tierheim. Nyina, Livi und DancingQueen Szusza begleiteten uns noch zu einem leckeren Abendessen in lustiger Runde mit viel Palinka.
Der Freitag begann wie der Donnerstag und endete im Prinzip auch so, allerdings ohne Palinka. Wir katalogisierten Hunde, die wir noch nicht auf unserer Canifair Homepage vorgestellt haben, um Livia etwas zu entlasten. Das nahm fast den kompletten Tag ein.

Zum Ende durften wir drei noch eine ungarische Uschi kennenlernen, deren Bekanntschaft skurril und aufregend war und irgendwie auch ein bisschen entspannend. Wer das ist, bleibt unser Geheimnis.
Die Vorbereitung für unsere Fahrt lief auf Hochtouren und so konnte der Samstag kommen.

Die Nacht war kurz…. Der Samstag leider schon da… Let´s Go.
Das Einladen der Hunde klappte super. Das Team war klasse vorbereitet und es lief wie am Schnürchen. Um 6:00 Uhr konnte es vollgeladen und mit Silver, unserem Tigscher auf dem Schoss, losgehen. Es war wehmütig, da mir die Zeit dort immer viel zu kurz vorkommt, aber der Alltag, die Hundebesitzer und Pflegestellen riefen.

Nun ja… bis auf ein paar… ähm… Orientierungsschwierigkeiten… klappte alles super gut. Die Felle waren alle sehr ruhig und es gab keine Verzögerungen bis auf 2 Staus.
Ich war total überrascht und erstaunt wie viele Menschen an der Ohligser Heide auf uns warteten. Natürlich um die noch 22 Hunde abzuholen aber auch um uns einfach zu besuchen und sich an der Freude der einzelnen Wartenden zu beteiligen. Das Gefühl an den einzelnen Haltepunkten ist sooo schön und motivierend. Ich freue mich so unendlich über die glücklichen Gesichter von Mensch und Hund.

Danke an den Endstellen und Pflegestellen, die unseren Hunden eine Chance ermöglichen, in ein besseres Leben zu reisen und ihnen die Möglichkeit geben, endlich mal das Positive im Leben kennenzulernen… Liebe, Geborgenheit, Fressen und Freiheit.
Danke auch an meine Mädels, ihr wart wieder toll und ich vermisse Euch jetzt schon.

Und natürlich an das Team Miskolc! Insbesondere Nyina und Livi! Ihr seid besondere und tolle Menschen!

Als letztes möchte ich noch über die aktuellen Futtergegebenheiten erzählen. Der ein oder andere Hund wirkt vielleicht etwas pummelig. Das liegt nicht an einem Futterüberschuß im Tierheim, sondern es werden viel Brot und Essensreste verfüttert. Es werden hierzu wenige Ansprüche gestellt… auch wenn wir vielleicht das ein oder andere Mal den Kopf schütteln und denken… Oh Gott.. das kann man doch nicht füttern! Aber lieber sollen die Hunde satt werden, egal wovon, als dass es dort zu schweren Beißereien kommt, wegen schlimmer Hungersnot und sie krank werden, weil ihnen die Abwehr fehlt. Es fehlt einfach das richtige Futter in ausreichender Menge!

Es war eine aufregende und tolle Fahrt! Mädels.. ihr seid toll! Danke!!!


Liebe Grüsse

Eure Maria ääh Ludmilla.. oder wie auch immer

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