Fahrtbericht Miskolc vom 15. – 17.11.2013

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Michas erste Fahrt nach Miskolc (Ungarn)

Angefangen hatte alles mit einer Information von Inka über die Arbeit von CaniF.A.I.R. in unserer Hundeschule vor ca. 4 Jahren. Seit diesem Abend war das Interesse an diesem Verein geweckt und ich verfolgte ständig die Aktivitäten auf der Homepage und bei Facebook. Im Mai 2013 war es dann endlich soweit, warum es letztendlich so lange gedauert hat, weiß ich auch nicht, der Mitgliedsantrag wurde ausgefüllt und ich war jetzt Mitglied bei CaniF.A.I.R..
Dann kam der Juli und Inka fragte mich, ob ich nicht jemanden wisse, der sich mit Klimaanlagen auskenne, der Transporter für die Hunde habe Probleme damit, das war für mich dann endgültig der Startschuss für die aktive Arbeit im Verein. Als dann auch noch Anfang September eine Suchanzeige für Vermittler der Fellnasen im Internet stand, gab es für mich kein Zögern mehr, das wollte ich machen!

Am 28.09.2013 war das jährliche tolle Hundetreffen in Burscheid, der Transporter wurde geholt, vollgepackt mit Hilfsgüter. Es wurde alles verstaut, immer wieder umgepackt, wichtigere Spenden wie Futter, Medikamente, medizinische Materialien rein, andere wegen Gewichtsproblemen wieder raus, bis dann endgültig alles eingeräumt und der 15.11. in Sicht war.

Birgit, Inka und ich wollten die Fahrt durchführen. Ich selbst war gespannt wie Bolle, was mich erwarten würde. Leider fiel Birgit krankheitsbedingt aus und Leon sprang, vollkommen uneigennützig, sofort ein. Am Freitag, 15.11., um 5 Uhr morgens, ging es dann bei Inka los. Leon wurde in Limburg noch abgeholt und es ging auf die Autobahn. Vor uns lagen ca. 1200 aufregende Kilometer. Die Bahn war frei und da wir keine Zuladestellen hatten, konnten wir ohne Probleme unser Hotel Karoly in Miskolc nach 15 Stunden Fahrt sicher, aber müde erreichen. Da wir noch den restlichen Reiseproviant hatten, fiel die wohl obligatorische Pizza aus und wir verspeisten die restlichen Sachen. Ein Bierchen und dann ab in die Heia.

Ich lag dann endlich im Bett, aber so richtig schlafen ging nicht. Ich wusste ja überhaupt nicht, was mich da morgen erwartete und machte mir so meine Gedanken.

Um 8 Uhr war dann die Nacht vorbei. Nach dem Frühstück fuhren wir zum nahegelegenen Tierheim. Um 9:30 Uhr wollten wir uns mit Nyina und Livi treffen. Die anderen vom Tierheim erwarteten uns auch schon und es gab einen herzlichen Empfang.

Nachdem dann alle Hilfsgüter ausgeladen waren, ging es kurz zu den Tieren. Tomi und Co. wurden dann ausgiebig begrüßt.

Nyina, Inka und ich fuhren nach einer kleinen Sightseeing-Tour durch Miskolc zu einem Futtermarkt, um Futter im Wert von 700 Euro zu holen. Da dringend, permanent Futter für Welpen und für schwache, kranke Tiere benötigt wird, war diese Spende von CaniF.A.I.R. sehr willkommen. Entsprechend voll war auch das Auto. Rückfahrt ins Tierheim, ausladen und dann wieder zu den Hundis.

Leider ist das Tierheim stark überfüllt und man kann sich nicht intensiv um die Hunde kümmern. Was das Team des Tierheimes dort leistet, lässt sich nicht mit Worten beschreiben, das muss man einfach gesehen/erlebt haben.
Wie liebevoll immer und immer wieder mit den Tieren (trotz Zeitdruck, denn der Winter naht ja in großen Schritten) umgegangen wird faszinierte mich, Hut ab.
Trotz der großen Bemühungen sehen doch verschiedene Hunde sehr mitgenommen aus. Beißereien, ständige Rangeleien ums Futter, Dominanz siegt, liegen an der Kette, viele Tiere haben das Nachsehen. Jedem sieht man das an, die einen zum Teil sehr dick und fett, andere wiederum abgemagert und man fragt sich unwillkürlich, ob sie alle den bevorstehenden Winter überleben.

Viele Zwinger sind immer noch dem Wind und Sturm schutzlos ausgesetzt.
Man hatte uns für den Windschutz 22 Stegplatten gespendet, die auch sehr gerne angenommen wurden, aber es werden noch viel mehr benötigt. In den nächsten Tagen werden sie an den alten Zwingern, hier sitzt auch Müller, angebracht.

Wenn man so über das Gelände geht, sich den Zwingern nähert und dann sieht, dass die Fellnasen einfach nur etwas Liebe, Zuneigung und Streicheleinheiten möchten, fragt man sich, zumindest mir ging es so, was haben die Tierchen verbrochen so leben zu müssen. Jedenfalls bestärkt das mein Gefühl, das Richtige getan zu haben, mich CaniF.A.I.R. anzuschließen und jetzt hier zu sein.

Sie kommen an, schmiegen sich ans Gitter und möchten doch einfach nur mal gestreichelt werden, es gibt aber auch einige die sich vermutlich schon aufgeben haben.

Wie Gyöngy, ein Puli (Mix?): Inka erzählte mir, dass er sich wohl aufgeben hatte, nichts mehr fressen wollte, aber ab dem Tag der Vermittlung, als bekannt wurde, dass er mit nach Deutschland darf, das Fressen wieder begann. Puh!!
Schlucken, Schniefen, Feuchtigkeit aus den Augen wischen, wieder denken, ja, du hast das Richtige gemacht und dann weiter zu den anderen Tierchen.

Es ist immer schade, das man nur ein paar Stunden Zeit hat, um sich mit den Hundis zu beschäftigen. Insgesamt war ich aber doch für mich mehr oder weniger positiv überrascht von dem Zustand des Tierheims.
Ich hatte es mir noch viel schlimmer vorgestellt.
Hier gibt es allerdings in allen Bereichen noch jede Menge Arbeit und es werden noch viele, viele Geld- und Sachspenden benötigt. Die Tierheim-Mitarbeiter leisten wirklich Unmenschliches, um einigermaßen gute Verhältnisse zu schaffen. Ob es der Bau neuer Hütten ist, die Lagerung von Futter, der neu angelegte Auslauf, Winterfestmachen der Zwinger, und, und, und…
Extrem auch der Lärmpegel den die über 300 Hunde verursachen. Das den ganzen Tag zu ertragen, ist schon Wahnsinn. Für mich schön zu beobachten war, dass einige Besucher kamen und sich Tiere zum Spazierengehen abholten. Finde ich eine tolle Geste, die Mitarbeiter werden entlastet und die Hundis können wenigstens für eine gewisse Zeit einfach mal Hund sein und müssen sich nicht, auf den 10 m² zusammen mit teilweise
4 - 5 Hunden den Zwinger teilen.

Für uns alle schlimm anzusehen waren auch die armen Hunde, die außerhalb der Zwinger an der Kette liegen. Sie sind sämtlichen Witterungen ausgesetzt und wenn jetzt der Winter naht, sieht es für einige schlecht aus die Kälte überhaupt zu überleben. Einige hatten auch Verletzungen, die z. B. durch die Ketten entstehen.

Im Hauptgebäude ist die Situation auch nicht viel besser. Es stapeln sich die Kisten mit Welpen, Katzen, verletzten Tiere, Material, usw. Hier platzt das Heim ebenfalls aus allen Nähten, alles ist extrem überbelegt.

Man könnte noch Stunden mit den Tieren verbringen, aber irgendwann wurde es auch Zeit, die Boxen für den Transport am nächsten Tag vorzubereiten. 20 Fellnasen hatten das Riesenglück, am nächsten Tag mit nach Deutschland zu kommen. Nachdem alles organisiert war, stärkten wir uns mit Nyina bei einem Abendessen im City-Hotel.

Es wurden noch diverse Dinge besprochen, z. B. die Abholung eines, in Deutschland gebraucht gekauften Transporters, fürs Tierheim organisiert. Dieses Fahrzeug wird für diverse Aufgaben dringend benötigt. Transporte zur Tierklinik, Einkauf von dringend benötigtem Hundefutter, Abholung von Tieren, usw.

Gegen 22 Uhr ging es wieder zurück zum Hotel und nach einem kurzen Austausch von Fotos vom Tage ging es dann, nachdem jeder sein Zimmer bezahlt hatte, auch in die Heia. Am nächsten Morgen sollte um 5 Uhr die Nacht schon wieder vorbei sein.

Am Sonntagmorgen ging es gegen halb 6 zum Tierheim um die Fellnasen zu verladen.
Nach kurzen Informationen durch Livi und der Tierärztin wurde begonnen die Tierchen zu verladen: Pass und Chipnummer kontrollieren, schauen, dass die Box auch von der Größe passt und dann ab in dieselbige.

Gegen 7 Uhr waren alle 20 Nasen verladen und man verabschiedete sich von den sehr netten Tierheim-Mitarbeitern. Für mich wirklich erstaunlich: Man hat dort immer irgendwie ein freundliches Gesicht gesehen, obwohl viele sichtlich genervt von den schlechten Zuständen und der vielen Arbeit waren.

Nachdem dann alles verpackt war, ging es auf die ca. 1400 km lange Reise zurück nach Deutschland.

Auch auf der Heimfahrt lief es wieder super, kein Stau, keine Kontrollen, kein schlechtes Wetter, nichts. So konnten wir nach einer sehr angenehmen Fahrt mit kurzen Pausen und Kontrollen der Hundis gegen 14 Uhr schon den ersten Hund auf der Raststätte Bayrischer Wald an seine neuen Besitzer übergeben. Schnell ging es dann weiter zu den nächsten Abgabestellen. Da wir auch in Deutschland sehr gut durchkamen, passte auch der erstellte Zeitplan perfekt, hier auch einmal ein großes Dankeschön an Nadine, die ihren ersten Telefondienst ausgezeichnet erledigt hat.

Wir kamen gegen 20:30 Uhr etwas erschöpft, aber dennoch glücklich wenigstens 20 Fellnasen ein hoffentlich schönes Zuhause ermöglicht zu haben, auf dem Rastplatz Ohligser Heide bei Solingen an. Dort stand ein großes Empfangskomitee und es gab einen herzlichen Empfang. Hier wurden dann auch die letzten Hundis endlich an die schon wartenden Besitzer übergeben.

Nachdem alle sich verabschiedet hatten, ging es für Inka und mich nach einem kurzen Imbiss zurück in den Westerwald, wo wir dann gegen 24 Uhr ankamen.
Abschließend kann ich sagen, es waren super schöne, angenehme, teils doch emotionale Erfahrungen die ich machen durfte. Von meiner Seite nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Euch, Inka und Leon, für diesen sehr angenehmen Trip.
Ebenso an das Team in Miskolc, Nyina, Livi und alle Anderen.

Es war meine erste, aber definitiv nicht meine letzte Fahrt, das verlangt nach einer Fortsetzung/Wiederholung!

Ich würde mich freuen, wenn wir jedesmal den Transporter voll belegt hätten. Jedes Tier im Tierheim hat die Chance verdient, in ein schönes Zuhause zu kommen.

Dir Inka, einen ganz speziellen Dank dafür, dass du mich, vor einigen Jahren, auf CaniF.A.I.R. aufmerksam gemacht und mir dadurch das alles ermöglichst hast.

Schaut auch einmal auf die Homepage und ladet den Comic herunter.

Hüttenzauber – ein Wintermärchen

Einfach nur sehr gut gelungen.

Tierische Grüße
Michael Vogel

Michas Bilder

Leons Bilder

Inkas Bilder


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