Fahrbericht 13. – 15.09.2013

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Der zweite Versuch

Meine Vorbereitungen für diese Fahrt: Keine !!
Nachdem ich vor Antritt der letzten Fahrt alle Informationen über die Tiere, deren Geschichten, etc. verschlungen hatte, mit Tina einen Wettbewerb veranstaltet hatte, wer als Erste die neue Anzahl an Tieren entdeckt die wir mitnehmen dürfen, wurde ich krank !!! Und musste so via Handy die Fahrt
von Tina und Léon miterleben – heulend im Bett liegend.
Damit dies nicht wieder so geschieht – normalerweise bin ich nicht abergläubisch, aber sicher ist sicher – habe ich nur kurz die Namen unserer kostbaren Fracht überflogen und mich nicht intensiver mit dem Thema Miskolc beschäftigt. Was soll ich sagen? Mein Immunsystem hat mitgespielt und ich durfte dabei sein.
Ein paar Tage zuvor durfte ich noch Futterspenden von unserem nahe gelegenen Fressnapf abholen, wie auch schon bei der Fahrt zuvor. Das Team ist absolut engagiert.
Die Abreise am Freitag, 13.09. (Upps, das wird mir erst jetzt bewusst!!!), verlief wie geplant. Die Bahnen waren frei. Am Rastplatz Spessart durften wir noch riesige Mengen an Futter beipacken.
Herzlichen Dank an Ute Schawerna, die fleißig sammelt ! Als Überraschung, Tina hatte bereits darauf gehofft, brachte Ute ihren Hund Wonder mit, den Tina im Februar 2011 mit nach Deutschland bringen durfte und der ihr schon zuvor sehr am Herzen lag. Das Grinsen auf ihrem Gesicht war im Verlauf der weiteren Fahrt nicht mehr weg zu kriegen. Immer wieder hörte man sie leise flüstern: „Ist der schön geworden…“.

Gegen 22.30 Uhr kamen wir im Hotel an, stürzten uns auf die auf uns wartende Pizza, obwohl wir noch zehn Minuten zuvor gar keinen Hunger hatten, fielen nach dem Nippen am Bier müde ins Bett.
Vorfreude, Kribbeln im Bauch und auch etwas Angst vor dem was man sehen wird sorgten dafür, dass an Schlaf trotz Müdigkeit kein Denken war.
Nach dem Frühstück durften wir um 9.00 Uhr am Samstag ins Tierheim kommen. Tomi und Agnetha als „Wachposten“ (klaaar). Tomi bekam ein Paket mit Decke, Leckerchen und wie man auf den Bildern erkennen kann, übernahm er sofort die weitere Inspektion des Geschenkes.

Nach dem Auspacken der Spenden (da war doch jemand neugierig) lernten wir einen Hund kennen, der die männliche Ausgabe unserer Rosa (der Hund auf meiner Arbeitsstelle) ist. Optisch mit etwas dunkleren Flecken versehen, aber genauso dement, wacklig auf den Beinen und unglaublich schön.
Zumindest wenn man auf zottelige und in seinem Fall verfilzte Hunde steht wie ich.

Nach und nach lernte ich das Tierheim-Team kennen und fühlte mich sofort wohl und nicht fremd.
Als besondere Überraschung präsentierte uns Nina einen Dachs. Diese kenne ich sonst nur aus England, wenn sie dort überfahren am Straßenrand liegen. Umso mehr freue ich mich über diesen lebendigen Burschen. Es hatte einen Anruf im Tierheim gegeben, in dem man das Team darüber informierte, dass ein Muttertier tot am Straßenrand liegen würde und man solle den „komischen Hund“ abholen ;-)

Da ein Wetterwechsel, nämlich das Einsetzen von Regen, erwartet wurde, machten wir zunächst die gewünschten Bilder von verschiedenen Hunden. Im Nachhinein beim Betrachten der Bilder muss ich anmerken, dass ich keines der Tiere gewürgt oder zum Schmusen gezwungen habe. An meiner
Streicheltechnik vor der Kamera muss ich noch arbeiten.

Danach war das Verteilen der Leckerchen an der Reihe. Von Zwinger zu Zwinger. Ein jeder Hund hat uns die Knabberei mit unglaublich viel Vorsicht aus den Fingern genommen, obwohl bestimmt eine große Gier danach vorhanden war.

Die Gedanken, die einem durch den Kopf gehen? Es gibt so viele unterschiedliche, wunderschöne und liebenswerte Geschöpfe in dem Heim. Unterschiedliche Altersstufen von Welpe bis Senior. Jedes dieser Tiere möchte Liebe und Streicheleinheiten erfahren. Das sieht man an den Augen, das spürt man, wenn sie sich so nah wie möglich an einen randrücken. Und die Anzahl ist so vernichtend hoch.
Man muss aufpassen, dass man nicht die Hoffnung verliert.
Nehmen wir Spencer, der nicht nach Deutschland vermittelt werden darf (Österreicher, Schweizer, aufgepasst!). Für was hält sich Spencer wohl, wenn er beim Gekrault werden auf dem Rücken liegend die Augen verdreht und wie eine Katze schnurrt? Angst einflößend wirkt er so nun wirklich nicht.
Irgendwann haben es sich Léon und Spencer gemütlich gemacht.

Oder die Hündin, die mit ihren wunderschönen Welpen im Korb liegt, so geduldig und ruhig ist, aber so zerbrechlich wirkt und deren trauriger Blick sich ins Gedächtnis brennt. Überhaupt: Die Blicke…..

Akile, ehemals Keanu, deren Pfote sich sehr stark entzündet hat und die dick angeschwollen ist. Mein Freund Léon hat vor Ort einen Gipsabdruck gemacht, um ihr eine Orthese (Schiene) zu bauen, so dass ihre Pfote nicht bei jedem Schritt umknickt und sie eine Wunde auf der Vorpfote hat.

Sie möchte man gerne vor dem Winter an einer guten Stelle wissen, wo sie nicht der Kälte und der Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Dieses Mädchen, das sowohl das Gipsen als auch die Behandlung der Pfote mit einer Ruhe und Gelassenheit über sich ergehen lässt und sogar noch nebenbei schmust. Sieht sie mit ihrer
langen Schnauze nicht aus wie ein Seepferdchen??

Die Frage, die sich wohl jeder bereits gestellt hat, der vor Ort war: „Wie kann man einem Geschöpf so etwas antun?“ Aussetzen, misshandeln….. wenn man das Tier leid ist.
Bei unserem Rundgang fehlte noch das Katzenhaus, welches Livi uns zeigte. Wir selber haben mehrere Katzen, die sich bei uns eingeschleust haben. Wenn eine Katze einen will, hat man einfach keine Chance zu entfliehen. In Deutschland gerne als Katzenmutter bezeichnet, nannte mich Livi „Catwoman“. Hört sich doch direkt viel attraktiver und cooler an. Auch hier wieder kleine Kätzchen und ausgewachsene Katzen gemischt. Alle erfreut über Streicheleien. Livi hat zur Zeit ein kleines hellgrau getigertes Kätzchen – die Augen sind noch blau -, welches sie von Hand aufzieht. Livi schnurrt beim Füttern selber wie eine Katze. Das macht sie erst recht liebenswert.

Was mich gedanklich ebenfalls nicht mehr loslässt ist das Wissen, dass demnächst der Winter Schnee und Frost mit sich bringt. Den Tieren fehlt der notwendige Schutz. Eine Folie, die nicht unmittelbar am Gitter („Guten Appetit“), sondern am Dachüberstand befestigt ist, durchsichtig, damit die Tiere nicht von allen Reizen abgeschirmt sind, Sturm trotzend und dennoch so, dass genug Sauerstoff vorhanden ist…. Oder alternativ wie vor manchen Gehegen schon vorhanden Wellplatten aus Kunststoff.
Jede Spende ist so wichtig. Eine richtige Ernährung gerade für die jungen, alten und kranken Hunde wäre so wertvoll…

Abends gab es dann ein Abendessen mit Nina und deren Sohn in einem netten Lokal , in dem auch Léon und ich als Veganer superleckeres Essen bekamen (was für uns nie ein Problem darstellt).

Am folgenden Morgen wurden die Transportboxen gefüllt und wir konnten mit unseren Hunden auf die Reise gehen. Am Budapester Ring wurden uns von Monika noch zwei Kameraden mitgegeben.

Stau und Regen machten die Sache nicht unbedingt leicht, aber die Pflegestellen und neuen Frauchen und Herrchen hatten alle Geduld. Die Übergaben der Hunde waren auch für uns sehr schön und emotional. Zu sehen, dass die Tiere sofort an den neuen Lebensgefährten (teilweise auf Zeit)
hochsprangen oder sich kraulen ließen, zeigte, dass sie ahnten, dass sie ab jetzt ein anderes Leben führen würden.

An die Abholer: Danke für die lieben Worte, danke für die Hot-Dogs von Monika – passend zu unserem Anlass - , danke für den Kaffee, danke für die Freude über die neuen Schützlinge.
Ans Team in Miskolc: Danke für eure aufopferungsvolle Pflege der Tiere, danke für eure Gastfreundschaft. Und schön, dass es schon bald ein Wiedersehen beim Treffen in Burscheid gibt.
Danke an die, die diesen Bericht gelesen haben. Schaut euch / schauen Sie sich die Bilder der Tiere an und vielleicht gibt es noch einen Platz in Herz und Haus.

Danke an Tina und Léon, schön, dass wir diese gemeinsame Erfahrung machen durften.
Am 05.10.13 findet am Heumarkt in Köln das 1. Kölner Tierschutzfest statt. Canifair ist dabei, um vielen Besuchern die Arbeit des Vereins und vor allem die Hunde vorzustellen. Werbung ist auch hier wichtig, damit ganz viele Hunde ihr neues Frauchen und Herrchen finden.

Herzlichen Gruß,
Tonja Behling

zu Benko Barnus Bildern

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Allgemeine Bilder


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