Ungarnfahrt 11. – 13. Januar 2013

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Ein ganz normaler Dienstag wie jeder andere!? Nicht ganz. Meine Kollegin, Gisela Willig, fragte mich, ob ich Lust hätte am kommenden Freitag mit ihrem Freund Thomas nach Ungarn zu fahren. Eine Fahrerin fiel kurzfristig wegen Krankheit aus.  Da ich ein großer Hundeliebhaber bin,  sagte ich spontan zu und so ging es am Freitag Morgen los.

Thomas holte mich wie besprochen um 4.30 Uhr in Stephanshausen ab. Gut versorgt mit Proviant für die Fahrt fuhren wir nach Mainz, wo die dritte Mitfahrerin Alexandra schon auf uns wartete. Alex und ich (Adrianus) kannten uns nicht, aber bei einer 1250 Kilometer Fahrt hat man sehr viel Zeit zum erzählen und kennen lernen.

Voll geladen mit Spenden (Futter, Hantücher, Medizin) ging es auf die A3. Nächster Stop Raststätte Spessart. Dort wartete Ute Schawerna-Pedrosa und übergab uns weitere Spenden. Randvoll setzen wir unsere Fahrt fort.

Für Alex und mich war es die erste Fahrt nach Ungarn, aber wir hatten ja Thomas an unserer Seite der sich bestens auskannte. Unser Kücken Alex gab uns gleich Namen so war Thomas der Papi und ich der Opi. Gut gelaunt ging es Richtung Regensburg, Wien und Bratislava. Da wir uns beim Fahren abwechselten und Thomas  Budapest schon kannte, erklärte er sich bereit durch die Stadt zu fahren damit wir uns alles anschauen konnten. Budapest hat eine schöne Innenstadt. Jetzt hatten wir noch zirka zwei Stunden bis an unser Ziel.

Gegen 18.00 Uhr erreichten wir Miskolc. Es war kalt und wir waren froh, endlich da zu sein. Wir fuhren zum Supermarkt, um uns für die nächsten Tage mit Lebensmitteln zu versorgen, was sich später als überflüssig heraus stellte. Danach ging es zu unserer Ferienwohnung, die uns die Präsidentin des Vereins Nijina Kisvalvi kostenlos  zur Verfügung stellte. An dieser Stelle noch einmal unseren Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft  Unsere Wohnung hatte den Namen Lavendium,weil alles in der Wohnung sich um Lavendel handelte. Unsere sehr nette Gastgeberin hatte für uns schon einen Begrüßungsschnaps und ein sehr leckeres Abendessen vorbereitet, was wir uns schmecken ließen. Mit einem kühlen Bier ließen wir den Tag ausklingen.


Nach einer guten Nacht und einem reichhaltigen Frühstück mit Speck und Eiern, von unserer Gastgeberin zubereitet, fuhren wir gegen zehn Uhr zum Tierheim wo wir schon erwartet wurden. Alle Anwesenden begrüßten uns sehr freundlich und man merkte ganz deutlich, daß wir herzlich willkommen waren. Danach machten wir uns ans Ausladen von 600 Kg Spenden, beobachtet von einem Dutzend Hunde, die an Hundehütten angekettet bei klirrender Kälte leben müssen.( und es waren keine Huskys). 

Nachdem alle Spenden ausgeladen waren machten wir eine Pause mit den Tierheimmitarbeitern im Büro und stärkten uns mit Kaffee, Berlinern und Rotweinkuchen (gebacken von Gisela, er war sehr lecker). Dann ging es auf großen Rundgang mit der Tierheimleiterin Livia und Dolmetscherinnen Judit Mezei und einer Schülern von Judit. Alex, Thomas und ich hatten die ganzen Taschen voll mit Wurst und Leckerlis, Jetzt stand im Vordergrund Wurst, Leckerlis und Streicheleinheiten gerecht zu verteilen. Dies war für mich ein ganz besonderer Moment. Vor einem Jahr hat mich meine liebe Labrador Hündin Shila nach 15 Jahren Treue in den Hundehimmel verlassen. Darüber trauere ich heute noch.

Das Tierheim hat auf mich persönlich einen überraschend guten Eintrug gemacht. Wenn man dann aber sieht das 300 Hunde in überfüllten Zwingern leben müssen, waren wir froh, daß wir mit unserem Transport von 37 Hunden, wieder Platz machten. Das war ein gutes Gefühl. Die Zeit verging wie im Flug. Wir fanden, daß der Rundgang hätte viel länger dauern können, aber wir mussten noch die Rückreise vorbereiten. Während Alex mit der Tierärztin und dem Personal, Hundepässe und die Reiseunterlagen herrichtete, bereiteten Thomas und ich die Transportboxen mit Decken und Steckbriefen vor. Als der Transporter vorbereitet war, und wir bis auf die Hunde zuladen alles fertig hatten, war es Abend.

Dann hatte Alex noch eine Überraschung für uns bereit. Sie entschied sich für Hund Skibi als Pflegestelle. Auch ich hätte fast mein Herz an einen Labi verloren. Jedoch ist die Zeit dafür noch nicht reif. Doch möchte ich an dieser Stelle betonen, dass mein nächster Hund nicht aus einer Zucht, sondern einem Tierheim sein wird.

Nijina hatte uns zum Abendessen eingeladen. Herzlichen Dank für die liebe Gastfreundschaft.

Am Sonntag morgen, noch ein wenig müde, standen wir um vier Uhr auf. Nach einem schnellen Frühstück mit Kaffee von unserer Wirtin verabschiedeten wir uns vom Haus Lavendium und unserer lieben Gastgeberin. Dann ging es ins Tierheim, dass wir pünktlich um 05:00 Uhr erreichten. Man erwartete uns bereits, insbesondere unsere Fahrgäste. Bei 15 Grad Minus war die 1,5 Stunden Verladung unserer Fahrgäste nicht das angenehmste auf unserer Reise. Trotz Heizung wurden unsere Füsse erst 1,5 Stunden später wieder einigermaßen warm. Nach einer herzlichen Verabschiedung und dem traurigen Gefühl nicht mehr Hunde mitnehmen zu können, traten wir um 06:30 Uhr die Rückreise an.

Abgesehen von ein wenig Straßenglätte am Anfang, war unser Reisewetter sehr gut. Wir erreichten pünktlich unseren ersten Treffpunkt in Deutschland und übergaben Hund King. Der nächste Stopp war der Rasthof Medenbach. Dort erfolgte eine nicht alltägliche Übergabe. Hund Levi wurde an Schwester Christophera übergeben. Levi´s neues Zuhause ist die Abtei St. Hildegard oberhalb von Rüdesheim am Rhein. Alle weiteren Übergaben verliefen gut. Alle neuen Besitzer waren vor Ort und erwarteten neugierig und aufgeregt unsere kostbare Fracht. Bis wir alle Stellen angefahren und ausgeladen hatten war es Nacht. Alex lieferten wir mit ihrem Pflegehund Charly, sie hatte ihn bereits umgetauft, um 01.30 Uhr ab. Danach ging es in den Rheingau, wo ich gegen 02.00 Uhr zuhause war. Thomas musste noch ein kurzes Stück (10 km) nach Rüdesheim fahren. Die gesamte Reise war anstrengend, aber ein super gutes Gefühl Hundebesitzer und Hunde glücklich gemacht zu haben, machte alle Strapazen wieder weg. Wir wünschen allen unseren Vierbeinern und ihren Frauchen und Herrchen viel Spaß miteinander. Erzählt allen, dass in Ungarn noch ganz viel, liebe, süße Lieblinge warten. Für uns war die Reise am Ende mit einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit verbunden, etwas wirklich Gutes getan zu haben. Allzeit ein Leckerli in der Tasche verabschieden sich mit ganz vielen Grüssen Alex das Kücken, Thomas der Papi und Adrianus der Opi.

PS. Levi wir kommen Dich mal in der Abtei St. Hildegard besuchen, versprochen!


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