Ungarnfahrt September 2012

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Hallo liebe Tierfreunde,

aller Anfang ist schwer und ich versuche so viel wie möglich in meinem Bericht von meiner ersten Fahrt nach Ungarn zu verstauen. Na dann mal los!

Am Mittwochabend startete das Abenteuer Miskolc. Gegen Abend trafen wir uns bei Tina Mros. Martina Schmidt war schon da. Wir haben zu Abend gegessen und uns schon ein wenig kennen gelernt. Am nächsten Morgen aufstehen um 5.00 Uhr (gähn), da wir um 6.00 Uhr los wollten. Sachen im Transporter verstaut und los ging die Fahrt. Im Wechsel sind wir gefahren und nach 14 Stunden erreichten wir unser Ziel in Miskolc.

Freitagmorgen war bei mir die Aufregung deutlich zu spüren. Erst mal waschen und anziehen und einen Kaffee zum runterkommen.
Als wir auf der Fahrt zum Tierheim waren, war ich so richtig gespannt, was mich jetzt erwartet. Na ja, die Spannung war schnell vorbei, da die Fahrt vom Hotel zum Tierheim nur einen Katzensprung beträgt. Das Hotel liegt sehr nah beim Tierheim, innerhalb von wenigen Minuten hatten wir unser Ziel erreicht.

Im Tierheim angekommen wurden wir herzlichst begrüßt. Der nachfolgende Rundgang durch das Tierheim war sehr beeindruckend. Nina zeigte uns das zweite, nun fertig gestellte Zwingergebäude, welches bedauerlicherweise bereits viele Insassen hat.
Hier fiel uns ein kleines Hundemädchen auf, welches von seinen Geschwistern gemobbt wurde. Was tun? Schnell ging eine Mail nach Deutschland mit der Bitte an unsere Pflegestellen, für die kleine Maus ein Pflegekörbchen zu ermöglichen. Abends erhielten wir die Information, dass Brenda mit uns reisen darf. Vielen Dank an Conny und Dieter für die spontane Unterstützung!

An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen Pflegestellen für ihr Engagement und ihre Unterstützung. Ihr seid immer zur Stelle, wenn Not am Mann bzw. der Frau ist und helft uns oftmals sehr kurzfristig aus der Bredouille.

Nach unserem ersten Rundgang luden wir gemeinsam mit den Tierheimhelfern die Sachspenden aus dem Transporter aus und sie wurden entsprechend verstaut. Danach verteilten wir die leckeren Hundesnacks, die wir extra mitgebracht hatten, und dabei ist mir aufgefallen, dass alle Hunde - ob im Zwinger oder draußen - sehr freundlich sind. Ich kann gar nicht sagen, wie lange ich unterwegs war, aber irgendwann wurde ich selbst zum kleinen Snack gerufen. Wir hatten Nudelsalat, Kartoffelsalat und Würstchen für alle mitgebracht. Alle zusammen ließen wir uns die
Speisen schmecken.

Für die Hündin Ali Baba hat eine liebe Spenderin ein Paket zu Martina geschickt, welches sie nun gemeinsam mit den Helfern erkunden durfte. Ali Baba ist eine sehr liebe und freundliche Seniorin, die leider nicht mehr gut sieht und auf einen Gnadenplatz wartet.
Das Paket beinhaltete viele Hundeleckereien und auch diverse Süßigkeiten für die Tierheimhelfer. Alle haben sich hierüber sehr gefreut und sagen Danke!

Nun starteten wir zur zweiten Fotorunde durchs Tierheim. An dieser Stelle möchte ich allen, die noch nie vor Ort waren, erzählen, was ich emotional erlebt habe. Die Zwinger sind kalt und in manchen sind Hunde, die sich nicht immer verstehen. Sehr ängstliche Hunde werden sogar regelrecht gemoppt. Doch leider fehlen der Platz (wobei man mir gesagt hat, dass die Situation sich mit der Fertigstellung des zweiten Zwingergebäudes schon wesentlich verbessert hat) und die Zeit, um sich um diese Hunde intensiver zu kümmern. Alle Helfer tun aber wirklich ihr Bestes!

Mir persönlich tut es sehr weh zu sehen, dass es so viele tolle Hunde gibt, die keiner möchte, denen niemand eine Chance gibt. Leider erlauben meine persönlichen Umstände derzeit die Haltung eines Hundes nicht, ansonsten hätte ich bestimmt einen neuen Mitbewohner aus Miskolc mitgebracht! Hier musste leider der Verstand vor dem Herz die Überhand behalten, aber ich werde mich weiterhin im Rahmen meiner Möglichkeiten für die Hunde in Miskolc engagieren!

Wir haben uns auch das neue Katzenhaus angesehen und hier sind sehr viele, wirklich wunderschöne Katzen, die so lieb sind und die keiner haben will, was ich persönlich sehr traurig finde.

Egal wie ich es drehe und wende, letztendlich komme ich immer wieder zum gleichen Ergebnis: KASTRATION.

Ich dachte nicht, dass die Zeit so schnell vorbei geht, aber es war schon richtig spät geworden und Nina wollte uns um 19.00 Uhr abholen zum Essen. Nun gut, ab ins Hotel, Duschen und umziehen und auf zum gemütlichen Beisammen sein. Trotz unterschiedlicher Sprachen funktionierte die Verständigung zwischen uns allen gut und wir erlebten einen lustigen Abend.
Am nächsten Morgen trafen wir uns mit Nina im Tierheim und sie schlug einen Ausflug zur Pferdeklinik von Angelas Mann vor. Angela ist die Tierärztin und ihr Mann hat gerade eine Pferdeklinik eröffnet. Auf dem Gelände der Pferdeklinik fand an diesem Wochenende ein Reitturnier statt.

Natürlich sind wir mit gefahren. Es war sehr interessant, dies alles von nahem zu sehen und hinter die Kulissen schauen zu dürfen! Angela führte uns durch die Klinik und zeigte uns zum Beispiel den Operationssaal.

Dann bat uns eine Mitarbeiterin von Angela, Fotos von zwei Hündinnen zu machen, die bei ihr ein vorübergehendes Daheim gefunden haben, aber auf der Suche nach einem schönen endgültigen Zuhause sind. Gemeinsam ging es das kurze Stück zu Fuß zu ihr. Hier wurden wir von ihren Hunden begrüßt.

Die beiden hübschen Hundemädchen im Vordergrund suchen ein Zuhause … vielleicht bei Ihnen? :o)

Anschließend hat uns Nina zu einer Forellenfarm in den Bergen mitgenommen, wo wir lecker gegessen haben. Hinterher ließen Nina und ihr Sohn es sich nicht nehmen, uns blaue Steine in einem Bachlauf zu suchen. Das ist ein Hobby der beiden.

Ich kann Euch gar nicht sagen, wie schnell die Zeit in Miskolc vergeht. Plötzlich war es halb fünf, uns blieb also nicht mehr viel Zeit. Martina, Tina und ich hatten noch Hundeleckerlis, die wir verteilen wollten und als wir damit fertig waren, war es 18.30 Uhr und wir mussten zurück ins Hotel und die Vorbereitungen für die Rückreise treffen. Nach getaner Arbeit sind wir ins Bett und am nächsten Morgen mussten wir leider die Heimreise antreten.

Für die Hunde, die mit nach Deutschland reisen durften, streiche ich das "leider", aber ich wäre gerne noch da geblieben, weil vor Ort wirklich viel Hilfe benötigt wird.

Am Samstag erreichte uns dann noch telefonisch ein Notfall, ein befreundeter Verein bat um Unterstützung. Sie suchten eine Mitreisemöglichkeit für eine ausgemusterte Zuchthündin, die aus schlechter Haltung befreit worden war und nun nach Frankreich reisen sollte. Hier wurde nicht lange überlegt und die XXL-Box für die arme Maus aufgebaut. Hinter Budapest stieg die schwer gewichtige Mitreisende ein und verließ den Transport bei Wiesbaden, um von dort ihre Weiterreise nach Frankreich
anzutreten.

Um 6.00 Uhr war es dann so weit ... Abfahrt. Mit ein paar Tränen in den Augen, aber auch mit der Gewissheit, dass dies nicht meine letzte Miskolc-Fahrt war.

Unterwegs haben wir von befreundeten Tierschützern noch weitere Hunde in Empfang genommen und zum Schluss hatten wir 40 arme Seelen an Bord, die in ein neues zu Hause dürfen. Leider gerieten wir auf der Rückfahrt das eine oder andere Mal in Staus, aber trotzdem war es eine sehr angenehme Fahrt.

Ich möchte jetzt nicht jede einzelne Übergabe der Hunde beschreiben, weil ich das ganz einfach zusammenfassen kann: Jeder einzelne neue Besitzer hatte ein Funkeln und Strahlen in den Augen und war überglücklich als er/sie das neue Familienmitglied in die Arme schließen konnte.
Für mich waren die Übergaben sehr emotional; es ist schön zu wissen, dass die Hunde in gute Hände kommen. Nun ja, die eine oder andere Träne vor Glück konnte ich mir nicht verkneifen (es hat aber keiner gemerkt).

Alles in allem möchte ich mich bei Canifair und bei Martina und Tina bedanken, dass ich diese Fahrt mitmachen durfte, weil es für mich eine Erfahrung war, die ich nie vergessen werde.

Zum Schluss mein Appell an alle, die eine Möglichkeit haben, einen Hund zu adoptieren: Schaut bitte auf die Canifair Seite, denn der Winter steht vor der Tür und er ist in Ungarn nicht mit dem Winter in Deutschland zu vergleichen. Jeder Hund, jede Katze, überhaupt jedes Tier hat ein schönes zu Hause verdient.
Denn nicht nur wir Menschen haben Gefühle …

Eure Anja

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