Bericht: Tierschutzfahrt
Pfingsten (10.05.2008) von Cani F.A.I.R.

CaniFAIR: Tierschutzverein der Tieren aus Ungarn hilft

Die zweite Tierschutzfahrt von Cani F.A.I.R wurde begleitet von Thorsten, Carmen und mir (Inka). Thorsten freute sich schon sehr, bei einer Tierschutzfahrt dabei sein zu können. Er hat schon öfter Hilfstransporte nach Bosnien organisiert und gefahren und über ihn konnten wir günstig einen Transporter mieten. Ich möchte mich nochmals dafür ganz herzlich bei ihm bedanken.
Carmen freute sich auch sehr, dabei sein zu können, da sie schon öfter Pflegehunde aus Ungarn aufgenommen hat. Auch dieses Mal bekam sie eine Hündin (Verona), die ganz dringend aus dem Tierheim raus musste, da sie sich dort aufgegeben hatte. Veronas Tagesinhalt bestand nur noch aus Schlafen und Fressen, sie bewegte sich kaum und hat enormes Übergewicht. Carmen zögerte keine Sekunde, als ich sie fragte, ob sie nicht ein Plätzchen frei hat für Verona, bis wir ein endgültiges Zuhause für sie finden.

Thorsten brachte Freitagabend den Transporter zu mir, wir luden alle Boxen ein und er befestigte sie so, dass nichts mehr wackeln konnte.

Hilfstransport für Ungarn Hilfstransport für Tiere in Not

Am Samstag Morgen gegen fünf Uhr ging es dann los, wir holten Carmen ab und machten uns auf den weg in Richtung Süden, um wieder einige Hunde und Katzen in eine bessere Zukunft zu bringen. Diesmal fuhren wir nur bis Passau, denn Monika aus Ungarn war so nett, uns die Hunde und Katzen bis dort zu bringen.

Die Fahrt verlief sehr gut, es gab keine Staus und wir kamen gegen 12:00 Uhr in Passau an. Monika sollte erst gegen 14:00 Uhr dort sein, also blieb noch etwas Zeit und wir fuhren kurz rüber nach Österreich, um billig zu tanken und einen kleinen Imbiss zu uns zu nehmen.

Gegen 13:30 Uhr waren wir dann an der Raststätte und warteten auf Monika.

Warten auf ungarische Tierschützer

Es war mittlerweile sehr warm und wir ließen alle Türen des Transporters weit auf, damit sich die Hitze innen drin nicht staute.

Gegen 14:00 Uhr erschien Monika mit ihrem Transporter, der voll gepackt war bis unters Dach mit den Tieren. Dann sollte eigentlich alles sehr schnell gehen, damit die Hunde nicht lange in der Hitze ausharren mussten. Kurze Begrüßung und los ging's. Die Tiere wurden nacheinander ausgeladen, es standen schon Wasserschüsseln bereit, damit sie ihren Durst löschen konnten. Ein paar Leckerchen gab es auch noch.

Übergabe der ungarischen Hunde Umladen der Tierhilfe-Transporter

Mitten im Chaos, jeder hatte gerade irgendeinen Hund auf dem Arm, kam ein Reisebus und parkte neben uns. Die Menschen versammelten sich um uns und manche fragten sehr erbost, was wir denn da mit den armen Tieren machen würden? Sie beruhigten sich aber, als wir ihnen die Situation erklärten. Es ist ja einerseits gut, wenn fremde Menschen den Mut besitzen, sich einzumischen und zu fragen, wir hatten ja auch nichts zu verbergen. Dann kam die Polizei und hielt uns wieder auf. Ich erklärte wieder die Sachlage und sie verzogen sich in ihren klimatisierten Wagen und beobachteten uns.
Dann kamen Beamte vom Zoll und ich dachte nur an die Tiere, die doch schnell verladen werden sollten. Die Herren ließen sich dann alle Papiere zeigen, überprüften ein paar Impfpässe und ließen uns dann wieder in Ruhe.
Beim letzten Hund merkten wir, dass wir eine Box zu wenig hatten. Ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte, aber es war so.
Ändern konnten wir jetzt auch nichts mehr, also musste die kleine blinde Foxterrierhündin Mirka mit nach vorne auf den Schoß. Sie fuhr eh nicht lange mit, denn beim ersten Stopp wurde sie schon von ihrem neuen Frauchen erwartet.
Als alle Hunde und Katzen verladen waren, die Papiere übergeben waren und wir uns von Monika verabschiedeten, fuhren wir endlich los. Mittlerweile war es fast halb vier und wir wussten jetzt schon, dass wir nicht mehr im Zeitplan lagen. Die neuen Herrchen und Frauchen mussten also noch etwas länger auf die Ankunft ihrer Lieblinge warten.
Die Rückfahrt verlief dann genauso unproblematisch, wie die Hinfahrt. Es gab keine Staus und die Hunde waren alle wohl auf. Wir hielten oft an, um sie mit Wasser zu versorgen. Einige waren so verängstigt und wollten nicht mal trinken, denen machten wir wenigstens die Schnauzen nass, damit sie etwas Flüssigkeit abbekamen. Andere, wie Liza, tranken jedes Mal eine ganze Schüssel leer.

Mirka kuschelte sich in meinen Arm und schlief seelenruhig ein, als würde sie die Fahrt genießen. Sie war so goldig und ihre Blindheit merkte man ihr kaum an.

Zuhause gesucht und glücklich gefunden

So langsam wurde es auch kühler und es gab weiterhin keine Zwischenfälle. Allen Tieren ging es gut, einige hatten zwar Angst, aber da kann man dann erst mal nichts dran ändern. Spätestens, wenn sie bei ihren neuen Familien angekommen sind, wird sich das legen und sie werden sich ganz schnell eingewöhnen.

So fuhren wir alle Raststätten an und luden die Hunde aus.

Carmen ließ sich schon unterwegs von ihrem Mann abholen, damit Verona schneller nach Hause kam. Man hatte zwar nicht das Gefühl, das Verona aussteigen wollte, dafür war sie viel zu gemütlich. Sie bewegte sich in etwa wie ein Faultier, ganz langsam, immer einen Schritt vor dem anderen, dann wieder stehen bleiben und alles angucken.

Dann mussten wir wieder ein Stück schieben, was bei dem Gewicht nicht gerade leicht war. Irgendwie hat Carmen es aber geschafft, sie ins Auto zu bekommen und sie fuhren nachhause. Ich hoffe, das Verona bald ihr eigenes Zuhause findet, bei lieben Menschen, die ihr wieder Mut zum Leben geben.

Verona sucht ein Zuhause
Verona

Das letzte Stück schafften wir auch ohne die beiden. An der Ohligser Heide war dann Endstation und die letzten Hunde und die beiden Katzenmamas mit ihren Babys wurden ausgeladen. Es war mittlerweile fast 23:00 Uhr und langsam setzte die Müdigkeit ein. Ein kleiner Snack auf die schnelle und dann ging es Richtung Heimat. Es war noch mal ca. 1,5 std. Fahrt, bis wir ziemlich geschafft zuhause ankamen. An Bord waren noch Alexa und Fanto.

Hundekind Fanto aus Ungarn
Fanto

Die beiden Hundekinder sollten in den kommenden Tagen bei mir abgeholt werden. Die Süßen dachten natürlich nicht daran zu schlafen, im Gegenteil. Es wurde erstmal alles erkundet, sie hatten Hunger und nach dem Fressen begannen sie zu spielen.
... und ich wollte nur noch ins Bett! Egal, dann mussten sie sich eben alleine beschäftigen, was man am nächsten morgen auch deutlich sah. Ich hatte vergessen einige Zeitungen wegzuräumen und Fanto und Alexa waren so nett, sie zu zerkleinern. So passten sie ja auch viel besser in den Müll!

Wir hoffen, dass es allen Hunden gut geht und dass ihre Besitzer viel Freude an ihnen haben werden. Es waren wieder so viele tolle Hunde dabei, große, kleine, junge und alte, ängstliche und neugierige und ich bin froh, das diese wunderbaren Tiere nun eine bessere Zukunft vor sich haben und das ich sie auf dem Weg dorthin ein Stück begleiten konnte.

Inka Wendel 15.05.2008


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