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Activities

Here you can normally find our activities. As the info here changes all the time, we can only provide the texts in German. In case you have any specific interest or question, please get in touch with us.


Unser 1. Besuch im Tierheim Miskolc

Am 19. April klingelte schon früh der Wecker. Birgit und Petra mussten aus Kaarst bzw. Mönchengladbach nach Dortmund fahren, ich hatte mit 20 Minuten Fahrtzeit einen kürzeren Weg. Um 5.30 Uhr waren wir verabredet und stiegen um 7 Uhr in unseren Flieger.

Wir waren ein kleines Krankenlager, denn Birgit kämpfte noch mit den Ausläufern ihres Magen-Darm-Virus und mich hatte am Vortag eine ziemliche Erkältung erwischt. Trotzdem wollten wir natürlich dabei sein, bei unserem ersten Besuch in Miskolc.


In Budapest angekommen, erwartete uns bereits, wie versprochen, unser Fahrer Peter, ein guter Freund von Nina, mit der wir bereits Kontakt hatten.

Wie ich darauf kam, weiß ich nicht, aber ich erwartete nun eine Fahrt von 100 km, unser Gespräch mit Peter hat mich dann aufgeklärt, es waren 180 km!

Um 10.30 Uhr erreichten wir unser Hotel und wir wurden dort bereits von Nina und Angela zum Frühstück erwartet. Beide waren uns sofort sehr sympathisch.

Nina ist im Tierheim für die Korrespondenz sowie viel, viel Papierkrieg zuständig und Angela ist Tierärztin und für die medizinischen Belange verantwortlich. „Nebenbei“ arbeitet Nina im Büro ihres Mannes und Angela führt gemeinsam mit ihrem Mann eine Tierklinik.

Während des Frühstücks erfuhren wir schon sehr viel über die Arbeitsweise im Tierheim. So werden alle ankommenden Hündinnen kastriert und jeder ankommende Hund komplett geimpft. Darüber waren wir sehr positiv überrascht, denn das ist keinesfalls selbstverständlich. Die meisten medizinischen Fragen, die wir hatten, konnten wir erfreulicherweise schnell klären. Angela und Nina hatten sich bereits viele Gedanken im Vorfeld gemacht und waren hervorragend vorbereitet, was das Gespräch sehr angenehm und konstruktiv machte.


Natürlich konnten wir es kaum noch abwarten ins Tierheim zu kommen und so fuhren wir dann endlich los. Das Tierheim liegt auf einem Hügel, die Zufahrt ist sehr schmal und im Winter sicher ein Problem. Als wir schließlich oben waren, standen auf einer Wiese dann die Zwinger und einige Bauwagen. Uns fiel sofort auf, dass die Zwinger fast gar nicht überdacht und nur teilweise notdürftig mit Wellblech bedeckt sind.

Ein großer Teil des Grundstücks ist vor einiger Zeit um mehrere Meter abgesackt – samt der vorhandenen Zwinger mit den Hunden und eines Gebäudes in dem einige Räume untergebracht waren. Das Gebäude wurde vollständig zertört und auch jetzt rutscht der Boden täglich ein Stückchen weiter nach. Lange können die Hunde dort nicht mehr leben... Es ist ein Wettlauf mit der Zeit!


Leider regnete es wie aus Eimern. In wenigen Minuten waren wir nass bis auf die Haut, aber die Hunde kennenzulernen war natürlich viel wichtiger als das schlechteste Wetter, das man sich vorstellen kann. Die Hunde waren aufgeregt als wir kamen, aber die Geräuschkulisse, die wir aus anderen Tierheimen kennen, gab es dort nicht. Wir hatten den Eindruck, dass die Hunde generell ausgeglichener und ruhiger sind.


Momentan leben dort mehr als 250 Hunde, in allen Größen und Farben und schnell hatte jede von uns einige persönliche Favoriten entdeckt. Die Hunde waren völlig durchnässt, hatten zum Teil selbstgebaute Hundehütten, in denen sie aber auch nur wenig Schutz vor dem Wetter finden können. Ein Trauerspiel.

Vor den Zwingern mit Neuankömmlingen, die noch keine Impfung erhalten hatten, werden Chlorwannen für die Schuhe aufgestellt. Chlor ist zwar bei weitem nicht ausreichend, um eine Desinfektion zu gewährleisten, aber es hat uns sehr gefreut, wie viel Gedanken sich gemacht werden und Mühe sich gegeben wird, um die Tiere gesund zu erhalten. Die Tierheimmitarbeiter – die sehr liebevoll und ruhig mit den Hunden umgehen – hatten alle ohne Ausnahme Einmalhandschuhe an, die sie nach jedem Zwinger wechseln. Es gibt Schüsseln mit Chlorwasser, um sich selbst zu desinfizieren.

Die meisten Hunde wollten ihre Streicheleinheiten, aber viele verkrochen sich auch in ihren Hütten und hatten anscheinend schon resigniert.

Wirklich schlimm ist, dass es im Tierheim kein fließendes Wasser gibt. Es wird momentan Regenwasser in Tonnen gesammelt, aber wenn es mal ein paar Tage nicht regnet, bedeutet das große Probleme und Wasserknappheit und wir haben keine Ahnung, was im heißen ungarischen Sommer passieren wird.

Futter gibt es kaum. Für die Wochenenden gibt es manchmal Trockenfutter, weil dann nur 2 Helfer im Tierheim sind und das Verteilen von Trockenfutter auch von nur 2 Helfern bewältigt werden kann. An anderen Tagen werden in Fässern Fleischabfälle samt Knochen gekocht, womit die Hunde gefüttert werden. Dazu gibt es altes Brot, das zum Teil bereits verschimmelt ist. Sehr begeistert sind die Hunde davon nicht (was man sehr gut verstehen kann) und wir sahen sehr viele, gefüllte Näpfe.


In einem der Bauwagen gab es eine Art Quarantäne-Station. Hier standen Boxen mit Welpen und frisch operierten Hunden. Nebenan war das Büro, in dem wir die Tierheimleiterin und einige der Helfer kennengelernt haben. Sehr nette Menschen, die sich über unsere Hilfe sehr freuen. Es gibt Ordner, in denen für jeden Hund ein Merkblatt angelegt ist, mit Fotos, Beschreibungen, Besonderheiten und dem jeweiligen Impfausweis. Eine so gute Organisation haben wir selten in einem der Tierheime erlebt, die wir bisher gesehen haben.


Nach einiger Zeit hat der Regen glücklicherweise ein bißchen nachgelassen und wir konnten noch viele Fotos machen und Streicheleinheiten verteilen, die mehr als dankbar angenommen wurden.

Dann mussten wir uns wieder schweren Herzens von den Hunden und den Tierheimmitarbeitern verabschieden und Nina und Angela haben uns das neue Gelände gezeigt, auf dem ein neues Tierheim entstehen soll. Es ist alles sehr gründlich und professionell geplant. Das Grundstück liegt in einem Industriegebiet am Ende der Stadt. Momentan steht nur das Fundament für 2 Zwingerreihen und das Hauptgebäude. In Kürze soll das Grundstück mit Erde angefüllt werden. Für die Zukunft ist geplant, das Haupthaus um eine Etage zu erweitern und dort Räume für Schulklassen zu bauen um Aufklärungsarbeit leisten zu können. Eine ganz tolle Idee, wie wir finden.

Die Gebäude für die Hunde sind sehr gut durchdacht, die Reinigung wird durch entsprechende Abflüsse vereinfacht, die Zwinger sind nach Sonne und Wind ausgerichtet, etc...

Da direkt am Grundstück eine befahrene Straße vorbeiführt, muss auf jeden Fall ein guter Zaun angeschafft werden.


Aber, wie sollte es auch anders sein, fehlt es auch hier noch an Vielem – vor allem natürlich an den notwendigen Geldern und Baumaterialien, um das Vorhaben in absehbarer Zeit realisieren zu können. Wir werden alles dafür tun, um wenigstens einen Teil zur Realisierung beitragen zu können.

Das Grundstück war bei dem Wetter noch extrem matschig und entsprechend sahen unsere Schuhe aus. Der vergebliche Versuch, unsere Schuhe etwas zu reinigen, wurde gleich für einen Schnappschuss genutzt.

Nina und Angela haben uns ins Hotel gebracht wo wir uns etwas frisch machen konnten. Leider konnten unsere Hosen und Jacken in der kurzen Zeit nicht trocknen und da wir nur Handgepäck dabei hatten, mussten wir wieder in unsere nassen Sachen steigen.

Das geplante Sightseeing wurde uns leider wieder von strömendem Regen und Gewitter vermiest und wir beschlossen, uns den Spaziergang zu sparen und direkt zum Abendessen zu fahren.


Hier konnten wir noch einige Dinge besprechen, aber das Wesentliche war schon vorher klar und wir waren alle viel zu müde, um noch mehr Eindrücke zu verarbeiten.

Um 21 Uhr sind wir wieder im Hotel angekommen, haben unsere Fotos durchgeschaut und uns noch ein bisschen über das eben Erlebte unterhalten.

Um 5 Uhr war die Nacht dann wieder vorbei und Peter hat uns um 6 Uhr wieder zum Flughafen gebracht. Um 10.30 Uhr sind wir wieder in Dortmund gelandet, um viele, viele Eindrücke, Gedanken und Pläne reicher.

Wir warten jetzt auf die Bilder der Hunde mit den Beschreibungen und werden dann mit unserer Vermittlung beginnen. Im Juni ist unsere erste Fahrt geplant und wir hoffen, mit Eurer und Ihrer Hilfe möglichst viele Sachspenden mitnehmen zu können, die so dringend benötigt werden.

Es gibt unendlich viel zu tun – wir fangen an!

Sandra Ninka – April 2008

 

HIER können Sie/könnt Ihr weitere Fotos von unserem Besuch anschauen

 

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